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| 31.12.2002 |
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Wir kamen um sechs Uhr aus New York
in Frankfurt an. Leider hatten wir die Sonne in den Staaten
zurückgelassen und der Regen hat uns wieder. Zum Glück
mussten wir weder auf verlorenes Gepäck, noch auf irgend
einen Zug warten, da Jörg seinen Wagen in Frankfurt hatte,
mit dem wir bequem heimfahren konnten. Ivana hatte nicht so
viel Glück. Sie stand völlig aufgelöst am Gepäckband
und quatschte jeden, der nicht schnell genug weg war an - genaugenommen
jammerte sie- "my brown Louis Vuitton bag, it is gone"
(in perfektestem tchech-english) - wobei Ihre Hochsteckfrisur
völlig auf Halbmast stand. Das war wirklich kein schöner
Anblick. Sie hätte sich wohl doch besser nie von Donald
trennen sollen. Anyway, wir fuhren heim und überließen
Ivana ihrem Schicksal.
Nach einer ruhigen Heimfahrt und einem welcome home Coffee verabschiedeten
wir Jörg, um uns wenige Stunden später wieder zu sehen
und gemeinsam auf die Silvesterparty von Sascha und Volker zu
gehen. Ich hatte ja ursprünglich vor Mieke und Ihren Mann
Günter in Den Bosch zu besuchen, doch Dank meiner Reife
entschied ich mich für die vernünftigere Alternative
und blieb in Köln. Gabi und Joana waren zwar ebenso enttäuscht
wie Mieke, aber wie sich rausstellte war es nicht nur eine reife
sondern auch eine weise Entscheidung!
Die Party bot alles was ich mir wünschte. Essen, Männer
und Alkohol im Überfluss. Okay, die meisten waren vergeben,
was sich aber nicht als Hindernis erwies. Nach dem fünften
Orgasmus (ich meine das Getränk!) waren alle Hemmungen
vergessen und die Party war in vollem Gange. Marco, durch den
ich die beiden schnuckeligen Gastgeber vor Jahren kennen lernte,
erkannte mich nicht wieder. Aufgrund meiner sonstigen angeborenen
Zurückhaltung kannte er mich natürlich nicht so wie
ich heute drauf war. Und ich muss zugeben ich musste mir selbst
im Laufe der Nacht noch so manches durch den Kopf gehen lassen,
was ich so alles trank, aß oder tat, aber es gab nichts
was ich bereut hätte. Um vier Uhr verabschiedete ich dann
aber doch von der Party, schließlich wollte ich an Neujahr
nach Berlin reisen. |
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| 30.12.2002 |
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Heute stand schon wieder der Rückflug auf
dem Plan. Zuvor mussten wir aber noch ein paar Dollar unter
die Leute bringen. Ich entschied mich mir noch eine neue Uhr
zu kaufen, wohingegen Jörg und Jörg lieber noch ein
paar Klamotten exportieren wollten. Und bevor uns die Limo an
den Flughafen fahren sollte traf ich mich noch mal kurz mit
Deborah im Café Europa, um mich zu verabschieden.
Am Flughafen genossen wir es uns der Leibesvisitation der Security
hinzugeben, bevor wir im Duty Free alle Limits ausnutzten. Zu
unserer aller Freude wurden wir gemeinsam in der Businessclass
eingecheckt. So bekam der Urlaub noch einen krönenden Abschluß! |
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| 29.12.2002 |
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Vormittags gingen wir gemeinsam
zum "Ground Zero", aber außer einer riesigen
Baugrube, Menschenmassen und Souvenirverkäufern erinnerte
eigentlich nichts mehr an die zwei Türme. Überraschenderweise
hatte ich keinerlei Beklemmungen oder dergleichen. Das lag wohl
daran, dass ich mich damals eigentlich kaum hier unten im Finanzialdistrict
aufhielt, außer, um mit Bekannten oder damals meiner Mom
auf's World Trade Center zu fahren und die Aussicht zu genießen.
