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XING  
April 2003
 
 
Wie öde, alle tanzen in den Mai und ich hänge Zuhause rum. Dabei dachte ich irgendein Verehrer würde mich anrufen, um das Vergnügen meiner Gegenwart genießen zu dürfen. (Meine Vergangenheit ist zwar viel interessanter, aber das tut ja hier nichts zur Sache!) Na, dann kann ich wenigstens früh ins Bett, um einen der ersten Flieger morgen nach Berlin zu bekommen. Es wird wohl kaum morgen einer auf die Idee kommen mir einen Baum zu setzen. Vielleicht hätte ich doch bei der Walpurgisnacht Fete der „Lesbische allein erziehende Mütter Bergheim n.e.V.“ mitmachen sollen. Wobei, nackt um ein Druidengrab zu tanzen und für den Weltfrieden zu trommeln konnte ich mir einfach nicht als sehr befriedigend, geschweige denn spannend vorstellen. (Außer es würde da so abgehen wie beim „Blair Witch Projekt“, aber als Leiche zu enden wäre nun so gar nichts für mich gewesen!)
 
 
Heute war der letzte Kulturschock der elften Saison! Was für ein Chaos. Ich wusste zwar, dass ich einigen Künstlern und Künstlerinnen zugesagt hatte, doch das was ich mir dabei gedacht hatte so vielen zu zusagen weiß ich auch nicht. Immer, wenn ich dachte jetzt wären alle eingeplant kam wieder einer um die Ecke. Zum Glück waren die regelmäßigen Künstler so verständnisvoll und traten teilweise von ihrem Auftritt zurück oder reduzierten ihre Beiträge. So kam es auch, dass Mel und ich heute nicht dabei waren. Ich nutzte diese Chance, mit Pierre den Schock mal aus Zuschauersicht zu genießen und Mel fuhr mit ihrem Gspusi nach hause. Die arme Mieke hatte so eine Panik zu überziehen, dass sie am Anfang alle Nummern im Stakkato anmoderierte. Zum Glück hat sie meine Zeichen richtig gedeutet und sich dann doch bisschen Zeit für ihre Moderation genommen. Betty, die ich ja schon letztes Jahr kennen lernen durfte war für mich das high light des Abends. Sie hatte das Publikum so in ihren Bann gezogen, dass sie es schaffte, trotz Überlänge, als einzige eine Zugabe zu geben. Was für ein Fest und fulminanter Ausklang aus der elften Saison! Aber jetzt ist erstmal Pause bis Juni (wenn ich den Auftritt in der JVA und in Baldenberg nicht mitzähle!)
 
