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| 31.05.2003 |
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| Ich glaub mich trifft der Schlag, jetzt pellt
sich auch noch die Haut an meinem Fuß. Vielleicht sollte
ich als Leprakranke an der Parade mitkriechen. Auf den Schock
musste ich erst mal shoppen gehen. Nichts muntert mich mehr
auf, als ein gepflegter Einkauf bis die Kreditkarte glüht.
Das und guter Sex! Der ist allerdings viel schwerer zu bekommen.
Mein Verehrer aus dem Gästebuch meldet sich auch nicht.
Na ja, ich bin es ja langsam gewohnt, dass die Männer Angst
vor mir haben. Sie können halt nicht mit einer starken
Frau umgehen. Eines Tages wird schon der richtige kommen. Ich
kann ja nicht kommen, mit nur einem Fuß! |
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| 30.05.2003 |
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| Meine Fuß sieht aus, als hätte ich
drei Wochen in Stalingrad im Graben gelegen. Gewisse Ähnlichkeiten
mit dem Penner aus dem Friesenwall, der mit seinem freigelegten
Raucherbein versucht Mitleid zu erhalten, kann ich echt nicht
leugnen. Hoffentlich geht das bis zum CSD weg, sonst muss ich
als Hilde Knef mitgehen, dann kann ich wenigstens so tun, als
gehöre das Bein zum Kostüm! |
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| 29.05.2003 |
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| Heute bin ich schließlich doch noch nach
Hamburg geflogen. Hier habe ich wenigstens meine Ruhe über
die Tage und genieße meinen Landsitz – sofern man
meine Villa an der Binnenalster als Landsitz bezeichnen kann.
Diese gaffenden Touristen, die dauernd versuchen über den
Zaun zu glotzen, um mich mal ganz privat zu erleben nerven schon.
Zum Glück habe ich meine Rottweiler, die mir doch schon
erheblich dabei helfen etwas Ruhe zu bekommen. |
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| 28.05.2003 |
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Am Montag mußte ich ja wieder ins Büro.
Die Woche zuhause war genug, um einen Berg an Arbeit auf mich
warten zu lassen. Allerdings hatte ich gestern und heute ein
Seminar in Seeheim - mitten im Odenwald. Das Wetter ist ja immer
noch genial und so entschloß ich mich seit Ewigkeiten
mal wieder nach Hamburg zu fliegen. Als ich abends einchecken
wollte wurde ich doch tatsächlich abgelehnt. Die Maschine
sei um achzig Plätze überbucht und ich hätte
keinerlei Chance irgendeinen späteren Flug zu bekommen,
da die auch schon voll seien. Na super, da stand ich nun mit
meinem Überseekoffer - schließlich plante ich eine
Woche unterwegs zu sein. Was blieb mir anderes übrig, als
mit dem Koffer im Schlepp zum Bahnhof zu humpeln. Schließlich
mußte ich ja wohin und da Hamburg wohl nicht möglich
war und die nächste Köln Maschine erst in fünf
Stunden ging entschloß ich mich lieber mit dem gemeinen
Volk im Zug zu fahren. Der nächst mögliche ging in
zwanzig Minuten. Zum Glück mußte ich diese Info nicht
auf einer der Infotafeln finden, sondern WAP machte es möglich.
Zur irgend etwas muß es ja taugen. Nachdem ich mein Ticket
hatte und gerade am Gleis ankam trudelte auch schon der Zug
ein. Zum Glück wieder mal unpünktlich, sonst hätte
ich ihn nicht erreicht. Zu meinem Pech stand ich jedoch am falschen
Ende. Fuhren doch tatsächlich nur noch erste Klasse Waggons
an mir vorbei. Da die schon ausgebucht war mußte ich ja
letztlich wirklich in der zweiten Klasse fahren! Na ja, beherzt
humpelte ich den Bahnsteig entlang, um zum 2.Klasse Waggon zu
gelangen - mit dem Koffer wollte ich ganz sicher nicht durch
die engen Gänge der Waggons wandern. Doch weit gefehlt.
