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XING  
März 2003
 
 
Da wir bereits gestern den Messestand aufbauen konnten, genossen wir heute den freien Tag und gingen durch’s Städle. Ich war ja letztes Jahr schon mal hier und wusste wie schön Freiburg ist, wenn auch trostlos und daran hat sich in beiden Fällen nichts geändert. Als erstes gönnten wir uns einen Latté am Marktplatz und als es ans Zahlen ging waren wir doch leicht schockiert wie teuer es heutzutage ist ein wenig Genuß zu haben. Zahlten wir doch allen Ernstes zwanzig Euro für drei Milchkaffee und zwei Stück Kuchen. Zum Glück wurden wir stutzig, weil als wir nachfragten die Schnepfe von Servicekraft doch zugab sich verrechnet zu haben, um lächerliche sechs Euro. Die dachte wohl dumme Touris vor sich zu haben, aber dafür muss sie echt früher aufstehen und vor allem sich eine bessere Frisur zulegen!

Davon ließen wir uns unsere Stimmung aber nicht verhageln. Wir trollten weiter durch die Stadt und genossen ägyptische Yufkas. Die erinnerten mich an meine Zeit in Luxor. Da wußte man noch wie man eine Frau zu behandeln hat. Okay, es war vielleicht nicht nötig alle Angestellten mit zu beerdigen, wenn der Chef starb, aber der Luxus, in dem ich lebte war echt genial. Anyway, frisch gestärkt bummelten wir den Rest des Nachmittags durch Freiburg und genossen die Sonne.

Zurück am Campingplatz hieß es dann erstmal die Errungenschaften vorzuführen und dummerweise auch den Schmutz von zwei Tagen zu beseitigen. Ich hätte doch Immelda mitnehmen sollen, wozu habe ich schließlich eine Köchin aka Putze. Na ja, zu fünft ging es ja recht schnell und so konnten wir Pläne für den Abend machen.

Nachdem wir uns die letzten zwei Abende im Laubfrosch verköstigt haben wollten wir heute mal was anderes ausprobieren. Der Laubfrosch ist ein billiger Italiener. Na billig ist er erst seit dem großen Pizzerienkrieg. Der war zwar nicht so groß wie der große Heringskrieg in Norwegen, aber groß genug, um die Preise erfolgreich zu senken. Alle Pizzerien haben sich gegenseitig so viel Konkurrenz gemacht, dass im Endeffekt, seit der Euroeinführung die Preise wieder ein akzeptables Niveau erreicht hatten. Wo bekommt man schon eine Margerita (zu essen) für einsachtzig!?Anyway, Pizza sollte es nicht sein und zum Glück hatten wir zwei Einheimische Freundinnen, die uns die Straußenkneipe empfahlen. Virginia dachte dabei an die berühmten Breisgauer Straußenfarmen und freute sich schon mächtig auf ein Straußen Steak und war sichtlich enttäuscht, als sie erfuhr, dass es sich bei den Straußenkneipen und eine Kette à la Garni handelt. Winzer der Region haben für zwei Monate eine Lizenz Essen und ihren Wein anzubieten. So gab es an diesem Abend gute Hausfrauen Kost. Ich entschloß mich Bauernwürste mit Brägele zu nehmen. Das sind Frankfurter mit Bratkartoffeln. Natürlich gingen wir nicht ehe wir den über die Grenzen bekannten Flammkuchen und einen Teller Breisgauer Tsaziki - Bibbliskäse genannt - gekostet hatten. Gerade als wir gehen wollten stellte sich heraus, dass die Mannen, die noch mit uns im Lokal waren, der Bollweiler Männergesangsverein war. Als die wiederum hörten, dass wir auf der Kleinkunstbörse seien und aus Köln kämen wollte jeder vom anderen eine kleine Kostprobe seines Könnens präsentiert haben. Das war eine Gaudi. Marion schmetterte mit Holger gekonnt acapella ein Heißwachs hin, wobei den Männern die Kinnlade auf den Tisch knallte und die Herren konterten mit einem Holden Mädelein, das den Knaben mit seinen Reizen verführte. Hätten wir morgen nicht Messebeginn gehabt, dann hätten wir noch eine dritte Flasche sebstgebrannten Obstler vernichtet.
 