 
Der heutige Tag lag im Zeichen des Shopping. Mit Miekes Hilfe wurden wir alle schnell fündig. Ich werde ja in hundert Jahren diese Sprache nicht verstehen. Ich bin ja echt bemüht, aber ausser Halsschmerzen bleibt bei mir nix von dieser Sprache hängen. Als unsere Kreditkarten zu flehen anfingen entschieden wir uns nur noch einen Koffie Verkehrt zu nehmen und uns dann auf den Heimweg zu machen. Schließlich mußten wir ja noch die Show in Baldenberg planen. Mieke war ziemlich aufgeregt diesbezüglich. Wird es doch ihre erste eigen Show sein, bei der Mel und ich sie ein wenig unterstützen würden. Nach getaner Arbeit entschlossen wir zur Feier des erfolgreichen Tages gemeinsam essen zu gehen. Mieke und Günter empfohlen uns einen Italiener ganz in der Nähe ihres Domizils. (Im Grunde ist alles in Den Bosch in der Nähe!) Anyway! Um halb neun betraten wir mit Hunger bis unter die Arme das Restaurant. Da die großen Tische schon alle besetzt waren wollten wir schon wieder gehen, als der Chef uns Einhalt gebot und schnell zwei Tische zusammenschob, um uns den nötigen Platz zu bieten. Okay, dachten wir, wenn er so bemüht ist - prima! Schnell entschlossen gaben wir unsere Bestellung auf: vier Pizzas, geschmorte Pilze als Vorspeise und einmal Tortellini. Nachdem wir etwa zwanzig Minuten später endlich unsere Getränke hatten ahnten wir noch nicht was uns an diesem Abend noch erwarten würde. Als um viertel vor zehn noch keine Vorspeise in Sicht war wurden wir schon etwas unruhig. Um zehn Uhr kam ein Angestellter mit einer Schüssel Salat - auf Kosten des Hauses - und der Entschuldigung, dass es noch etwas dauern würde. Um halb elf - ich rotierte bereits auf dreihundert Umin - brachte uns der Chef persönlich überbackene Auberginen - auf Kosten des Hauses - und erklärte uns, dass seine Nichten kurzfristig abgesagt hätten und seine beiden Neffen nicht sehr erfahren in der Küche seien. (Bitte, wieviel Erfahrung muß man haben, um Nudeln ins Wasser zu schmeißen und vier Pizzas in den Ofen zu werfen?!) Zu unserer Freude fanden wir auch noch Alufolienreste innerhalb der Auberginen. Ich weigerte mich auch nur einen Bissen anzurühren. Um viertel vor elf kamen die Tortellini und zwei Pizzas (von Mieke und Mel). Die beiden Salamipizzas (ja ich hatte schon immer einen sehr erlesenen Geschmack!) dauerten noch einen Augenblick. Um dreiundzwanzig Uhr - zwei Stunden nachdem wir bestellt hatten - weiteten sich die Augen von Mieke und Mel, die in Blickrichtung zur Theke saßen und unkten dass wohl die beiden Pizzas jetzt noch verbrannt seien, so wie die Köche hektisch schauen würden. Was soll ich sagen, so war es. Der Chef entschuldigte sich vielmals und ich dachte ich spränge ihm gleich ins Gesicht. Mieke gab ihrem Mann und Mel mir die zweite Hälfte ihrer Pizza. Das Angebot zwei neue Pizzas zu backen lehnten wir wehement ab. (Ich glaube ich hätte sie ihm vor die Füße geknallt!) Um halb zwölf verließen wir das Restaurant. Um dem Abend doch noch einen schönen Abschluß zu geben gingen wir noch gemeinsam ins Joost, wo wir letztes Jahr unseren kleinen Auftritt hatten und das war gut so. Die Männer dort sind echt jedes Mal lecker und sehr kommunikativ, auch wenn jetzt nichts weiterführendes geschah, aber schön war es doch. Okay ich hätte auf die Info von Joost verzichten können, dass er über den Italiener nur schlechtes gehört hatte, aber sonst war's schön.
 
 
Es geht zum Endspurt über. Nur noch ein Kulturschock und in drei Wochen die Show mit Mieke und Mel in Baldenberg. Genau das war der Anlaß für unsere Fahrt nach Den Bosch zu Mieke und deren Gemahl Chunter, der uns mit seinem traditionellen Festmal begrüßte. Da Mel, ihr derzeitiger Lover und ich direkt von der Arbeit, beziehungsweise der Maniküre nach Holland fuhren und somit einen langen Tag hinter uns gebracht hatten, quatschten wir fünf nur noch ein bischen und gingen dann schon recht früh zu Bett. Schließlich hatten wir morgen einen anstrengenden Tag vor uns...
 
 
Hollywood haben wir hinter uns, jetzt ist das deutsche Privatfernsehen dran. Heute hatte ich zusammen mit Melanie einen Drehtag bei Nicola. Wir waren als Partygäste von Tim - Nicola's Kollegen und Nachbarn - eingeladen. Zu unserer Freude war Chaqa auch mit von der Partie. Um zwei Uhr fing der Dreh an und nach fünf Stunden waren die circa drei Minuten Handlung endlich im Kasten. Mann war das anstrengend. Man mußte am Set dauernd rauchenund Sekt trinken und zwischendurch auch noch in der Sonne warten, bis das Licht umgehangen war oder dergleichen. Einziger Störfaktor war eigentlich nur Hans-Günter, der mir jedes mal am Bein hing, wenn ich an ihm vorbei ging. Eigentlich habe ich ja nichts gegen Anhängliche Typen - wie man sieht habe ich ja nicht sonderlich viel Glück gehabt in letzter Zeit - aber der war mir doch zu klein und haarig! Aber sonst hatten wir Spaß ohne Ende. Leider haben wir vergessen zu fragen wann die Folge ausgestrahlt wird, aber das werden wir auch noch herausfinden.
 