Danach trennten sich auch schon unsere Wege, da ich keinen Bedarf
hatte schon wieder auf die Freiheitsstatue zu gehen. Das hat
mir schon vor elf Jahren - also quasi als Kind - gereicht. Ich
machte mich lieber auf die Suche nach Pumps für Ammelie.
Die Arme leidet schließlich an Riesenfüßen
und da ist das Land der Unbegrenzen Füße äh
Möglichkeiten der richtige Ort, um dem Dilemma Abhilfe
zu leisten. Dachte ich! Seit letztem Jahr hat der Laden im Meat
Market District, der Damen in Übergrößen zu
helfen wusste, leider aufgrund des Todes des Besitzers geschlossen.
Tja, sorry Ammelie!
Nachmittags wollte ich mich mit Deborah zum Fotoshooting im
Central Park treffen, doch leider wurde nichts daraus, da sie
kurzfristig einen Auftritt reinbekam. Na ja, dann halt das nächste
Mal!
Die dazugewonnene Freizeit nutze ich, um eine Maniküre
und Massage zu genießen, solange bis die Jungs von ihrer
Sightseeing Tour zurückkamen. Den Abendplan cancelten wir
schließlich kurzfristig, da wir von dem Tag so erledigt
waren, dass wir lieber den Roomservice genießen wollten. |
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| 28.12.2002 |
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Heute war unser Motto "Shop till you drop".
Nach einem ausgiebigen Continental Breakfast stürzten wir
uns Downtown. Die ganzen Geschäfte aufzuzählen würde
den Rahmen meines Tagebuchs sprengen. Ich sag nur soviel, die
beiden Jungs standen mir im Kaufrausch in keiner Weise nach.
Abends trafen wir uns mit Deborah in der Bar d'O. Dort treten
KünstlerInnen wie Joey Arias auf. Leider war sie heute
Abend mit Ihrem Programm unterwegs. Die beiden Ladies, die den
Abend schmissen waren aber eine würdige Vertretung. Anschließend
trennten sich unsere Weg. Ich ging dann mit den Jungs noch ins
"The Monster", um ein bisschen zu tanzen und gescheiterten
Broadway Künstlern beim Trällern zu lauschen. Als
wir immer noch nicht genug hatten - soviel zum Jetlag - gingen
wir um zwei noch ins "Rawhide" um echte Kerle zu kucken!
Na derer gab es mehr als genug, so dass man uns erst um fünf
Uhr rauskehren musste. Na ja, das war auch besser so, schließlich
wollten wir ja am Sonntag noch weiter shoppen und die beiden
ein bisschen Sightseeing machen! |
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| 27.12.2002 |
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Die Feiertage gingen friedlich und besinnlich
rum. Dafür wurde es heute richtig spannend. Ich traf mich
um acht Uhr mit meinem Mitbewohner und einem gemeinsamen Freund
am Frankfurter Flughafen, um nach New York zu fliegen. Mich
trieb ein wenig die Panik, da zwei Tage zuvor ein Blizzard NY
heimgesucht hatte und den Flughafen lahm legte. Da wir ja nur
stand by flogen befürchtete ich, dass der Flieger überbucht
wäre und wir nicht mitkämen. Dem war nicht so. Im
Gegenteil - ich flog sogar business class. Warum ich das nicht
schon früher gemacht habe! Nachdem ich die drei Filme gesehen
hatte, die im inseat Video geboten wurden und sämtliche
Dreigängemenüs über mich ergehen ließ besuchte
ich die Beiden in Economy. Ich konnte gar nicht fassen wie eng
das hier alles ist. Die zwei taten mir beinah leid.