Gerade, als ich in Höhe des Restaurantwagen war hörte
ich den Schaffner pfeifen und wie sich die ersten Türen
schlossen. Ich schmieß mich mit letzter Kraft in den Eingang,
da knallte auch schon die Tür zu. Vielmehr klemmte sie
meinen Koffer ein. Zum Glück stand noch ein Mann ein meiner
Höhe am Gleis, der die Situation erkannte und meinem Koffer
einen Schups gab, so dass der auf mir landete und die Tür
ins Schloß viel. Na herzlichen Dank, Deutsche Bahn, das
ist echt Service am Kunden. Völlig genervt schleppte ich
als nun doch den Koffer hinter mir durch die Gänge, auf
der Suche nach meinem reservierten Sitzplatz. Ein bisschen Glück
hatte ich dann ja doch noch, mein Abteil war direkt im Anschluß
an das Restaurant. Der Heimfahrt stand also nichts mehr im Wege.
Von wegen! Nach kaum einer Stunde Fahrt, wir waren gerade in
Koblenz eingetroffen, kam eine Durchsage, dass er irgend welche
Probleme mit der Streckenführung gäbe und wir nicht
via Bonn fahren würde. Das sollte aber nicht das Problem
für mich sein, dachte ich. Doch statt einfach rechtsrheinisch
weiter zu fahren, hielten wir uns noch eine geschlagene dreiviertel
Stunde am Bahnhof auf. Das hatte zur Folge, dass ich tatsächtlich
nach drei Stunden erst in Köln am Bahnhof ankam. Da wundert
man sich nicht ein bisschen, dass die Bahn rote Zahlen schreibt,
bei dem Umgang mit seinen Gästen! Über dieses
Chaos des Tages hatte ich doch fast mein einjähriges homepage
Jubiläum vergessen. Zuhause angekommen, mit nem Eisbeutel
am Bein endetet dieser Abend mit einer Flasche Rotwein und Brad
Pit auf der Mattscheibe noch ein wenig besinnlich! |
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| 24.05.2003 |
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| Heute bezog Mel in ihr Chalet in Junkersdorf.
Obwohl sie ja ein professionelles Umzugsunternehmen engagiert
hatte war meine Anwesenheit natürlich von Nöten.
Schon alleine, um die verschwitzten Leiber der muskulösen
Möbelpacker zu begutachten. Ich liebe Arbeit; stundenlang
könnte ich dabei zusehen!
Die Strafe für meine Unvernunft folgte natürlich
auf den Fuß – im wahrsten Sinne. Mein Fuß
sieht aus, als gehöre er zum Hulk, auch wenn er nicht
so grün ist. Das heißt für mich, dass ich
morgen zuhause bleibe und den Fuß wieder mal hochlegen
und kühlen werde – ich kann es schon nicht mehr
hören.
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| 23.05.2003 |
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| Um den Schein zu wahren lege ich die Bandage
an und nehme die Krücken auf dem Weg zum Arzt. Schließlich
soll er glauben, dass ich ein artiges Mädchen bin. Zu meiner
Überraschung sagt er mir, dass ich weder die Bandage noch
die Krücken benutzen muss. Der Fuß wird auch so heilen
und ich soll einfach vorsichtig gehen. Das heilt schon alles
von ganz alleine. Und dann gibt er mir noch auf den Weg, dass
ich den Fuß kühlen und hochlegen soll. Ganz was Neues.
Jetzt habe ich vier Ärzte besucht und komme mit vier Meinungen
nach hause. Jetzt reicht es. Ich bleib zuhause und warte, dass
der Fuß einfach wieder normal aussieht. |
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| 22.05.2003 |
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Die Bandage habe ich schon in die Ecke verbannt.
Mein Knöchel pocht dermaßen darunter, dass ich
lieber riskiere in Zukunft nur noch in Birkenstock laufen
zu können, als dass ich diese Schmerzen weiter ertrage!
Die Schwellung will aber einfach nicht abnehmen und der Bluterguss
wandert mittlerweile langsam in den Vorderfuß, echt
schick! Was ich immer noch nicht weiß, wie lange ich
eigentlich noch diesen Fuß hochlegen soll. Diese Information
habe ich noch von keinem Arzt erhalten. Also mache ich noch
mal einen Termin für morgen früh bei Isa’s
Orthopäden aus. Mal sehen, was der tolles zu berichten
weiß.
Um endlich mal wieder aus dem Haus zu kommen besuchte ich
Keanu heute im Kino. Der lang ersehnte zweite Teil von Matrix
kam raus! Der Hammer! Bis auf eine Kampfszene waren die Tricks
echt gut gemacht. Was für eine Schnitte. Von dem würde
ich mich auch mal reloaden lassen. |
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| 21.05.2003 |
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Heute bin ich noch mal in die Ambulanz vom
Eduardus Krankenhaus gehumpelt. Mir kommt es spanisch vor,
dass ich keinen Gips bekomme. Ich weiß zwar, dass man
heutzutage nicht mehr operiert, aber irgendwie muss der Fuß
doch fixiert werden!