 
Nach dem Frühstück im Hotel, das mit wundervoller Volksmusik untermalt war, brachten wir Thomas an den Bahnhof, um dann zu dritt unsere Reise nach Freiburg vorzusetzen. Schließlich war mein Hauptanliegen mit Duotica an der Kleinkunstbörse teilzunehmen, die am Montag beginnen sollte. Da ich mir mittlerweile Nikotinpflaster besorgt hatte ging die Fahrt nach Freiburg wesentlich zügiger und wir genossen die herrliche Landschaft, die mich doch sehr an meine Jugend erinnerte, als ich noch mit Schwänli und Berli über die Wiesen sprang.

In Freiburg wartete bereits Virginia auf dem Campingplatz mit dem Wohnwagen auf uns. Marion beabsichtigte mit ihr dort zu wohnen, während Holger und ich in ein Hotel einchecken wollten. Ha, weit gefehlt. In einem Anflug geistiger Umnachtung stimmte ich zu einen freien Wohnwagen stattdessen anzumieten, um gemeinsame Unternehmungen zu erleichtern und abends kürzere Wege zu haben, wenn wir hacke dicht vom feiern heim wollten. Na ja, das Wetter verspricht ja gut zu bleiben und so könnte das ja eine ganz lustige Angelegenheit werden. Schließlich lege ich ja auf Luxus keinen großen Wert.
 
 
Heute ging meine gemeinsame Tour mit Duotica durch Süddeutschland los. Da wir mit einem Twingo zu viert unterwegs waren musste ich mich auf’s Nötigste reduzieren. Also packte ich nur meine bequemen fünfzehner Plexipums und zehn kombinierbare Ensembles ein. Wider Erwarten war die Fahrt bequemer, als erwartet. Das einzige handicap war, dass alle MitfahrerInnen Nichtraucher waren und so mussten wir halt alle dreißig Minuten anhalten. Hinzu kam die blasenschwache Fahrerin, so dass wir nach heiteren acht Stunden endlich in Donaueschingen waren. (Den kleinen Umweg über Würzburg lasse ich mal lieber unerwähnt. Genau genommen sind wir ja nur fünfzig Kilometer in die falsche Richtung auf der A81 gefahren. Dank meiner Gott gegebenen Orientierung und Melanie’s rascher Hilfe via Handy bemerkten wir unseren kleinen Fehler ja früh genug.) Die Veranstalter waren auch sichtlich erleichtert, als wir mit Sack und Pack zwei Stunden vor dem Auftritt endlich eintrafen. Das gab ihnen immerhin noch genug Zeit ihre üppige Beleuchtung von vier Strahlern einzurichten und die Barhocker aus der Pizzeria von gegenüber zu organisieren. Die Saeco Kaffeemaschine im Lehrerzimmer stimmt uns dann wieder etwas gnädiger, da wir uns in selbigem umziehen durften. Thomas versuchte verzweifelt sein Sakko derweil auf dem Fotokopierer zu glätten, den er fälschlicherweise für einen Bügelautomaten hielt und griff dann doch auf das putzige Reisebügeleisen, das ich in meiner Handtasche für Notfälle fast immer mitführe, zurück. Anyway, alles in allem war es ein sehr schöner Auftritt und die Organisatoren waren wirklich sehr nett und hilfsbereit.

Nach dem Auftritt gingen wir noch auf einen Happen in eine Pizzeria, die uns empfohlen wurde. Mit uns kam eine junge Frau, die sich als großer Fan von Thomas und seiner Virtuosität auf dem Piano entpuppte. Als wir das Lokal betraten wurden die Drei mit tosendem Applaus empfangen. Leider ging es nicht mit der gleichen Wertschätzung weiter. Der Kellner nahm uns erst einmal gar nicht wahr, dann brachte er uns eine fiese, abgestandene Plörre, die er uns als Prosecco verkaufen wollte. Als wir uns beschwerten dauerte es weiter fünfzehn Minuten, bis er uns frischen, kalten Prosecco widerwillig brachte. Nachdem wir gerade den Hauptgang auf dem Tisch stehen hatten brachte er endlich die Vorspeise, die ich dann dankend zurückgehen ließ. Als Belohnung zahlten Marion und ich mit unseren VISA Gold Cards auf den Cent genau. Der Blick des Kellners gab uns eine gewisse Genugtuung und die Hoffnung, dass er das nächste mal nicht von der Kleidung auf die Liquidität seiner Gäste schließen sollte!

