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| 31.03.2003 |
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Da wir bereits gestern den Messestand aufbauen
konnten, genossen wir heute den freien Tag und gingen durch’s
Städle. Ich war ja letztes Jahr schon mal hier und wusste
wie schön Freiburg ist, wenn auch trostlos und daran hat
sich in beiden Fällen nichts geändert. Als erstes
gönnten wir uns einen Latté am Marktplatz und als
es ans Zahlen ging waren wir doch leicht schockiert wie teuer
es heutzutage ist ein wenig Genuß zu haben. Zahlten wir
doch allen Ernstes zwanzig Euro für drei Milchkaffee und
zwei Stück Kuchen. Zum Glück wurden wir stutzig, weil
als wir nachfragten die Schnepfe von Servicekraft doch zugab
sich verrechnet zu haben, um lächerliche sechs Euro. Die
dachte wohl dumme Touris vor sich zu haben, aber dafür
muss sie echt früher aufstehen und vor allem sich eine
bessere Frisur zulegen!
Davon ließen wir uns unsere Stimmung aber nicht verhageln.
Wir trollten weiter durch die Stadt und genossen ägyptische
Yufkas. Die erinnerten mich an meine Zeit in Luxor. Da wußte
man noch wie man eine Frau zu behandeln hat. Okay, es war vielleicht
nicht nötig alle Angestellten mit zu beerdigen, wenn der
Chef starb, aber der Luxus, in dem ich lebte war echt genial.
Anyway, frisch gestärkt bummelten wir den Rest des Nachmittags
durch Freiburg und genossen die Sonne.
Zurück am Campingplatz hieß es dann erstmal die Errungenschaften
vorzuführen und dummerweise auch den Schmutz von zwei Tagen
zu beseitigen. Ich hätte doch Immelda mitnehmen sollen,
wozu habe ich schließlich eine Köchin aka Putze.
Na ja, zu fünft ging es ja recht schnell und so konnten
wir Pläne für den Abend machen.
Nachdem wir uns die letzten zwei Abende im Laubfrosch verköstigt
haben wollten wir heute mal was anderes ausprobieren. Der Laubfrosch
ist ein billiger Italiener. Na billig ist er erst seit dem großen
Pizzerienkrieg. Der war zwar nicht so groß wie der große
Heringskrieg in Norwegen, aber groß genug, um die Preise
erfolgreich zu senken. Alle Pizzerien haben sich gegenseitig
so viel Konkurrenz gemacht, dass im Endeffekt, seit der Euroeinführung
die Preise wieder ein akzeptables Niveau erreicht hatten. Wo
bekommt man schon eine Margerita (zu essen) für einsachtzig!?Anyway,
Pizza sollte es nicht sein und zum Glück hatten wir zwei
Einheimische Freundinnen, die uns die Straußenkneipe empfahlen.
Virginia dachte dabei an die berühmten Breisgauer Straußenfarmen
und freute sich schon mächtig auf ein Straußen Steak
und war sichtlich enttäuscht, als sie erfuhr, dass es sich
bei den Straußenkneipen und eine Kette à la Garni
handelt. Winzer der Region haben für zwei Monate eine Lizenz
Essen und ihren Wein anzubieten. So gab es an diesem Abend gute
Hausfrauen Kost. Ich entschloß mich Bauernwürste
mit Brägele zu nehmen. Das sind Frankfurter mit Bratkartoffeln.
Natürlich gingen wir nicht ehe wir den über die Grenzen
bekannten Flammkuchen und einen Teller Breisgauer Tsaziki -
Bibbliskäse genannt - gekostet hatten. Gerade als wir gehen
wollten stellte sich heraus, dass die Mannen, die noch mit uns
im Lokal waren, der Bollweiler Männergesangsverein war.
Als die wiederum hörten, dass wir auf der Kleinkunstbörse
seien und aus Köln kämen wollte jeder vom anderen
eine kleine Kostprobe seines Könnens präsentiert haben.
Das war eine Gaudi. Marion schmetterte mit Holger gekonnt acapella
ein Heißwachs hin, wobei den Männern die Kinnlade
auf den Tisch knallte und die Herren konterten mit einem Holden
Mädelein, das den Knaben mit seinen Reizen verführte.
Hätten wir morgen nicht Messebeginn gehabt, dann hätten
wir noch eine dritte Flasche sebstgebrannten Obstler vernichtet. |
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| 29.03.2003 |
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Nach dem Frühstück im Hotel, das mit
wundervoller Volksmusik untermalt war, brachten wir Thomas an
den Bahnhof, um dann zu dritt unsere Reise nach Freiburg vorzusetzen.