 
Endlich ein langes Wochenende. Die Woche über war ich zu nichts zu gebrauchen. Irgend wie verspüre ich so ne Art von Frühjahrsmüdigkeit. Der Franzose hat sich noch nicht gemeldet und auch auf eine SMS hin kam keine Reaktion. What is it with men? Kann mir einer sagen was ich an mir habe, dass sich keiner nach dem zweiten Date mehr meldet? Man sieht sich im Leben zwar immer zweimal, aber doch nicht "nur zweimal"! Und bei dem Franzmann kam es ja nicht mal dazu und das nachdem er mir in diversen SMS beteuerte wie aufgeregt er sei und dergleichen. Okay, das Date war jetzt nicht spritzig-witzig-innovativ-neu, aber das muß es doch nicht sein. Man kann sich doch auch langsam kennen lernen und dann feststellen ob man zusammen passt oder nicht. Oder sehe ich das falsch? Na ja, neues Spiel neues Glück. Ich scheine einen neuen Verehrer zu haben, der mich aus dem Kulturschock kennt. Mal sehen, was dabei raus kommt!
 
 
Der Franzose hat sich aus Basel gemeldet wo er seine Schwester besuchte. Er will sich melden, wenn er zurück ist. Déjà vu?!
 
 
Heute ging's nach Baldenberg. Ich wollte mir endlich mal eine Show dort anschauen, statt immer "nur" dort aufzutreten. Was bietet sich denn da schon besser an als Duotica. Besonders, weil die Beiden hier ein Best of gaben. Bei der Gelegenheit lernte ich auch direkt Danni kennen. Die Gute fährt glatt drei Stunden, um Marion und Holger zu sehen. Wenn das kein Fan ist! Das Publikum hatte die Beiden allerdings nicht wirklich verdient. Sie konnten machen was sie wollten, doch die Leute kamen nicht in Schwung. Unser Tisch mit mehreren Fans aus Köln und eben Danni tobte vor Spaß und der Rest war immerhin zu Befall zu begeistern, aber sonst waren die echt reserviert. Das war echt schade, aber wenigstens konnten wir wiedermal ihre wunderbaren Lieder aus dem Schlampenalarm hören, die es ja leider nicht auf CD gibt!
 
 
Heute traf ich mich mit dem Mann, der mir am Dienstag seine Telefonnummer zusteckte. (Mein Tagebuch liest sich fast wie "Die Geheimen Notizen der O.") Da ich gestern (oder sollte ich sagen heute?!) so spät nach hause kam war ich ziemlich müde und beschloss es kurz zu machen. Der Mann stellte sich als sehr interessanter Franzose heraus, der auch noch Maler ist. Die Unterhaltung lief etwas stockend, aber war überaus unterhaltsam. Besonders die Tatsache, dass er mein Date vom Dienstag kannte und wußte, dass ich verabredet war. Nachdem wir uns etwas beschnuppert hatten blieb ich meinem Vorsatz treu es kurz zu machen und wir verabredeten uns lose für's Wochenende.
 
 
Ich war ein schlimmes Mädchen. Böse Zungen würden mich wohl als Schlampe bezeichnen, aber "I couldn't care less!". Anyway, ich traf mich heute mit dem attraktiven Zauberer aus Bremen. Wie verabredet rief er mich nach seinem Job an, damit wir uns treffen und etwas unternehmen würden. Ich machte mich direkt auf den Weg, um ihn im Hotel abzuholen. Meine Sorgen, auf dem Weg zu ihm, nichts adäquates bieten zu können, wiesen sich zum Glück recht schnell als unbegründet heraus. Nachdem wir zur Begrüßung erst einmal einen Sekt auf seinem Zimmer genossen stellten wir fest, dass wir uns adäquat genug waren und keine anderen interessanten Orte aufsuchen mußten. Gab es doch genug Interessantes in diesem Zimmer zu entdecken....
 
 
Schließt sich die eine Tür, wird sich eine andere öffnen! Das beschreibt wohl meine derzeitige Situation am ehesten. Ich war ja heute bei Sia Korthaus in ihrem aktuellen Programm Amnesia und kann nur sagen. Alle Achtung! Das war echt ein Glanzstück. eineinhalb Stunden alleine auf der Bühne zu stehen und zu reden und damit die Leute noch zum Lachen zu bringen ist echt eine Leistung. Und die hat sie vollbracht. Ohne auf ulkige Kostüme zurückzugreifen hat sie ihre Frau gestanden und das ausverkaufte Ateliertheater zum toben gebracht. Die Frau an sich ist ja schon ein Hingucker, aber ihre verbalen Ergüsse, ohne auch nur einmal einen Witz auf kosten des Publikums zu machen - dessen sich ja andere stand up Comedians gerne mal bedienen - ist wirklich eine Glanzleistung.