 
 
Nach zwei Wochen durfte ich mal wieder arbeiten gehen. Was für eine Freude! Prinzipiell finde ich der Job ja gut, vor allem seit ich nicht mehr mit Frieda zusammen arbeiten muss. Aber heute wurde mir die Stimmung doch verhagelt. Ich erfuhr, dass ich ab Juli in der verbotenen Stadt arbeiten werde. Jetzt steht die Sache also fest. Mein Trostpflaster für den Tag war ein blind date mit einer Internetbekanntschaft mit der ich seit zwei Wochen maile. Heute war es endlich soweit, dass ich ihn kennen lernen sollte. Ich war aufgeregt wie Hulle. Wir trafen uns in einer Pianobar, ich trug ein dezentes schwarzes Abendkleid und er erschien in einem antrazit farbenen Anzug (80 % Kashmere 20% Baumwolle aus der Herbst-/Winterkollektion von Moschino)! Optisch harmonierten wir direkt hervorragend und auch der weitere Abend war sehr erquickend. Wir scheinen auf der selben Wellenlänge zu kommunizieren und ich bin gespannt wie sich das weiterentwickelt.
 
 
Toll, kaum wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, da durfte ich meine Koffer packen und abreisen. Schließlich wollte ich zu Mieke's Moderation zurück sein. Der Kulturschock war seit langem mal wieder richtig stressig. Nicht wegen der Stimmung oder so, im Gegenteil, die war backstage klasse. Nein, ich hatte fünf Nummern - wenn ich das mal über mein Sexualleben sagen könnte - mit diversen Solos, Duetten und Trios und am meisten Spaß hatte ich mit Mr.Sandman zusammen mit Heppi und Mel. Ich musste auf flachen Pumps tanzen und das mit einer Choreographie! Ich bin dermaßen über die Bühne gestolpert! Aber schön war's!
 
 
Am Montag ging es nach einem ausführlichen Brunch an den Strand. Ich wollte endlich mal wie Pamela Anderson mit einem Jet Ski fahren. Anfänglich hatte ich ja etwas Respekt vor diesem Ding. Aber nachdem ich die ersten Minuten sicher hinter mich gebracht hatte wurde ich etwas mutiger und legte so richtig los. Das macht echt totalen Spaß so mit fünfzig Sachen über das Wasser zu fegen! Nach zwei Stunden hatte ich aber dann doch genug und legte mich an den Strand, um dem Sonnenbad zu frönen. Plötzlich wurde ich bei meinem Nickerchen gestört, als mir eine Frisbee Scheibe an den Kopf flog und so ein Tölpel über mich stolpert. Ich wollte ihn gerade zur Schnecke machen, als ich ihn erkannte. Stand da doch in voller Größe Tom Cruise vor mir und entschuldigte sich höflichst bei mir. Er hätte die Frisbee Scheibe fangen wollen, die sein Neffe zu weit geworfen hätte... Ich folgte seinen Ausschweifungen nicht weiter, war ich doch viel zu fasziniert von seiner Ausstrahlung und seinen blauen Augen (oder waren sie grün?). Meine Aufmerksamkeit setzte erst wieder ein, als er mich zum Abendessen einlud, um sich für den Zwischenfall zu entschuldigen. Da sagte ich doch nicht nein! Wir verabredeten uns für zwanzig Uhr, bevor er sich verabschiedete und ging.

Minuten später war ich in meinem Hotel zurück und orderte erstmal das komplette Programm: Maniküre, Pediküre und Friseur. Schließlich wollte ich umwerfender denn je aussehen. Zum Glück hatte ich meinen Notfallkoffer dabei, in dem ich für jede Gelegenheit das passende Outfit habe. Egal ob Skifahren in Aspen, Rafting in Colorado, Hiking in den Rockymountains oder Essengehen im Abendkleid à la Audrey Hepburn ich hab was dabei. Als Single muss ich eben für jede Eventualität gewappnet sein.

Punkt Acht stand Tom mit seiner Limo vor meinem Hotel. Obwohl ich schon seit fünf Minuten fertig war ließ ich ihn weitere fünf warten. Ich wollte schließlich nicht verzweifelt wirken!