Schließlich war mein Hauptanliegen mit Duotica an der
Kleinkunstbörse teilzunehmen, die am Montag beginnen sollte.
Da ich mir mittlerweile Nikotinpflaster besorgt hatte ging die
Fahrt nach Freiburg wesentlich zügiger und wir genossen
die herrliche Landschaft, die mich doch sehr an meine Jugend
erinnerte, als ich noch mit Schwänli und Berli über
die Wiesen sprang.
In Freiburg wartete bereits Virginia auf dem Campingplatz mit
dem Wohnwagen auf uns. Marion beabsichtigte mit ihr dort zu
wohnen, während Holger und ich in ein Hotel einchecken
wollten. Ha, weit gefehlt. In einem Anflug geistiger Umnachtung
stimmte ich zu einen freien Wohnwagen stattdessen anzumieten,
um gemeinsame Unternehmungen zu erleichtern und abends kürzere
Wege zu haben, wenn wir hacke dicht vom feiern heim wollten.
Na ja, das Wetter verspricht ja gut zu bleiben und so könnte
das ja eine ganz lustige Angelegenheit werden. Schließlich
lege ich ja auf Luxus keinen großen Wert. |
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| 28.03.2003 |
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| Heute ging meine gemeinsame Tour mit Duotica
durch Süddeutschland los. Da wir mit einem Twingo zu viert
unterwegs waren musste ich mich auf’s Nötigste reduzieren.
Also packte ich nur meine bequemen fünfzehner Plexipums
und zehn kombinierbare Ensembles ein. Wider Erwarten war die
Fahrt bequemer, als erwartet. Das einzige handicap war, dass
alle MitfahrerInnen Nichtraucher waren und so mussten wir halt
alle dreißig Minuten anhalten. Hinzu kam die blasenschwache
Fahrerin, so dass wir nach heiteren acht Stunden endlich in
Donaueschingen waren. (Den kleinen Umweg über Würzburg
lasse ich mal lieber unerwähnt. Genau genommen sind wir
ja nur fünfzig Kilometer in die falsche Richtung auf der
A81 gefahren. Dank meiner Gott gegebenen Orientierung und Melanie’s
rascher Hilfe via Handy bemerkten wir unseren kleinen Fehler
ja früh genug.) Die Veranstalter waren auch sichtlich erleichtert,
als wir mit Sack und Pack zwei Stunden vor dem Auftritt endlich
eintrafen. Das gab ihnen immerhin noch genug Zeit ihre üppige
Beleuchtung von vier Strahlern einzurichten und die Barhocker
aus der Pizzeria von gegenüber zu organisieren. Die Saeco
Kaffeemaschine im Lehrerzimmer stimmt uns dann wieder etwas
gnädiger, da wir uns in selbigem umziehen durften. Thomas
versuchte verzweifelt sein Sakko derweil auf dem Fotokopierer
zu glätten, den er fälschlicherweise für einen
Bügelautomaten hielt und griff dann doch auf das putzige
Reisebügeleisen, das ich in meiner Handtasche für
Notfälle fast immer mitführe, zurück. Anyway,
alles in allem war es ein sehr schöner Auftritt und die
Organisatoren waren wirklich sehr nett und hilfsbereit. Nach
dem Auftritt gingen wir noch auf einen Happen in eine Pizzeria,
die uns empfohlen wurde. Mit uns kam eine junge Frau, die
sich als großer Fan von Thomas und seiner Virtuosität
auf dem Piano entpuppte. Als wir das Lokal betraten wurden
die Drei mit tosendem Applaus empfangen. Leider ging es nicht
mit der gleichen Wertschätzung weiter. Der Kellner nahm
uns erst einmal gar nicht wahr, dann brachte er uns eine fiese,
abgestandene Plörre, die er uns als Prosecco verkaufen
wollte. Als wir uns beschwerten dauerte es weiter fünfzehn
Minuten, bis er uns frischen, kalten Prosecco widerwillig
brachte. Nachdem wir gerade den Hauptgang auf dem Tisch stehen
hatten brachte er endlich die Vorspeise, die ich dann dankend
zurückgehen ließ. Als Belohnung zahlten Marion
und ich mit unseren VISA Gold Cards auf den Cent genau. Der
Blick des Kellners gab uns eine gewisse Genugtuung und die
Hoffnung, dass er das nächste mal nicht von der Kleidung
auf die Liquidität seiner Gäste schließen
sollte! |
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| 24.03.2003 |
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| Nach zwei Wochen durfte ich mal wieder arbeiten
gehen. Was für eine Freude! Prinzipiell finde ich der Job
ja gut, vor allem seit ich nicht mehr mit Frieda zusammen arbeiten
muss. Aber heute wurde mir die Stimmung doch verhagelt. Ich
erfuhr, dass ich ab Juli in der verbotenen Stadt arbeiten werde.