Im Krankenhaus lästert der Arzt über meinen Hausarzt,
dass demnächst jeder Hautarzt mit einem Wochenendseminar
sich schon Orthopäde schimpfen darf. Um seine Kompetenz
zu beweisen gibt er mir eine Bandage aus Neopren und die junge
lesbische Assistentin will mir glatt Krücken in Lila
geben. Zugegebenermaßen passen die hervorragend zu ihrer
Haarfarbe, ich habe dann aber doch um eine dezentere Farbe
gebeten, was in schwarz endete.
Frisch motiviert humple ich aus der Ambulanz, mit der Anweisung
den Fuß zu kühlen und hochzulegen. Das hab ich
ja noch nie gehört. Mit den Krücken brauche ich
jetzt noch länger vorwärts zu kommen! |
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| 20.05.2003 |
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Mir ist langweilig. Ich liege dumm rum und
glotze Fernsehen. Komisch, dass ich ganz normal laufen kann.
Der Knöchel sieht war aus, als hätte ich einen Tennisball
implantiert bekommen und der Fuß ist dick wie bei einer
Supermarktverkäuferin, die den ganzen Tag hinter der
Kasse gestanden hat und der Bluterguss erinnert mich an das
Raucherbein des Typen, der vor dem Stüssgen immer um
Geld bettelt, aber Schmerzen habe ich eigentlich kaum welche.
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| 19.05.2003 |
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| Heute durfte ich zum Hausarzt. Unglaublich wie
mich dieser Bänderriss hindert. Ich brauche für die
kürzesten Strecken eine Ewigkeit. However. Der Arzt sagte
mir das gleiche, wie schon gestern der Doc. Ich soll den Fuß
kühlen und hochlegen. Super. Das kann ja spannend werden. |
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| 18.05.2003 |
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What a day! Ich war verhältnismäßig
früh auf und schmiß mich direkt mal an den rechner,
um bisschen in meinem Tagebuch zu schreiben und zu sehen, ob
mir mal wieder jemand etwas ins Tagebuch geschrieben hat. Ominöser
Weise hat mir auch ein gewisser Christophe einen Eintrag reingesetzt,
mit dem ich kaum was anfangen konnte.
Anyway, Jörg war auch schon so früh wach und verschwand
auch recht schnell mit seinem Liebelein auf nen Trödelmarkt.
Da ich heute nichts weiter geplant hatte beabsichtige ich einen
ruhigen Tag in der Sauna zu verbringen und mich mit Massagen
verwöhnen zu lassen. Da rief mich meine alte Freundin an,
die mit mir am Rhein spazieren gehen wollte. Da ich ja genug
Zeit hatte sagte ich ihr beherzt zu, da so ein bisschen Bewegung
ja nicht schaden konnte. Nachdem ich aufgelegt hatte, um ins
Bad zu gehen und mich in die Fluten zu stürzen, verhedderte
sich mein rechter acht Zentimeter Absatz, der flachsten Schuhe,
die ich besitze in meinem bodenlangen Morgenmantel. Geistesgegenwärtig
schmiß ich meine Kaffeetasse, im Fall in die Ecke und
dämpfte meinen Aufprall mit meinen Armen. Noch völlig
verdutzt über diese Aktion spürte ich plötzlich
diesen Schmerz in meinem rechten Fuß. Da ich ja nicht
jammerlappig bin robbte ich auf den Ellenbogen ins Bad, wo ich
mich auf's Klo setzte, um meinen Knöchel zu begutachten.
Na das sah ja gar nicht nett aus. Eher, als wäre ein Siliconkissen,
in der Größe von Mel's rechter Brust, an diese Stelle
gerutscht. Bevor ich weitere Aktionen planen konnte verspürte
ich eine gewisse Übelkeit und Schwindelgefühl, wie
ich sie sonst nach zehn Pushkin Red nur kenne. Als ich meine
Augen wieder öffnete saß ich bzw. lag ich rücklings
auf dem Wasserkasten der Toilette, den Kopf in dem Zeitungsständer,
der dort an der Wand hängt, nicht wissend wo ich war geschweige
denn welcher Tag oder welche Uhrzeit. - Wurde ich doch tatsächlich
ohnmächtig, wie so eine alte senile Dame, die das Wort
"Titte" hört! Beherzt robbte ich zurück
zum Telefon im Westflügel, um Isa den Spaziergang abzusagen.