Schließlich kamen wir in JFK airport an. Endlich wieder
zuhause! Die Passkontrolle ging schneller denn je und nach neun
Stunden hieß es endlich RAUCHEN! Fünf Minuten später
saßen wir in der Limo, die uns zu unserem Hotel fahren
sollte. Und nachdem uns die Boys das Gepäck auf's Zimmer
gebracht hatten nahmen wir erstmal eine vitalisierende Dusche,
jeder natürlich in seinem eigenen Bad! Schließlich
waren wir nicht zum Vergnügen da, bzw. genau deshalb und
so hatten wir keine Zeit zu verschenken und drei Kreditkarten
wollen genutzt werden! Nach einer Stunde stand der Chauffer
vor der Tür, um uns zu Bloomingdales zu bringen, wo wir
uns ein bisschen für morgen aufwärmen wollten. Man
muß sich schließlich steigern können. Nach
zwei Stunden ließen wir die Einkäufe ins Hotel bringen
und trafen uns mit Deborah auf ein Cocktail in einer Bar am
Union Square. Die Gute ist in letzter Zeit häufiger hier,
weil sie diverse Gigs hat. Ihrem Rat folgend blieben wir bis
dreiundzwanzig Uhr unterwegs, um dem Jetlag keine allzu große
Chance zu geben. Dann ging es aber doch gen Nachtruhe! |
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| 24.12.2002 |
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X-mas is here! Traditionen müssen gepflegt
werden. Also war als erstes der Besuch bei meiner Jugendfreundin
Sibs angesagt. Wie jedes Jahr fuhr ich nach dem Mittagessen
nach Memersch wo die gesamte Familie schon auf mich wartete.
Stundenlang erzählte jeder jedem was im letzten Jahr so
geschehen war, was in den nächsten Monate an absehbaren
Veränderungen bevorsteht, was die Liebe macht (oder eben
auch nicht), was andere so machen, die wir noch aus der gemeinsamen
Vergangenheit kennen und schon damals nicht mochten und andere
mehr oder weniger wichtigen Themen. Wie immer ging die Zeit
viel zu schnell um und wie jedes Jahr versprachen wir uns uns
das nächste Jahr mal zwischendurch zu besuchen. Na, warten
wir's ab!
Als ich wieder nach hause kam war die Hektik schon in vollem
Gange. Mom stritt sich wie jedes Jahr mit Großmutter über
die Füllung der Gans, Großvater suchte verzweifelt
den Porno Kanal, Dad schlief, meine allein erziehende Schwester
versuchte ihre zwei Töchter zu bändigen, mein kleiner
Bruder surfte im Internet und der Große steckte mit seiner
Frau im Stau und versprach bis zum Abendessen da zu sein.
Oh du fröhliche! Um acht Uhr saßen wir dann endlich
alle versammelt am reich gedeckten Tisch. Grandpa suchte nicht
mehr den Porno Kanal, sondern seine Dritten, meine Nichten nölten
rum, dass es keine Pommes gab, Mom und Grandma stritten sich
um den Platz am Tisch, meine Schwägerin und mein Bruder
zankten sich noch, weil die Fahrt wohl nicht so berauschend
war, nur mein kleiner Bruder und ich waren uns einig, dass alles
gelungen war.
Um neun ging es schließlich zur Bescherung. Meine Nichten
stürzten sich natürlich als erstes auf die Geschenke
und das Chaos war perfekt. Die Kleinste hatte die "Frisch
geschieden Barbie" geschenkt bekommen, wo es noch das Auto
und das Haus von Ken dazu gibt was meiner anderen Nichte ziemlich
aufstieß, da sie nur eine Barbie mit Pferd und Stall bekam.
Großvater bekam zu Grandma's Freude eine Packung Viagra
geschenkt und Grandma eine Flasche Doppelherz. Der Rest von
uns bekam nichts. Das haben wir uns schon vor Jahren abgewöhnt.