Jetzt steht die Sache also fest. Mein Trostpflaster für
den Tag war ein blind date mit einer Internetbekanntschaft mit
der ich seit zwei Wochen maile. Heute war es endlich soweit,
dass ich ihn kennen lernen sollte. Ich war aufgeregt wie Hulle.
Wir trafen uns in einer Pianobar, ich trug ein dezentes schwarzes
Abendkleid und er erschien in einem antrazit farbenen Anzug
(80 % Kashmere 20% Baumwolle aus der Herbst-/Winterkollektion
von Moschino)! Optisch harmonierten wir direkt hervorragend
und auch der weitere Abend war sehr erquickend. Wir scheinen
auf der selben Wellenlänge zu kommunizieren und ich bin
gespannt wie sich das weiterentwickelt. |
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| 23.03.2003 |
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| Toll, kaum wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen,
da durfte ich meine Koffer packen und abreisen. Schließlich
wollte ich zu Mieke's Moderation zurück sein. Der Kulturschock
war seit langem mal wieder richtig stressig. Nicht wegen der
Stimmung oder so, im Gegenteil, die war backstage klasse. Nein,
ich hatte fünf Nummern - wenn ich das mal über mein
Sexualleben sagen könnte - mit diversen Solos, Duetten
und Trios und am meisten Spaß hatte ich mit Mr.Sandman
zusammen mit Heppi und Mel. Ich musste auf flachen Pumps tanzen
und das mit einer Choreographie! Ich bin dermaßen über
die Bühne gestolpert! Aber schön war's! |
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| 21.03.2003 |
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| Am Montag ging es nach einem ausführlichen
Brunch an den Strand. Ich wollte endlich mal wie Pamela Anderson
mit einem Jet Ski fahren. Anfänglich hatte ich ja etwas
Respekt vor diesem Ding. Aber nachdem ich die ersten Minuten
sicher hinter mich gebracht hatte wurde ich etwas mutiger und
legte so richtig los. Das macht echt totalen Spaß so mit
fünfzig Sachen über das Wasser zu fegen! Nach zwei
Stunden hatte ich aber dann doch genug und legte mich an den
Strand, um dem Sonnenbad zu frönen. Plötzlich wurde
ich bei meinem Nickerchen gestört, als mir eine Frisbee
Scheibe an den Kopf flog und so ein Tölpel über mich
stolpert. Ich wollte ihn gerade zur Schnecke machen, als ich
ihn erkannte. Stand da doch in voller Größe Tom Cruise
vor mir und entschuldigte sich höflichst bei mir. Er hätte
die Frisbee Scheibe fangen wollen, die sein Neffe zu weit geworfen
hätte... Ich folgte seinen Ausschweifungen nicht weiter,
war ich doch viel zu fasziniert von seiner Ausstrahlung und
seinen blauen Augen (oder waren sie grün?). Meine Aufmerksamkeit
setzte erst wieder ein, als er mich zum Abendessen einlud, um
sich für den Zwischenfall zu entschuldigen. Da sagte ich
doch nicht nein! Wir verabredeten uns für zwanzig Uhr,
bevor er sich verabschiedete und ging.
Minuten später war ich in meinem Hotel zurück und
orderte erstmal das komplette Programm: Maniküre, Pediküre
und Friseur. Schließlich wollte ich umwerfender denn
je aussehen. Zum Glück hatte ich meinen Notfallkoffer
dabei, in dem ich für jede Gelegenheit das passende Outfit
habe. Egal ob Skifahren in Aspen, Rafting in Colorado, Hiking
in den Rockymountains oder Essengehen im Abendkleid à
la Audrey Hepburn ich hab was dabei. Als Single muss ich eben
für jede Eventualität gewappnet sein.
Punkt Acht stand Tom mit seiner Limo vor meinem Hotel. Obwohl
ich schon seit fünf Minuten fertig war ließ ich
ihn weitere fünf warten. Ich wollte schließlich
nicht verzweifelt wirken!