Anyway, ich war ja mit dem Mann verabredet, den ich gestern noch abgeschossen hatte (Konsequenz in Männerangelegenheiten ist scheinbar nicht wirklich meine Stärke). Ruft er mich doch fünf Minuten vor dem Treffen an, dass er nicht hingehen könne, weil jemand da sei, dem er nicht begegnen wolle und wir sollten lieber später noch mal miteinander telefonieren. Klasse, da geb ich ihm eine weitere Chance und er vergeigt's schon wieder. Anyway, ich also sitze alleine an der Theke im Atelier, da kommt doch ein charmanter Mann hinzu und lächelt mich frech an. Das war mir ja schon fremd geworden. Bei meinem Glück mit Männern. Leider wurde dieser zarte Flirt durch seine Bekannten unterbrochen, die just in dem Moment hinzukamen. Trotz dessen, dass er in Gespräche verwickelt waren versuchte er immer wieder zu mir Blickkontakt aufzunehmen und auch im Zuschauerraum ging das weiter und in der Pause, in der er sich wieder unterhielt und nach dem Programm. Dauernd trafen sich unsere Blicke und wir lächelten miteinander. Und gerade als ich gehen wollte stellte er sich mir in den Weg und drückte mir seine Telefonnummer in die Hand und fragte zögerlich, ob ich ihn anriefe. Was denkt der sich eigentlich wer ich bin, ich kenne ihn doch gar nicht und habe nichtmal ein Wort mit ihm gewechselt. Natürlich rufe ich ihn an! Aber bevor ich ihn treffe verabrede ich mich mit Clemens aus Bremen, der morgen in die Stadt kommt, den ich am letzten Tag auf der Messe kennengelernt habe!
 
 
Der gestrige Kulturschock hatte total viel Spaß gemacht. Nachdem ich ja tagsüber ziemlich schlecht drauf war, da sich der Mann, den ich vor zwei Wochen kennengelernt hatte und den ich echt mal interessant fand und mit dem ich seitdem immer wieder mal telefonierte, also dieser Mann sich heute nicht meldete, obwohl er sagte er würde es tun, nach all diesen Emotionen wurde der Kulturschock eine echt prima Sache. Als ich dann heute Nacht um eins noch seinen Anruf auf der Mailbox hatte dachte ich okay, er hat an mich gedacht. Jetzt, nachdem er mir heute mittag noch sagte er würde sich heute Abend melden und es bis Mitternacht immer noch nicht getan hat sag ich mir "Pech gehabt". Geduld ist nun wirklich nicht meine größte Stärke. Ich wurde innerhalb der letzten Woche drei Mal von ihm telefonisch versetzt und damit ist jetzt genug. Männer sind echt das letzte!
 
 
Da geh ich seit Jahren samstags in der Stadt einkaufen und nie geschieht was oder man begegnet "nur" alt bekannten FreundInnen und Bekannten und kaum kommt man von der Börse zurück schon trifft man neue Leute. Wir hatten ja unseren Stand next to Billy Bob Buddah, der Straßenmusiker ist und von Ort zu Ort tingelt. Prompt sehe und höre ich ihn heute vor dem WDR Gebäude mit seiner Band! Ich sag es ja immer wieder - Köln ist ein Dorf. Am ersten Mai tritt er ja im K13 in Ossendorf auf, da werde ich sicher hingehen, wenn mir niemand dazwischen kommt!
 
 
Ja, geil, heute wurde ich vom Casting Büro von Columbia Tristar angerufen und für eine Folge bei NICOLA gebucht. Ich sag's Dir, Hollywood ich komme!

Abends gings zur Benefizgala von Medica Mondiale im LimeLight. Duotica hatten dort einen Kurzauftritt. Ich wußte ja nicht was mich dort erwartet. Der Wirkenskreis der Organisation ist traumatisierten Frauen in Kriesen- und Kriegsgebieten zu helfen. Zum zehn jährigen Bestehen gab es diese Gala, die Bettina Böttinger moderierte. Ich erwartete eigentlich, dass viel Information über die Orga gegeben würde doch statt dessen lag der Schwerpunkt darauf, die Mitglieder und Unterstützerinnen zu unterhalten und natürlich auch zu informieren. Es war ein so wunderbarer, kurzweiliger Abend der leider viel zu früh zu Ende ging, weil ich in den flachen Schuhen, die ich extra an diesen Abend getragen habe, fast gestorben wäre.
 