Um zehn wurden die beiden Mädchen zu ihrer größten
Entrüstung ins Bett geschickt, aber noch eine Stunde Pferdstriegeln
und Ölwechsel durch Big Jim hätte keiner von uns mehr
ertragen. Ab da wurde es dann endlich ruhig. Da der ganze Tag
doch recht stressig war genossen wir den Rest des Abends harmonisch
vor der Glotze - nachdem wir uns fast eine halbe Stunde über
den Film stritten, den wir uns anschauen wollten (oder eben
nicht!). |
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| 23.12.2002 |
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Heute geht es gen Heimat. Zuvor musste ich aber
noch Dollar tauschen. Das war leichter gesagt, als getan. In
der Commerzbank war man so um die Kunden bemüht, dass man
sie gar nicht gehen lassen wollte. Stattdessen bequatschte die
Schwuppe hinterm Schalter einen ahnungslosen Referendar, der
eigentlich nur eine Klassenfahrt zu organisieren hatte und seine
Kontoauszüge brauchte, um zu prüfen, ob alle gezahlt
hatten. Derweil zählte Serpil, seine Kollegin, genauestens
Geld ohne die länger werdende Schlange aus den Augen zu
lassen. Als der Druck zu groß war, die Leute am Ende der
Reihe erledigten mittlerweile bequem ihre Einkäufe im angrenzenden
Real (ohne die Schlange zu verlassen!), öffnete sie schließlich
doch, um direkt den ersten beiden Kunden mitzuteilen, dass sie
nicht helfen könne. Ich entschloss mich zu einer anderen
Bank zu gehen. Nachdem ich nun soweit alles Zuhause geregelt
hatte ging die Reise los. Na fast! Erst wartete ich auf die
Bahn, das auf den Bus, dann auf meine Bordkarte - Warteliste!
-, dann auf den Security Check, erneut auf die Bordkarte, dann
auf's boarding und auf den Start. Endlich!
In Frankfurt angekommen ging das Warten weiter, auf das Gepäck.
Doch diesmal hieß es nicht endlich. Es war weg. Da ich
es noch beim Warten auf's Take off sah war ich Zunächst
guter Hoffnung, dass es sich nur einsam fühlte auf den
Förderband da sonst kein anderer Passagier wartete. Nach
einer halben Stunde gab ich die Hoffnung und die Vermisstenanzeige
auf. Befreit von zwanzig Kilo Gepäck ging es zum Bahngleis
5 am Fernbahnhof. Schließlich war ich noch nicht am Ziel.
Gerade als der Zug einfahren sollte informierte mich ein freundlicher
Bahnbediensteter, dass der Zug auf Gleis 2 einfahren würde.
Die Reise geht weiter. Rolltreppe rauf, endlose Gänge entlang
zum Aufzug. Menschenmassen mit Trolleys die warten ins Erdgeschoss
gefahren zu werden. Nicht ich! Geistesgegenwärtig nehme
ich beherzt die Treppen des Notausgangs. Unten angekommen musste
ich feststellen, dass ich erst im ersten Stock war, also rein
in den offenen und leeren Aufzug, aber ehe ich mein Ziel eingeben
konnte fuhr er auch schon los - zurück in den zweiten Stock,
zu den Menschen mit den Trolleys. Jetzt aber, alle gemeinsam
ins Erdgeschoss zum Zug in die Heimat. Und ja, ich kam an mein
Ziel. Doch was sahen meine wunderschönen blauen Augen?!
Menschenmassen! Einen völlig überfüllten Zug!
Man bekam den Eindruck man sei in Indien! Ich war zum ersten
Mal glücklich, dass mein Koffer weg war. Ich kam ja so
schon kaum durch die Abteile auf der Suche nach nem Sitzplatz
geschweige denn mit dem leichten Gepäck, das sich wahrscheinlich
schon auf nem Flieger gen Asien befand! Beim ersten Halt am
Frankfurter Hauptbahnhof sprang ich aus dem Zug, weil sich eine
einzige Hoffnung auf einen Sitzplatz vier Wagons weiter befand
- der Speisewagen und ja ich hatte wieder Glück.