Wir fuhren zu einem kleinen verträumten Restaurant am
Golf das Tom für diesen Abend reserviert hatte, nicht
nur einen Tisch, nein, das ganze Restaurant. Bei Kerzenschein
und Candellight Musik gestand er mir, dass unser Treffen kein
Zufall gewesen sei. Als er mich dort am Strand liegen sah
habe er den Jungen bezahlt die Frisbee zu werfen...
Und wieder konnte ich Tom nicht folgen, diesmal waren es allerdings
nicht seine Augen, die mich davon abhielten, in Gedanken malte
ich mir schon unsere Hochzeit aus, mit Brabra und Bette als
meine Brautjungfern und Brad Pit als Toms „best man“.
Anyway, seine Worte drangen nicht an mich heran. Ich war völlig
gebannt. Mir schwirrten die Sinne. Einzelne Wortfetzen wie
Penelope, Probleme, kein Verständnis, Trennung, groß,
blond, Beine, wertvoll, intelligent, attraktiv und unbedingt
wieder sehen schnappte ich auf und erst als ich wieder am
Hotel ankam wurde mir bewusst was da geschehen war.
Ich wollte gerade in die Hotelbar gehen, um den Tag Revue
passieren zu lassen, als mich der Hotelchef von der Lobby
aus rief. Als ich näher kam wunderte ich mich, dass er
einen weißen Kittel und ein Stethoskop trug.
Dann kam ich langsam zu Sinnen und mein Schleier, der gerade
noch aus weißem Chiffon zu sein schien, lüftete
sich. Ich lag auf einer Station im County Hospital. Wie mir
Dr. Greg Memorial erklärte, hatte mich eine Radkappe,
die sich von einem vorbeifahrenden Wagen gelöst hatte,
am Kopf getroffen und ich seit Tagen im Koma lag! Er meinte
auch ich müsse noch einen Tag zur Nachuntersuchung im
Krankenhaus bleiben ehe er mich entlassen könne.
Super, da will ich mal eine Woche in der Sonne ausspannen
und was mache ich, ich liege die ganze Zeit im Bett, von reichen
Singleärzten umgeben und habe nicht mal was davon. |
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| 16.03.2003 |
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Endlich ist meine Erkältung abgeklungen.
Gerade rechtzeitig, um zum Brunch von Duotica zu gehen. Das
wollte ich um keinen Preis verpassen, schließlich gab
es ein Who is who der Kleinkunst. Ob Nessi Tausendschön
oder Herr Brüske, you name it und er oder sie wird dabei
sein. Da durfte ich ja nicht fehlen! Da das Wetter so schön
war hielt ich mich die ganze Zeit im Biergarten auf –
und das obwohl ich eigentlich Bier kaum mag. Trotzdem fühlte
ich mich wohl, das liegt wohl an den Genen, als Bayerin ist
das wahrscheinlich so was wie ein Geburtsfehler!
Ich musste mich aber schon recht früh wieder verabschieden,
weil um drei mein Flieger nach Tampa ging. Nach einer Woche
im Bett rumliegen, was ja prinzipiell nicht schlecht ist, wenn
der richtige Mann das Bett mit mir teilt, muss ich endlich wieder
mal raus und da es zwar sonnig, aber eben noch kalt ist liegt
auf der Hand, dass Florida das einzige Ziel sein kann.
Das check in und boarding war soweit problemlos. Aufgrund der
Situation im Irak war der Flieger nicht sehr voll. Zum Glück
bin ich eine grenzenlose Optimistin und davon überzeugt,
dass es egal ist wo ich mich aufhalte, wenn das Schicksal mich
ereilen will. Also, warum dann nicht da wo es warm ist! –
Der Flug war ruhig und der Service, wie schon im Dezember, hervorragend.
