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XING  
Januar 2003
 
 
Chefin aus dem Haus, da tanzt die Manu auf dem Tisch. Heute habe ich mir einen kurzen Arbeitstag gegönnt und bin schon um fünf gegangen. Abends wollte ich mit Marco noch auf en Kölsch raus, doch leider schlief er über den Büchern ein und so wurde es nichts. Auch nicht schlimm, faul aufer Couch ist ja auch mal ganz nett. Wenn dann da noch einer zum kuscheln wäre, dann sogar perfekt!
 
 
Da ziehe ich extra nach Köln, um dem Schnee zu entkommen und was is?!, Ende Januar fällt schon wieder welcher und als würde das nicht reichen bleibt er auch noch liegen! Konsequenz war natürlich, dass der Verkehr wiedermal zusammenbrach! (Treffen sich zwei Schneeflocken und unterhalten sich "Nr.1" und wohin des Weges? "Nr.2" Nach Garmisch, ich eröffne die Skisaison... und Du? "Nr.1" Nach Köln, ich eröffne das Verkehrschaos!) Dabei ist Schnee doch nur ein anderer Aggregatszustand von Wasser! Wobei, somit sind die Kölner ja nur konsequent, bei Regen knallt's ja auch andauernd! Was mich am meisten dabei nervt sind diese defensieven AutofahrerInnen. Wenn sie mal nur defensiev wären, das grenzt zum Teil schon an passiv Fahren. Die rollen auf die Ampel zu, weil sie könnte ja rot werden. Klar wird sie rot, aber doch nicht dreißig Sekunden, nachdem sie grün wurde! Anyway, lange werde ich dieses Schauspiel eh nicht mehr genießen müssen, schließlich geht es ja nach Firmenplanung in die verbotene Stadt. Na, wenn das mal alles so zeitlich klappt!
 
 
Wie blöd muss man eigentlich sein, um nicht zu kapieren, dass der Wackel Elvis nicht an den Rückspiegel im Font gehängt werden soll, sondern an der Windschutzscheibe zu befestigen ist, damit er mit den Füßen auf der Konsole steht und mit den Hüften wackelt. Es hängt ja auch keiner den Wackeldackel an seiner Hundeleine am Spiegel auf!
 
 
Maxima lebt! Wir haben sie schon seit Tagen nicht mehr gesehen und hatten schon überlegt, ob sie schwanger oder tot ist. In beiden Fällen wäre sie nicht aus dem Häuschen gekommen und schließlich weiß man ja, dass Mäuse Allesfresser sind und hätte dagegen gesprochen, dass Willem Alexander und Anastasia sie aus Hygienegründen beseitigt hätten.
 
 
Einen chaotischeren Kulturschock habe ich glaube ich noch nie mitgemacht. Bedingt durch Krankheit und Job vielen heute mehr als fünfzig Prozent der Schocklett's aus. Bei der Künstlern sah es ähnlich aus. Zunächst war ich ja noch guter Dinge, da ja Heppi moderierte und ich wusste, dass sie immer genug zu erzählen oder vorzuführen hat. Doch schon in den ersten Minuten zeichnete sich ab, dass die Gute heute recht wortkarg zu sein schien. Um zehn Uhr standen wir kurz vor dem Finale, als endlich doch noch Ginger auftauchte, die von der Hubersitzung im Tiefflug, wie versprochen vorbei kam. So war die nächste viertel Stunde gesichert. Aber ich frage mich immer noch, wie wir es geschafft haben mit drei restlichen Nummern und inklusive der Abmoderation noch bis elf Uhr "durchzuhalten". Ich schätze mal, dass zehn Jahre Bühnenerfahrung doch irgendwie hilfreich sind. Ach und das Publikum war eh der Oberhammer. Bei dem Pisswetter kamen natürlich nicht so viele, aber die Stimmung war der Kracher. Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte ich nie geglaubt wie leer es in den hinteren Reihen war, aber die Stimmung hätte in der Köln Arena bei einem Robbie Williams Konzert nicht besser sein können!
 
 
Heute war ich zum Abendessen bei Holger eingeladen, sein Liebelein hat gekocht. Ich sag nur lecker, lecker, lecker, ich hab ja schon oft Geschnätzeltes gegessen, aber soooooooooo läcker hat es wirklich noch nie geschmäckt! Hmmmmmmmmm!
 