 
Heute war der letzte Tag der Messe. Endlich keinen Pan oder Einhorn mehr sehen. Und besonders toll, am letzten Tag macht mich ein super attraktiver Zauberer aus Bremen an. Dabei war der doch schon die letzten Tage dauernd bei unserem Nachbarn am Stand. Na wenigstens hat er sich getraut. Von meinem Gespusi aus Köln höre ich ja eher unregelmäßig - leider! Na, Duotica hat ja bald einen Auftritt in der Weser Ems Halle und da werden wir uns wohl wiedersehen! Mal sehen was er dann wo verschwinden läßt!
 
 
Ich sollte vielleicht doch in eine Agentur gehen. Heute half ich Tante Lilli ein wenig einen Auftritt in Berlin endlich unter Dach und Fach zu bekommen. eigentlich unterhielt ich mich nur angeregt mit einer jungen sympathischen Frau aus Berlin und kam bei der Gelegenheit auf Lilli zu sprechen und schwärmte in den höchsten Tönen - was auch sonst, schließlich ist sie ja auch genial - und darauf hin buchte sie Lilli direkt für einen baldigen Event in Berlin im Tränenpalast. Na wenn das kein Zeichen ist?! Ach und Herr Lükker tritt bald auf der Tromm im Odenwald auf. Auch sonst war der Tag recht erfolgreich. Dauernd schauten mir die Männer hinterher und hinter mir hergepfiffen wurde auch immer wieder. Ach, das Leben kann so schön sein! Wenn auch das Wetter es leider nicht mehr so gut mit uns meint. Letzte Nacht dachte ich unser letztes Stündlein hätte geschlagen und, dass wir doch besser in ein Hotel gezogen wären. Ich hatte den Eindruck die Welt würde untergehen. Es tobte ein dermaßenes Unwetter. Mich hätte nicht gewundert, wenn unser Wohnwagen in Kansas gelandet wäre! (Paula, I think we are not over the rainbow anymore!) Anyway, es ging ja alles gut, nur die Morgenzigarette auf der Terrasse machte nicht so viel Spaß. Die Nachbarin amüsierte sich königlich, um nicht zu sagen lag schallend lachend auf dem Boden, als sie mich im Schlafsack eingemummelt eine qualmen sah. Ich war schließlich nicht auf outdoor Events eingestellt!
 
 
Heute begann die Messe. Die Plakate mit unserer Standnummer waren bestens plaziert, der Kaffee gekocht, die Fressalien ausgelegt und die Musik am laufen. Die Kundschaft durfte kommen. Die ursprüngliche Freude über den vermeintlich freien Platz vis a vis unseres Standes wurde jedoch sichtlich getrübt. Hatten sich dort doch am Montag Stelzenläufer aufgebaut. Das wäre im Grunde ja noch nicht weiter schlimm. Das Schlimme war, dass sie so einlullende Enya Musik laufen ließen und Pan (das Kostum hatte echt schon bessere Tage gesehen!) mit seiner Wampe versuchte sich wie eine Katze zu bewegen. (Frei nach dem Motto "Ma, wo sind die Clowns?!") Der Zauberer von schräg gegenüber bastelte jeder vorbeikommenden Frau eine Rose aus Servietten und die Nachbarn fanden es toll Räucherstäbchen anzumachen. Na super. Ich machte mich erstmal vom Acker, um zu sehen, was und wer sich so alles präsentierte.

Es war ein Who is Who der Kleinkunst. Ich wußte gar nicht wie viele Zauberer und Clowns es in unserer Republik gibt. Zu meiner Freude traf ich auch einige andere Comedy KünstlerInnen aus Köln oder zumindest deren Agenturen. So waren die Frizzles und Kutschallas vertreten, Tante Lilly und Herr Lükker traf ich, Betty La Minga und Iris Lomouyette, die in zwei beziehungsweise vier Wochen bei uns auftreten werden konnte ich sprechen und einen Stand up Comedian namens Keirut Wenzel akqurierte ich auch noch!

So richtig erschütterndes gab es eigentlich nicht. Gut, so machen walking act hätte man sich sparen können und nicht jede Musik, die von den Ständen an mein Ohr drang war wirklich als Genuß zu bezeichnen, aber auch solche Künstler muß es wohl geben, sonst wüßte man ja gar nicht wie gut es uns in Köln mit den Sängerinnen und Sängern beziehungsweise Comedians geht!