Nach kaum vier Stunden Reise war ich endlich am Ziel. Nachdem
ich mich von den Strapazen erholt hatte machte ich mich daran
den Baum Zn schmücken, wie fast jedes Jahr. Wer mich kennt
weiß, dass ich eine sehr traditionsbewusste Person bin,
auch wenn man es mir nicht auf Anhieb ansieht. Gegen sechs wurde
ich langsam nervös, ob sich mein Koffer wohl noch einfände,
oder sich irgendwelche Thais über Bekleidung aus Wolle
wundern und zugleich amüsieren würde. Also rief ich
bei Lost and Found an, um zu erfahren, dass meine Kostbarkeiten
quasi schon so gut wie bei mir seien. Das so gut wie entpuppte
sich als drei Stunden später und die Tatsache, dass mich
niemand aktiv informierte wird auch noch ein Nachspiel haben.
Anyway, Weihnachten kann kommen! |
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| 21.12.2002 |
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| Heute kaufte ich den Beiden ein Eigenheim! Das
ist total niedlich, mit Auskuck (genau heißt es Look Out
Lodge!) und Gängen. Eigentlich ist es ja für Hamster,
aber für die Kinder ist mir nichts gut genug. Na ja, genau
genommen ist für mich nichts gut genug. Der Käfig
ist nämlich zu neunzig Prozent aus Plastik und somit geräuschneutral
und günstig. Außerdem passt er hervorragend zu meiner
Einrichtung. Schade nur, dass sie noch nicht einziehen können.
Dafür sind sie noch zu jung und zu klein. Die brauchen
nämlich noch ihre Mom und Dad und außerdem würden
sie durch die Stäbe passen, die sich in Höhe des ersten
Stocks, ihrem zukünftigen Schlafzimmer befinden. Na, wenn
ich aus New York Zurückkomme könnten sie groß
genug sein, mal schaun. |
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| 20.12.2002 |
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| Endlich kam Stefan mal wieder vorbei. Ihm habe
ich Anastasia zu verdanken. Doch sein Besuch entpuppte sich
eher als Bescherung. Fachmann der er ist hat er mir eröffnet,
dass ich Mutter von zwei gesunden Babies geworden bin. Natürlich
nicht ich, sondern Anastasia! (Jetzt weiß ich, wie sich
Wanda gefühlt haben muss.) Ich habe die beiden Maxima und
Wilhelm Alexander genannt. Der Hit ist, dass sie schon mindestens
vierzehn Tage alt sein müssen. Was ich für das Quietschen
des Laufrads hielt waren das Fiepen der Jungen! Wie Peinlich,
zumal das Rad schon seit Wochen im Streu eingebuddelt ist! |
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| 17.12.2002 |
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Heute war es soweit. Die lang ersehnte
Paketkarte war im Briefkasten! Ich hatte vor eineinhalb Wochen
bei ebay ein neues, kleines, nützliches Handy ersteigert.
(Ich hasse dieses Wort "Handy". Viel lieber nutze
ich das englische Wort Mobile - wie das wohl kommt ?!) Anyway,
ich konnte ja unmöglich bis morgen früh warten es
abzuholen und da es eh schon fast Ladenschluss war ging ich
das Risiko ein umsonst zehn Minuten auf einen freien Schalter
zu warten. Aber nein, das Glück war mir hold! Und entsprechend
kam ich auch viel später ins Atelier Theater als erwartet,
da ich das neue Teil ersma auschecken musste. Geiles Ding! (Nein,
nicht mich - das Mobile.) Ist da, alles schön bunt und
Fotos macht es auch noch. Wie das mit MMS geht weiß ich
noch nicht, aber das krieg ich auch noch raus.