Zehn Minuten später war ich plötzlich umringt von
ihrer Exfreundin, die Medizinstudentin, die mir in den schillernsten
Farben ausmalte, wie mir der Knöchel aufgeschnitten würde
und ich die nächsten sechs Wochen mit Krücken durch
die Landschaft hinken dürfte! Auf jeden Fall war der Sonntag
erstmal für mch gelaufen - ha ha!
Um nicht länger im Dunkeln zu tappen (gibt es eigentlich
nur Beschreibungen, die mit Mobilität zu tun haben?) fuhr
mich Isabella, zusammen mit Jörg und dessen Lover, die
mittlerweile vom Trödel zurück waren und ziemlich
irritert geschaut hatten, als die Bude voller Frauen war (dachten
wohl ich hätte die Seiten gewechselt!) ins Krankenhaus,
um mir den vorläufigen Befund von Frau Mittmann bestätigen
zu lassen eine Bänderriss zu haben. Gemäß Anweisung
des Doc muß ich jetzt mindestens eine Woche das Bein hochlegen
und kühlen. Gegen Beine in die Höhe habe ich prinzipiell
ja nix, solange ein Mann dazwischen kniet!
Was für eine Sommerpause! |
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| 17.05.2003 |
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Eigentlich sollte es ein ganz ruhiger Samstag
werden. Als ich gestern von der Show heim kam erfuhr ich von
meinem Mitbewohner, dass er heute nach Mönchengladbach
fahren wolle, um beim Lagerverkauf von Cinque zuzuschlagen.
Allerdings würde er schon um neun Uhr losfahren. Als ich
um zwei Uhr ins Bett ging hielt ich es noch für völlig
absurd, dass ich da mitfahren würde. What did I know! Dank
seniler Bettflucht wurde ich doch tatsächlich schon um
acht Uhr wach und hörte bereits Jörg durch die Wohnung
wuseln. Also stand ich auf. Na das hätte ich besser bleiben
lassen. Kaum waren wir um zehn im Lager angekommen hatte ich
auch schon fünf Minuten später die ersten Fummel in
der Hand und kaum eine Stunde später war das Limit meiner
EC Karte ausgeschöpft - ganz zu schweigen von dem Cash,
das ich durch die gestrige Show in der Tasche hatte! Das Beste
an allem war aber, dass wir rechtzeitig zu Will & Grace
wieder zuhause waren und ich vor der abendlichen Show von Betty
LaMinga bereits alte Klamotten aus meinem Schrank aussortiert
und die neuen einsortierte hatte!
Die Show von Betty war genial! Zum Glück ist diese Frau
alt genug, um gute Musik zu kennen und nicht nur diesen Britney
und Christina Quatsch, der täglich im Radio läuft.
Klaase Musik, gepaart mit einer gutaussehenden Sängerin
mit brillianter Stimme und lustigen Stand Up Gags - was will
ich mehr? (Mal abgesehen von einem Mann mit behaarter Brust,
breiten Schultern und einem Waschbrettbauch, der auch ohne Schemel
mir in die Augen sehen kann, wenn er vor mir steht und sogar
noch meine Art von Humor versteht!) Anyway, da diesen Tag nichts
mehr toppen konnte und mir noch die letzte Nacht in den Knochen
steckte ging ich mal vernünftiger Weise nach hause. |
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| 16.05.2003 |
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| Heute war es soweit. Mieke's großer Tag.
Ihre erste Show stand vor der Tür und sie nervös wie
Bolle! Und das ohne jeglichen Grund! Alles lief reibungslos.
Bis auf den Hänger meiner CD, im Dean Martin Gedächtnis
Block. Aber auch der wurde vom Publikum mit großem Applaus
aufgenommen. In anschließenden Gesprächen mit einigen
Gästen haben sie mir durch die Bank bestätigt, dass
genau diese "Hänger" uns so sympathisch machen.
Und das Mieke souverän durch die Show geführt hätte.