In Tampa angekommen nahm ich mir einen Mietwagen, um nach Sarasota
zu fahren. Ich hatte Jill und Tony schon lange nicht mehr gesehen
und das hatte ich vor zu ändern. Zu meiner Überraschung
leben die beiden aber gar nicht mehr hier. Na dank meiner Kreditkarte
stellte mich das vor kein größeres Problem und ich
buchte mich in Hyatt ein. Nach neun Stunden rumreisen gönnte
ich mir erst einmal eine Massage und ein leckeres Abendessen
bevor ich mich schlafen legte – irgendwie scheint die
Erkältung doch noch bisschen in mir zu stecken! |
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| 13.03.2003 |
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| Heute war ich in René Gligées Soloprogramm
im Wohnzimmertheater und war super überrascht was diese
Tunte alles zu Wege bringt! Das hätte ich dieser Schwuppe
echt nicht zugetraut. Da schleicht er plötzlich als sein
eigener Vater über die Bühne, dass es einen grausen
könnte welche fiese Zukunft ihn erwartet hätte, wenn
er nicht die Gnade der schwulen Geburt gehabt hätte. Und
auch die übrigen Charaktere, die er imitierte waren echt
überzeugend. Was ich ein wenig frech fand war auf dem Makel
einer Zuschauerin herumzutrampeln. Was kann denn diese Frau
Winnes dafür, dass sie so eine schäbbige Dauerwelle
hat. Da ist frau doch völlig dem Geschick ihres Frisörs
ausgeliefert. Aber ansonsten war es wirklich ein gelungener
Abend, der mich mal für kurze Zeit meine Bronchitis vergessen
ließ! |
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| 12.03.2003 |
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| Bo, diese Erkältung macht mich echt fertig.
Ich fühle mich wie Nicole Kidman in Moulin Rouge. Mir fehlt
nur der Lover, der sich nach mir verzehrt. Ich hänge den
ganzen Tag auf'm Sofa rum und schau mir blöde Talk Shows
an. Da habe ich eine Woche Freizeit und vor lauter Erkältung
habe ich zu nix Lust! Ich habe Imelda erst mal losgeschickt
mir Videos auszuleihen. Das Fernsehen bietet einem ja wirklich
nicht vernünftiges. Lauter Liebesfilme, wie öde. Ich
ließ mir ersma ein paar gescheite Horror- und Actionfilme
bringen, da geht wenigstens was ab! |
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| 10.03.2003 |
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| Ich fasse es nicht, entsprechend der Unkerufe
meines Kollegen vom Freitag bin ich tatsächlich krank!
Jetzt sitze ich mit all diesen Kassenpatienten in einen Wartezimmer,
um mich krankschreiben zu lassen. Ich bin das nicht gewohnt
mit Economy people zusammen zu sitzen. Warum gibt es bei Ärzten
keine VIP Lounge?! Das schlimmste daran ist, dass nicht mal
ein gutaussehender Bauarbeiter dazwischen sitzt, der zwar einen
Werkzeuggürtel trägt, aber nicht weiß wie man
es schreibt! Na, wenigstens habe ich den IPAQ dabei, so kann
ich den vergangenen Monat Revue passieren lassen. |
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| 09.03.2003 |
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| Dieses unerwartete Tete à Tete von gestern
hat mich doch mehr geschafft, als erwartet. Daher nahm ich mir
heute vom Kulturschock mal frei! |
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| 08.03.2003 |
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| Heute hatte ich ein blind date mit einer Chat
Bekanntschaft. Der gute Mann - wenn ich einen acht Jahre Jüngeren
so bezeichnen darf - hielt alles, was sein Profil hergab. Meine
Größe, sportliche Figur, blond und blauäugig
und das Beste OBERFLÄCHLICH und nur an Sex interessiert.
Na da ließ ich mich doch nicht zweimal bitten und nahm
ihn mit nach hause. Imelda hat vielleicht doof gekuckt, als
ich mit einem (fremden) Mann ankam. An die Eskapaden mit dem
Gärtner hatte sie sich ja bereits gewöhnt. Na egal,
ich hatte auf alle Fälle vier herrliche Stunden in den
muskulösen Armen eines mir quasi Unbekannten. Mal sehen,
wann ich mir den mal wieder gönne! |
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| 07.03.2003 |
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| Heute gab's die Vorentscheidung für den
diesjährigen, deutschen Grand Prix Beitrag in Lättaland.