 
Scheinbar steht diese Woche unter dem Motto "Manuela meets Holger". Ich ging schon wieder zu Duotica im Atelier, um zusammen mit Holger's Liebelein "Nachtschattengewächse" zu sehen und immer noch habe ich echt Spaß daran. Mittlerweile scheint den drei Damen auch ins Bewusstsein gerückt zu sein, dass die Beiden über kurz oder lang in größeren Häusern spielen werden und nur noch aus Sentimentalität gelegentlich zu ihrem Ursprung ins Atelier zurückkehren werden. Zumindest habe ich das aus der Anmoderation durch Sabine so interpretiert!
 
 
Endlich schaffe ich es mal wieder ins Kino zu gehen. Ich habe in letzter Zeit schon so manchen Film verpasst, nicht zuletzt, weil er nicht in der Originalfassung im Metropolis lief. Heute aber ging ich mit Holger und seinem Liebelein in "Nemesis". Angeblich der letzte Startrek Film mit Captain Picard. Na warten wir's ab.
 
 
Na, hektischer kann ein Tag kaum beginnen.

Pünktlichst kam ich in Deutz beim Parkhaus an, wo ich heute einen Wagen beim Carpool Köln mieten wollte, da ich um elf Uhr zum Geburtstagsbrunch meines Dads in Hösbach erwartet wurde. Zu meiner Überraschung war da aber kein Wagen. Nicht, dass alle vermietet gewesen wären, nein, alle Automaten waren abgebaut. Nachdem ich erst mal etwas ratlos war, wo an einem Sonntag morgen um acht Uhr einen Wagen auftreiben sollte, um es rechtzeitig nach Aschaffenburg zu schaffen fiel mir die Autovermietung ein paar Straßen weiter ein. Zu meinem Glück hat die einen vierundzwanzig Stunden Service und tatsächlich war auch jemand da. Allerdings waren alle Wagen, bis auf einen, vermietet und so musste ich wohl oder übel einen BMW 320i nehmen. Okay, gemessen an dem kurzen Zeitfenster, das mir blieb, um rechtzeitig zur Feier zu kommen, war diese Alternative akzeptabel.

Dank des Wagens und meines fahrerinischen Geschicks kam ich ahead of time bei meinen Eltern an, wo auch mein Bruder mit seiner Frau und zwei Freunde meines verstorbenen Bruders gesattelt und gespornt (das ist metaphorisch gemeint - wir sind zwar in Bayern, aber so ländlich nun auch nicht ) bereit standen, um direkt zur Party zu fahren.

Als die Party rum war fuhr ich noch mal mit nach Hause, um noch in der Familie einen Kaffee vor der Heimfahrt zu trinken. Also so wohl ich mich in Kölle fühle - there's no place like home - eine liebe Familie zu haben ist auch unersetzlich!
 
 
Willem Alexander lag heute fast tot im Käfig beziehungsweise in einer der Röhren. Er war so schwach, dass er die Steigung nicht mehr schaffte und nur noch rumtaumelte. Geistesgegenwärtig legte ich ihn in den Käfig, in der Hoffnung, dass er nur an Sauerstoffmangel leidet. Die Luft in diesem Röhren ist echt ekelig. Schreckliche Vorstellung an seinen eigenen Pupsern zu ersticken! Gleichzeitig entdeckte ich eine neue wilde freilaufende Maus in der Küche! Mal sehen, ob wir demnächst wieder einen Daddy haben!

Tagsüber gab mir Marco eine Einführung in MS Access. Das ist echt ein heftiges Programm, aber ich denke das wird mir helfen meinen Job zu sichern. Schau'n mer mal!
 
 
Ich fühle mich so elend und bleibe deshalb die nächsten zwei Tage zuhause, ehe ich noch jemanden im Büro anstecke!
 
 
Das war wirklich schön nicht alleine aufzuwachen. Wie lange hatte ich keinen Mann mehr an meiner Seite. Leider musste er schon um ein Uhr gehen, aber wenigstens hatten wir herrliche Stunden des Aufwachens!

Heute war mein erster Auftritt im neuen Jahr. Ilona in ihrer infantielen Art moderierte als Pinocchilona. Was ich an ihr am faszinierensten finde ist ihre Kreativität. Sie schafft es aus den simpelsten Dingen zauberhafte Masken und Kostüme zu basteln.