Für mich war das auch ein grandioser Abend mit zwei fabelhaften
Kolleginnen. Ich freue mich schon auf die Show im Juni zum CSD,
den Mieke wieder moderieren wird. |
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| 14.05.2003 |
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| Heute war ich auf der Geburtstagsfeier meiner
langjährigsten Kölner Freundin Isa. Ich sage bewußt
nicht ältesten, obwohl sie selbst von sich sagte "So
alt wird keine Sau!" womit sie ja nicht unrecht hat! |
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| 12.05.2003 |
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| Heute traf ich mich nach der Arbeit mit Melanie
und Fabienne zur Besprechung der Aids Hilfe Gala im Maritim
zum Cologne Pride im Juli. Fabienne hat uns gebeten uns um die
Sponsoren zu kümmern. Sich einen Abend lang um wohlhabende
Männer und Frauen zu kümmern?! Da sag ich doch nicht
nein! Ich bin schließlich kein Snob. |
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| 11.05.2003 |
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| Wie nicht anders erwartet fuhr ich, ohne vorherigen
Anruf meines Kellners, in den Mittagsstunden nach Hause, wo
mich noch der Geburtstagsbrunch meines Exgeliebten erwartete.
Das mit Holger war zwar schon einige Jahr her, bevor er als
Musikkabaretist erfolgreich wurde, aber dennoch verbindet uns
noch immer diese sexuelle Zuneigung, dass wir es einmal im Jahr
so richtig krachen lassen. Dieses Jahr hinter den Forsythzien
Sträuchern an der Inneren Kanalstrasse in Nippes. Yummy!
Lecker und gut wie eh und je! |
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| 10.05.2003 |
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| Meine größten Befürchtungen wurden
war. Die ganze High Society Aschaffenburg's war gekommen, um
meinem Bruder zu gratulieren. Und der Bürgermeister hielt
seine Rede. Als er mit den Worten begann "Ich werde es
kurz machen!" war mir direkt klar, dass wir uns auf einen
halbstündigen Monolog gefaßt machen durften. Und
meine Erwartungen wurden in keinster Weise untertroffen. Das
einzig Gute an der Sache war, dass ich dadurch die Gelegenheit
bekam mit dem süßen Kellner zu flirten, der an der
Cocktailbar stand, während alle anderen Gäste ehrfürchtig
den Worten des OB lauschten und es nicht einmal wagten sich
zu räuspern. Den hätte ich mir bestimmt nicht durch
die Lappen gehen lassen, mit seinen braunen Rehaugen, breiten
Schultern und seiner behaarten Brust. Okay, die konnte man nicht
wirklich sehen, weil er schließlich ein bis oben zugeknöpftes
Hemd und eine Kravatte trug. Aber meinem geschulten Auge entgingen
die drei Haare, die sich am obersten Kragenknopf einen Weg ins
Frei bahnten, selbstverständlich nicth. (Joana wären
die sicher auch sofort aufgefallen!) Als die Rede rum war endete
auch unser Flirt. Ich gab ihm zwar noch meine Telefonnummer,
da ich ja noch bis morgen in der Stadt bleibe, aber ich gehe
garnicht davon aus, dass er sich melden wird, auch wenn er es
beteuerte. Nach den Erfahrungen der eltzen Wochen erwarte ich
nichts mehr. Das mag jetzt zwar verbittert klingen, ist aber
nur realistisch. I'm too much woman for just one man! |
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| 09.05.2003 |
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| Die Woche verging wie im Flug. Jetzt ist schon
wieder Freitag und morgen geht es in die alte Heimat. Mein großer
Bruder hatte am Mittwoch seinen vierzigsten - so alt werde ich
bestimmt nie - und feiert im engsten Kreis morgen im Schloß
Johannisburg in Aschaffenburg. Soweit ich gehört habe will
der Bürgermeister ein Rede halten, na das kann ja spannend
werden! |
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| 04.05.2003 |
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| Bedingt durch das späte nach Hause kommen
von heute früh bin ich auch erst in den frühen Abendstunden
nach Köln zurückgeflogen. Es ist schon schön,
dass ich heute keinen Kulturschock habe. Nicht, dass es keinen
Spaß macht, aber so ein freier Sonntag abend hat schon
was! |
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| 03.05.2003 |
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| Nachdem wir ausgeschlafen hatten gingen wir zur
Abwechslung wieder mal ein bisschen einkaufen. Wir haben uns
aber alles in allem recht gut zurückgehalten. Nicht zuletzt,
weil wir abends noch ausgehen wollten und deshalb recht früh
nach hause gingen. Wenn man in Berlin von abends spricht würde
man in Köln ja eher von Nacht sprechen. Um Mitternacht
machten wir uns auf den Weg. Unser Ziel war die Ajpnja Party.