Wir fuhren zu einem kleinen verträumten Restaurant am Golf das Tom für diesen Abend reserviert hatte, nicht nur einen Tisch, nein, das ganze Restaurant. Bei Kerzenschein und Candellight Musik gestand er mir, dass unser Treffen kein Zufall gewesen sei. Als er mich dort am Strand liegen sah habe er den Jungen bezahlt die Frisbee zu werfen...
Und wieder konnte ich Tom nicht folgen, diesmal waren es allerdings nicht seine Augen, die mich davon abhielten, in Gedanken malte ich mir schon unsere Hochzeit aus, mit Brabra und Bette als meine Brautjungfern und Brad Pit als Toms „best man“. Anyway, seine Worte drangen nicht an mich heran. Ich war völlig gebannt. Mir schwirrten die Sinne. Einzelne Wortfetzen wie Penelope, Probleme, kein Verständnis, Trennung, groß, blond, Beine, wertvoll, intelligent, attraktiv und unbedingt wieder sehen schnappte ich auf und erst als ich wieder am Hotel ankam wurde mir bewusst was da geschehen war.

Ich wollte gerade in die Hotelbar gehen, um den Tag Revue passieren zu lassen, als mich der Hotelchef von der Lobby aus rief. Als ich näher kam wunderte ich mich, dass er einen weißen Kittel und ein Stethoskop trug.

Dann kam ich langsam zu Sinnen und mein Schleier, der gerade noch aus weißem Chiffon zu sein schien, lüftete sich. Ich lag auf einer Station im County Hospital. Wie mir Dr. Greg Memorial erklärte, hatte mich eine Radkappe, die sich von einem vorbeifahrenden Wagen gelöst hatte, am Kopf getroffen und ich seit Tagen im Koma lag! Er meinte auch ich müsse noch einen Tag zur Nachuntersuchung im Krankenhaus bleiben ehe er mich entlassen könne.

Super, da will ich mal eine Woche in der Sonne ausspannen und was mache ich, ich liege die ganze Zeit im Bett, von reichen Singleärzten umgeben und habe nicht mal was davon.

 
 
Endlich ist meine Erkältung abgeklungen. Gerade rechtzeitig, um zum Brunch von Duotica zu gehen. Das wollte ich um keinen Preis verpassen, schließlich gab es ein Who is who der Kleinkunst. Ob Nessi Tausendschön oder Herr Brüske, you name it und er oder sie wird dabei sein. Da durfte ich ja nicht fehlen! Da das Wetter so schön war hielt ich mich die ganze Zeit im Biergarten auf – und das obwohl ich eigentlich Bier kaum mag. Trotzdem fühlte ich mich wohl, das liegt wohl an den Genen, als Bayerin ist das wahrscheinlich so was wie ein Geburtsfehler!

Ich musste mich aber schon recht früh wieder verabschieden, weil um drei mein Flieger nach Tampa ging. Nach einer Woche im Bett rumliegen, was ja prinzipiell nicht schlecht ist, wenn der richtige Mann das Bett mit mir teilt, muss ich endlich wieder mal raus und da es zwar sonnig, aber eben noch kalt ist liegt auf der Hand, dass Florida das einzige Ziel sein kann.

Das check in und boarding war soweit problemlos. Aufgrund der Situation im Irak war der Flieger nicht sehr voll. Zum Glück bin ich eine grenzenlose Optimistin und davon überzeugt, dass es egal ist wo ich mich aufhalte, wenn das Schicksal mich ereilen will. Also, warum dann nicht da wo es warm ist! – Der Flug war ruhig und der Service, wie schon im Dezember, hervorragend. In Tampa angekommen nahm ich mir einen Mietwagen, um nach Sarasota zu fahren. Ich hatte Jill und Tony schon lange nicht mehr gesehen und das hatte ich vor zu ändern. Zu meiner Überraschung leben die beiden aber gar nicht mehr hier. Na dank meiner Kreditkarte stellte mich das vor kein größeres Problem und ich buchte mich in Hyatt ein. Nach neun Stunden rumreisen gönnte ich mir erst einmal eine Massage und ein leckeres Abendessen bevor ich mich schlafen legte – irgendwie scheint die Erkältung doch noch bisschen in mir zu stecken!
 