Mein Gott War das armselig. "Der Junge mit der Gitarre"
hätte sich auch "Der mit der Zahnlücke, der auf
Nicole macht" nennen können, aber das hätte ihm
auch nicht geholfen. So wie diesem Eisgarten, da waren ja die
gregorianischen Chöre peppiger gewesen. Oder diese fünf
Mädels, mir pfeifen jetzt noch die Ohren. Eine Karriere
als Sirenen aus den Odysseus Sagen wäre denen eher auf
den Leib geschrieben - obwohl deren Stimmen ja für das
menschliche Ohr lieblich geklungen haben sollen. Na, da war
Lou doch echt das Beste, wenn auch der Background den Begriff
Singen, nur vom Hören-Sagen her zu kennen schien. Hoffentlich
ändert sich das noch bis zum Grand Prix! |
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| 05.03.2003 |
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| Super, jetzt fahre ich seit dreizehn Jahren unfallfrei
und dann muss mir so ein Mist passieren. Rutscht mir doch der
Roller beim Einparken aus der Hand und mit dem Griff in den
daneben stehen Metallikroller! Eigentlich wollte ich ja stiften
gehen, dann kam wieder mein Gewissen zum Vorschein. Es ist ein
Fluch, ich bin einfach zu gut. |
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| 04.03.2003 |
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| Heute war Putzen angesagt. Den ganzen Tag brummte
dieses Ding, das so einen langen Schlauch hat, nicht bläst
und mit Strom funktioniert. Ich hasse es! Als Ramon um elf immer
noch nicht fertig war entschloss ich mich doch noch zur Nubbelverbrennung
ins Gezeiten zu gehen. Da ich ja morgen wieder ins Büro
wollte hielt ich mich diesmal ein bisschen zurück. Also
nur drei Schuss, kurz den Nubbel zum Teufel jagen, Aschekreuz
abholen - schließlich war er ja daran schuld, dass ich
in aller Munde war und dann zurück nach hause. |
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| 03.03.2003 |
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| Nachdem ich zu nachtschlafender Zeit durch zwei
Anrufe um elf Uhr geweckt wurde rief mich eine innere Stimme
unter die Dusche und zu meinen Nachbarn im 1.Stock, die mich
am Vortag zum Frühstück eingeladen hatten, um anschließend
gemeinsam auf den Rosenmontagszug zu gehen. Um zwölf Uhr
hatte ich bereits ein Kölsch, einen Feigling, einen Jägermeister
und von Lou Lou L'Amour einen Apfelsaft mit Amaretto im Bauch,
somit war mein Tag gesichert. Wie er verlief weiß ich
nicht mehr wirklich, aber wie ich aus zuverlässiger Quelle
hörte war ich eine vollkommene Dame (oder sagte Mel verkommene?). |
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| 02.03.2003 |
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| Eigentlich wollte ich heute auf einen Schull-
und Veedelszoch, aber ohne Kreislauf traute ich mich dann doch
nicht aus dem Haus. Ich konzentrierte mich dann lieber auf die
Show heute Abend. Ammelie hatte sich ja mächtig ins Zeug
gelegt und einige Größen des Kölschen Karnevals
ins Haus geholt. Und da sie im Vorfeld wie jeck Werbung gemacht
hatte war heute ein Andrang an der Kasse wie ich ihn sonst eigentlich
nur von Shows mit Wanda kannte. Um halb neun mussten wir zum
Verdruss einiger Gäste bereits die Kasse schließen,
weil der Schock ausverkauft war. Und Ammelie hatte nicht zuviel
versprochen. Wir hatten eine Stimmung wie in der "Lachenden
Kölnarena" und die Polonäse war viel lustiger!
Was ich schade fand war, dass nach der Show kaum Gäste
geblieben waren, mit denen man hätte im Haus noch feiern
können. |
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| 01.03.2003 |
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Nachdem ich aus dem Koma der letzten Nacht erwachte
machte ich mich mit dem Mann neben mir bekannt und bat ihn um
einen Kaffee und eine Zigarette. Ohne Frühstück bin
ich einfach zu keiner Konversation fähig. Als ich wieder
so was wie einen Puls hatte fragte ich ihn noch wie ich wieder
in die Innenstadt käme und machte mich auf den Weg. (Warum
hätte ich mich für seinen Namen oder dergleichen interessieren
sollen, ich sehe ihn doch eh nie wieder und falls doch ignorieren
wir uns doch eh! Außerdem war er ja eh nicht so toll -
oder doch?! - Who cares?)
Heute Abend war ein Ball angesagt und das bedarf einer langen
Vorbereitung, weil ich heute als Mann mich unters Volk mischen
wollte. Ich hatte mir eine Uniform gekauft und jetzt hing es
nur noch daran die Titten und die Haare zu cachieren. Dank der
Uniformmütze ließ sich das Problem Haare recht einfach
lösen. Doch beim Busen musste ich schon festere Bandagen
anlegen - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kam mir vor wie
eine katholische Yentl. Aber das Ergebnis dufte sich sehen lassen.
Eigentlich hat mich niemand auf Anhieb erkannt. Das war zwar
soweit ein Erfolg, aber folglich hatte ich natürlich keinen
Mann abbekommen! |
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