Die hatte mir das letzte Mal so gut gefallen, dass ich da wieder
unbedingt hin wollte. Warum es in Köln keine Sex Partys
gibt kann ich einfach nicht verstehen. Wahrscheinlich hat jeder
Angst gesehen zu werden. In Berlin hat die Größe
der Stadt wirklich dahingehend ihre Vorteile. Das ist wohl wie
mit darkrooms und Parks, sie sind zwar immer voll, aber wenn
ich jemanden frage wie es dort so zugeht weiß es niemand,
weil er noch nie da war. Ich frag mich was daran so schlimm
sein soll anonymen Sex zu haben. Da muss man am nächsten
Morgen doch wenigsten niemandem Frühstück machen oder
dem Fehler von letzter Nacht am nächsten Morgen noch ins
Auge blicken. However, ich hatte auf jeden Fall viel Spaß.
Das war das erste mal seit Jahren, dass ich mal wieder erst
bei Sonnenaufgang nach Hause kam! |
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| 02.05.2003 |
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Heute ging's mal wieder zum shopping. Berlin
hat ja so geile Läden, da kann Köln nicht wirklich
mithalten. Auch die Leute sind viel cooler und geben kaum was
drauf, wie andere rumlaufen. In Köln werde ich ja schon
schräg angeschaut, wenn ich in meinem rosa Lackmini zum
einkaufen gehe und hier kann man fast nackt aus dem Haus gehen
ohne richtig wahrgenommen zu werden. Nicht, dass ich es ausprobiert
hätte, dazu bin ich ja viel zu schüchtern. Aber ich
hätte es gekonnt! Abends ging ich zum Potsdamer Platz,
um mir X-Men 2 anzuschauen. Da ich zu früh war konnte ich
noch vorher zum Brandenburger Tor gehen, das ja direkt daneben
steht. Es ist schon strange so durch das Tor gehen zu können.
Ich bin da ja mal als kleines Mädchen gewesen, als die
Mauer noch stand und überall Warnschilder rumhingen "Sie
verlassen jetzt den amerikanischen Sektor". Als ob man
das gekonnt hätte. Ich fand das damals so absurd. Als würde
man aus Versehen über eine drei Meter hohe Mauer klettern,
wäre das Schild nicht! Und dann kriegt dich die VoPo in
die Finger und denen sagst Du dann "Uups, das Schild hab
ich gar nicht gesehen! Und das Minenfeld hab ich auch gar nicht
bemerkt. Darf ich mich jetzt bitte drei Stunden anstellen, um
einen Liter Milch zu kaufen?!" Machte ja echt Sinn, als
ob ein Wessi damals darauf scharf gewesen wäre in den Osten
zu gehen, wenn er oder sie nicht gerade Verwandtschaft dort
gehabt hat!
Anyway, der Potsdamer Platz ist ganz nett geworden. Schön
würde ich es nicht gerade nennen. Ich hatte das Gefühl
als wäre ich in George Orwells schöner neuer Welt.
Der Platz wirkte wie eine künstliche Insel mitten in der
Stadt. Alles war so neu und irgendwie septisch. Da hatte nichts
Atmosphäre. Das Sony Center war schon beeindruckend und
dass man trotz Überdachung den Eindruck bekam im Freien
zu sitzen war auch schön, aber ich konnte mich dem Gefühl
nicht erwehren in einer Kunstwelt wie Disneyland zu sein.
Anyway, nach dem Kino traf ich mich noch mit Gabi Tupper im
Schwuz in Kreuzberg. Dieser Stadtteil gefällt mir bisher
noch am besten. Und die Atmosphäre ist total entspannt.
Da kann sich das Kölner Schulz noch einiges abschauen.
- Aufgrund des vielen Laufens tagsüber war ich doch recht
früh müde und machte mich so um drei auf den Heimweg. |
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| 01.05.2003 |
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| Erster Mai in Berlin-Kreuzberg, was für
eine pfiffige Idee! Tagsüber war das Straßenfest
mit folkloristischen Tänzen und Fressbuden ja noch amüsant.
Auch die Punks, mit ihren Wahnsinns Frisuren, wie ich sie bislang
nur aus London kannte waren total nett und friedlich. Aber kaum
sank die Sonne, sank auch die Moral der Leute. Überall
wurden Wagen angezündet und Wackersteine fanden ihre neue
Bestimmung als Wurfgeschoß auf Polizeibeamte. Das war
echt nicht nett. Zum Glück hab ich das alles nur per Fernseher
miterlebt - mal von den live Sirenen der Krankenwagen abgesehen.
Als sich alles wieder bisschen beruhigt hat sind wir dann doch
noch kurz aus dem Haus, um eine Caipi zu genießen, aber
das war’s dann auch schon für meinen ersten Tag in
Berlin. |
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