 
Heute war ich in René Gligées Soloprogramm im Wohnzimmertheater und war super überrascht was diese Tunte alles zu Wege bringt! Das hätte ich dieser Schwuppe echt nicht zugetraut. Da schleicht er plötzlich als sein eigener Vater über die Bühne, dass es einen grausen könnte welche fiese Zukunft ihn erwartet hätte, wenn er nicht die Gnade der schwulen Geburt gehabt hätte. Und auch die übrigen Charaktere, die er imitierte waren echt überzeugend. Was ich ein wenig frech fand war auf dem Makel einer Zuschauerin herumzutrampeln. Was kann denn diese Frau Winnes dafür, dass sie so eine schäbbige Dauerwelle hat. Da ist frau doch völlig dem Geschick ihres Frisörs ausgeliefert. Aber ansonsten war es wirklich ein gelungener Abend, der mich mal für kurze Zeit meine Bronchitis vergessen ließ!
 
 
Bo, diese Erkältung macht mich echt fertig. Ich fühle mich wie Nicole Kidman in Moulin Rouge. Mir fehlt nur der Lover, der sich nach mir verzehrt. Ich hänge den ganzen Tag auf'm Sofa rum und schau mir blöde Talk Shows an. Da habe ich eine Woche Freizeit und vor lauter Erkältung habe ich zu nix Lust! Ich habe Imelda erst mal losgeschickt mir Videos auszuleihen. Das Fernsehen bietet einem ja wirklich nicht vernünftiges. Lauter Liebesfilme, wie öde. Ich ließ mir ersma ein paar gescheite Horror- und Actionfilme bringen, da geht wenigstens was ab!
 
 
Ich fasse es nicht, entsprechend der Unkerufe meines Kollegen vom Freitag bin ich tatsächlich krank! Jetzt sitze ich mit all diesen Kassenpatienten in einen Wartezimmer, um mich krankschreiben zu lassen. Ich bin das nicht gewohnt mit Economy people zusammen zu sitzen. Warum gibt es bei Ärzten keine VIP Lounge?! Das schlimmste daran ist, dass nicht mal ein gutaussehender Bauarbeiter dazwischen sitzt, der zwar einen Werkzeuggürtel trägt, aber nicht weiß wie man es schreibt! Na, wenigstens habe ich den IPAQ dabei, so kann ich den vergangenen Monat Revue passieren lassen.
 
 
Dieses unerwartete Tete à Tete von gestern hat mich doch mehr geschafft, als erwartet. Daher nahm ich mir heute vom Kulturschock mal frei!
 
 
Heute hatte ich ein blind date mit einer Chat Bekanntschaft. Der gute Mann - wenn ich einen acht Jahre Jüngeren so bezeichnen darf - hielt alles, was sein Profil hergab. Meine Größe, sportliche Figur, blond und blauäugig und das Beste OBERFLÄCHLICH und nur an Sex interessiert. Na da ließ ich mich doch nicht zweimal bitten und nahm ihn mit nach hause. Imelda hat vielleicht doof gekuckt, als ich mit einem (fremden) Mann ankam. An die Eskapaden mit dem Gärtner hatte sie sich ja bereits gewöhnt. Na egal, ich hatte auf alle Fälle vier herrliche Stunden in den muskulösen Armen eines mir quasi Unbekannten. Mal sehen, wann ich mir den mal wieder gönne!
 
 
Heute gab's die Vorentscheidung für den diesjährigen, deutschen Grand Prix Beitrag in Lättaland. Mein Gott War das armselig. "Der Junge mit der Gitarre" hätte sich auch "Der mit der Zahnlücke, der auf Nicole macht" nennen können, aber das hätte ihm auch nicht geholfen. So wie diesem Eisgarten, da waren ja die gregorianischen Chöre peppiger gewesen. Oder diese fünf Mädels, mir pfeifen jetzt noch die Ohren. Eine Karriere als Sirenen aus den Odysseus Sagen wäre denen eher auf den Leib geschrieben - obwohl deren Stimmen ja für das menschliche Ohr lieblich geklungen haben sollen. Na, da war Lou doch echt das Beste, wenn auch der Background den Begriff Singen, nur vom Hören-Sagen her zu kennen schien. Hoffentlich ändert sich das noch bis zum Grand Prix!
 