Nach der Show traf ich noch Heidi Stern, die meinte ich sei wahnsinnig charmant auf der Bühne gewesen. Muß ich mir das sagen lassen? Ich gestehe, dass man mir viel nachsagen kann, aber bestimmt nicht, dass ich charmant bin!
 
 
Ich fasse es nicht. Das Jahr hat noch nicht begonnen und ich gehe auf einen Karnevalsball. Mein Mitbewohner ist ja Mitglied, der Kölner Plunzengarde und so hatte ich irgendwie den Zugzwang gespürt auf deren ersten Ball im Kattwinkel zu gehen. Ich wusste ja, wer dort auftreten würde, da ich deren webmastress bin und so schlugen zwei Herzen in meiner Brust. Auf die Leverkusener Tanzsterne freute ich mich ja, aber Marie Luise Nikute live und in Farbe zu erleben war wirklich nichts, auf das ich mich freute.

Anyway, ich ging hin. Zur moralischen Unterstützung nahm ich Stefan mit. Ich dachte mir so könnte ich ihn direkt mal auf seine Geselligkeit hin besser einschätzen lernen. Ich selbst ging als Dragking im Cowboy outfit. Und was soll ich sagen. Der Abend war prima. Ich hatte so viel Spaß, dass ich mich sogar dazu hinreißen ließ zuzusagen zum Rosa Funken Ball zu gehen! Irgendwann in den Morgenstunden schlief ich irgendwie zufrieden ein, nachdem ich stunden vorher ins Bett gegangen war.
 
 
Guntram ist tot! Wir haben es ja schon lange erwartet. Schließlich war er nicht mehr der Jüngste! Was mich freut ist, dass er, wenn auch nur für kurze Zeit, die Freuden einer Partnerschaft genießen durfte und dass in Willem Alexander ein Teil von ihm weiter leben wird. Anastasia nimmt die Situation recht gelassen, dafür, dass er ihr erster war und der Vater ihrer Jungen. Aber so ist das wohl heutzutage.
 
 
Heute rief Stefan an! Das hätte ich schon fast nicht mehr erwartet, nach so langer Zeit von ihm zu hören. Eigentlich war es ja auch meine eigene Schuld, schließlich war ich fast zwei Wochen in der Weltgeschichte unterwegs. Na schau'n wir mal, was das noch geben mag!
 
 
Nach einer noch kürzeren Nacht, die ich ganz alleine verbrachte fuhr mich Mirko zum Flughafen, weil ich ja heute Abend wieder zum Kulturschock musste. Schließlich war die kurze Winterpause rum und ich musste morgen wieder ins Büro! Zum Glück brauchte ich nicht auftreten weil wir genug Gäste hatten. Eine noch größere Freude sollte mich noch erwarten. Jeanshemd war seit langer Zeit mal wieder Zuschauer und ich konnte mit ihm im Arm die gesamte Show genießen!
 
 
Nachdem wir erst um halb sieben heimgekommen waren und ich Urlaub hatte setzten wir den ganzen Tag keinen Fuß vor die Tür. Um Mitternacht machten wir uns aber wieder auf die Pirsch. Ich hatte Blut geleckt - nur sinnbildlich! - und so gingen wir heute wieder auf eine nette Fete, die wir jedoch schon früher verließen, weil wir noch in die Bar TOM gehen wollten, wo sich auch viele kontaktfreudige Männer rumtrieben. Ich sag nur, um sechs Uhr heim zu kommen könnte eine neue Angewohnheit von mir werden.
 