 
Super, jetzt fahre ich seit dreizehn Jahren unfallfrei und dann muss mir so ein Mist passieren. Rutscht mir doch der Roller beim Einparken aus der Hand und mit dem Griff in den daneben stehen Metallikroller! Eigentlich wollte ich ja stiften gehen, dann kam wieder mein Gewissen zum Vorschein. Es ist ein Fluch, ich bin einfach zu gut.
 
 
Heute war Putzen angesagt. Den ganzen Tag brummte dieses Ding, das so einen langen Schlauch hat, nicht bläst und mit Strom funktioniert. Ich hasse es! Als Ramon um elf immer noch nicht fertig war entschloss ich mich doch noch zur Nubbelverbrennung ins Gezeiten zu gehen. Da ich ja morgen wieder ins Büro wollte hielt ich mich diesmal ein bisschen zurück. Also nur drei Schuss, kurz den Nubbel zum Teufel jagen, Aschekreuz abholen - schließlich war er ja daran schuld, dass ich in aller Munde war und dann zurück nach hause.
 
 
Nachdem ich zu nachtschlafender Zeit durch zwei Anrufe um elf Uhr geweckt wurde rief mich eine innere Stimme unter die Dusche und zu meinen Nachbarn im 1.Stock, die mich am Vortag zum Frühstück eingeladen hatten, um anschließend gemeinsam auf den Rosenmontagszug zu gehen. Um zwölf Uhr hatte ich bereits ein Kölsch, einen Feigling, einen Jägermeister und von Lou Lou L'Amour einen Apfelsaft mit Amaretto im Bauch, somit war mein Tag gesichert. Wie er verlief weiß ich nicht mehr wirklich, aber wie ich aus zuverlässiger Quelle hörte war ich eine vollkommene Dame (oder sagte Mel verkommene?).
 
 
Eigentlich wollte ich heute auf einen Schull- und Veedelszoch, aber ohne Kreislauf traute ich mich dann doch nicht aus dem Haus. Ich konzentrierte mich dann lieber auf die Show heute Abend. Ammelie hatte sich ja mächtig ins Zeug gelegt und einige Größen des Kölschen Karnevals ins Haus geholt. Und da sie im Vorfeld wie jeck Werbung gemacht hatte war heute ein Andrang an der Kasse wie ich ihn sonst eigentlich nur von Shows mit Wanda kannte. Um halb neun mussten wir zum Verdruss einiger Gäste bereits die Kasse schließen, weil der Schock ausverkauft war. Und Ammelie hatte nicht zuviel versprochen. Wir hatten eine Stimmung wie in der "Lachenden Kölnarena" und die Polonäse war viel lustiger! Was ich schade fand war, dass nach der Show kaum Gäste geblieben waren, mit denen man hätte im Haus noch feiern können.
 
 
Nachdem ich aus dem Koma der letzten Nacht erwachte machte ich mich mit dem Mann neben mir bekannt und bat ihn um einen Kaffee und eine Zigarette. Ohne Frühstück bin ich einfach zu keiner Konversation fähig. Als ich wieder so was wie einen Puls hatte fragte ich ihn noch wie ich wieder in die Innenstadt käme und machte mich auf den Weg. (Warum hätte ich mich für seinen Namen oder dergleichen interessieren sollen, ich sehe ihn doch eh nie wieder und falls doch ignorieren wir uns doch eh! Außerdem war er ja eh nicht so toll - oder doch?! - Who cares?)

Heute Abend war ein Ball angesagt und das bedarf einer langen Vorbereitung, weil ich heute als Mann mich unters Volk mischen wollte. Ich hatte mir eine Uniform gekauft und jetzt hing es nur noch daran die Titten und die Haare zu cachieren. Dank der Uniformmütze ließ sich das Problem Haare recht einfach lösen. Doch beim Busen musste ich schon festere Bandagen anlegen - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kam mir vor wie eine katholische Yentl. Aber das Ergebnis dufte sich sehen lassen. Eigentlich hat mich niemand auf Anhieb erkannt. Das war zwar soweit ein Erfolg, aber folglich hatte ich natürlich keinen Mann abbekommen!