 
In aller Herrgottsfrüh wurden wir wach und gönnten uns ersma ein ausgiebiges Nuttenfrühstück - Zigaretten und Kaffee zum Abwinken. Frisch gestärkt machten wir uns auf zum shopping Marathon durch's verschneite Berlin. Ja, es hat über Nacht geschneit und alles blieb liegen! Jetzt hatte ich schon zum zweiten Mal Schnee diesen Winter, nachdem mir das in Köln in den letzten zig Jahren nur einen Tag vergönnt war find ich das schon ziemlich klasse! Etwas ungeschickt von uns kauften wir direkt am Anfang die schweren Dinge. Ich gönnte mir einen DVD Player für's Schlafzimmer und Mirko einen Satz Kristallgläser aus der Jahrhundertwende. Dann verschlug es uns ins KaDeWe in die Delikatessenabteilung. Ich hatte ja schon Viele darüber schwärmen hören aber jetzt weiß ich wenigstens warum. Es gibt hier ja nichts, was es nicht gibt. Allerdings muss ich sagen gibt es auch Dinge, die die Welt nicht braucht. So was wie alten Käse! Plötzlich stand ich in der Käseabteilung und dachte man hätte eine verendete Kuh unter der Theke versteckt. So einen bestialischen Gestank hatte ich nur ein mal erlebt und das war in meiner Jugend, als ich zum Raqulettessen bei Heike Halm diesen Schweizer Käse zum Überbacken voller Stolz angeboten bekam. Sie war sichtlich und merklich verletzt, als ich mit zugehaltener Nase und grünlicher Gesichtsfärbung dankend ablehnte. Anyway, es was grässlich und zwang mich auf die andere Seite des Gebäudes, um ihm zu entkommen. Meine Flucht führte mich in die Videoabteilung wo ich mich durch den Kauf einer weiteren DVD von dem Schock erholte. Obwohl die Geschäfte noch lange offen haben sollten entschlossen wir uns doch heimzugehen, um die Errungenschaften direkt anzuwenden. Nachdem wir lecker gemeinsam gekocht haben - na ja genau genommen hat Mirko gekocht, während ich ihm mit einem Glas Sekt in der Hand dabei zuschaute - schmissen wir uns zusammen wieder auf die Couch, um ersma etwas zu chillen. Schließlich hatten wir noch eine lange Nacht vor uns.

Um Mitternacht machten wir uns auf die Socken. Ich finde das ja schon strange, so spät erst aus dem Haus zu gehen, aber verglichen zu Köln geht hier echt der Punk ab. Als warm-up gingen wir ins Schwuz. Dort trafen wir meine gute Freundin Gabi Tupper, die in Ihrer Freizeit als Animierdame hier arbeitet. Nachdem wir uns ein bisschen warm gekuckt hatten fuhren wir zum Nollendorf Platz, um hier zu einer F...fete zu gehen. Unglaublich, aber so was gibt es hier wirklich und nicht nur eine, sondern diverse! Da ich ja noch eine Newcomerin bin entschlossen wir uns zu einer Kuschelfete zu gehen. Die Atmosphäre erinnerte mich an eine Pyjama Party, die ich als Kind in Conneticut mit meinen Freundinnen veranstaltet hatte. Überall lagen Kissen rum, gedimmtes Licht und Drogen auf allen Tischen. Es fehlten eigentlich nur noch die Räucherstäbchen und der Duft von Gummibärchen und Chips. Okay, keiner der Anwesenden trug ein Flanell Nachthemd, dafür aber Schmuck an Stellen, wo ich ihn noch nie getragen habe, geschweige denn könnte! Die Männer waren alle sehr freundlich und so kam ich einigen recht schnell sehr nah. Na ja, irgendwie verging die Zeit wie im Flug und als wir uns entschlossen heim zu gehen fuhren viele schon wieder zur Arbeit!
 
 
Jetzt aber! Alles was ich gestern nicht schaffte erledigte ich heute in Windeseile, schließlich wollte ich nicht mit den Geschäftsreisenden um den letzten freien Platz kämpfen müssen. Okay, ich habe nicht meine Koffer völlig aufgeräumt und alles gewaschen, aber das wesentlichste habe ich geschafft - ich komme ohne Hürdenlauf zu meinem Bett und Kleiderschrank!

In Berlin erwartete mich Regen und Mirko, bei dem ich wieder unterkommen durfte. Kreuzberg wird mir von mal zu mal vertrauter. Da der Tag aber schon wieder so stressig war und mich ein volles Programm am Wochenende erwartete beschlossen wir an diesem regnerischen Tag zuhause zu bleiben und eine DVD zu genießen. Obwohl ich ja vorhatte möglichst viel von Berlin kennen zu lernen entschieden wir uns dann doch zuhause zu bleiben. Hinsichtlich der Tatsache, dass wir morgen shoppen gehen wollten schien es uns die vernünftigste Entscheidung zu sein. Letztlich quatschen wir aber doch noch bis in die Puppen. (Wenn ich quatschen sage, dann meine ich das auch so!)
 
 
Soviel zu den guten Vorsätzen im neuen Jahr. Von wegen früh heim gehen, um nach Berlin zu fliegen. Stattdessen hing ich den ganzen Tag faul auf der Couch rum und schaute Fernsehen.