Das Stück von Duotica hat in den letzten zwei Wochen dazu
gewonnen - nicht zuletzt durch Steve, der die Beiden heute begleitet
hat. Ich wünschte mir sie würden bald auf einer größeren
Bühne spielen, auch wenn das das Atelier gar nicht will.
Klar, bei so einem Paar!
Anyway, das Stück von Duotica, das ich ja vor zwei Wochen
schon sah, hat nach nur zwei weiteren Shows echt noch dazu
gewonnen. Das mag zum einen an Steve gelegen haben, der für
Thomas einsprang, oder einfach an der Professionalität.
Zu meiner Überraschung traf ich Mel im Theater. Sie
war kurzfristig aus dem Urlaub zurückgekommen, um die
beiden bühnentauglich zu machen. Es ist faszinierend
zu sehen, wie man aus zwei gutaussehenden Menschen Sexsymbole
machen kann. (Na, vielleicht nicht gerade faszinierend, schließlich
gelingt das Mel und mir auch jedes mal.) |
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| 16.12.2002 |
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So,das Jahr bezüglich des Kulturschocks
wäre geschafft. Traditionell eröffnete ich gestern
wieder den Classik Schock als ''Lichtgestalt''. Wer es nicht
selbst gesehen hat glaubt mir nicht, dass ich über eineinhalb
Stunden in der "Maske" verbringe, um in das Kostüm
gebaut zu werden und letztlich nur dreieinhalb Minuten damit
auf der Bühne zu sehen bin. Kein Wunder, dass Künstler
als durchgeknallt gelten. Und da wundere ich mich, dass ich
noch Single bin. Aber egal wie, die Resonanz des Publikums bestätigt
mich immer wieder. Nun, jetzt geht es erstmal in großen
Schritten auf den Urlaub zu. Über meinen Bruder habe ich
günstig Tickets nach New York bekommen. Der Wermutstropfen
ist, dass es "stand by" Tickets sind. Soll heißen,
wenn der Flieger voll ist bleiben wir stehen. Auch egal, schon
die Aussicht für ein Wochenende in NY zu sein gibt mir
Energie.
Das mit Access hat leider doch nicht so geklappt wie ich dachte.
Marco hatte mir zwar einiges gezeigt, doch in diesem Fall hilft
mir learning by doing doch nicht ganz. Da werde ich wohl nach
meinem Urlaub noch mal ein bisschen Nachhilfe nehmen müssen. |
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| 14.12.2002 |
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| Herrlich entspannt stand ich heute echt früh
auf. Na ja, genau genommen wurde ich recht unsanft um zwölf
Uhr vom Postboten aus dem Schlaf gerissen. Das Ärgerlichste
daran war, dass er nicht mal was für mich hatte sondern
für den Nachbarn, der aber nicht öffnete. Da ich jetzt
eh schon wach war frühstückte ich erstmal ausgiebig
- ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper. (3etzt
kling ich schon wie Vera Drombusch!) Nach zwei Stunden Aerobic
und walking chillte ich unter Carlos kräftigen Händen,
um mich mental auf den Unterricht mit Marco einzustimmen. Der
süße Chilene weiß nämlich wie Access funktioniert
und Teile dieses Wissens wollte er mir heute vermitteln. Nach
zwei Stunden eifrigen Erstellens von Beziehungen zwischen diversen
Tabellen mussten wir leider unseren Tatendrang unterbrechen,
um ins Schulz zu fahren. Dort wurde er mit seinen flinken Händen
an der Technik gebraucht. Hanno und Chrissi haben ja zur Zeit
ein Musical dort laufen, dass die Weihnachtsgeschichte in einem
völlig neuen Licht erscheinen läßt. Da ich nichts
besseres zu tun hatte ging ich spontan mit. Was soll ich sagen,
diese Spontaneität zahlte sich aus. Ich hatte eine total
unterhaltsamen Abend - viel besser, als alleine mit einer Flasche
Lambrusco und ner Tüte Chips vor der Glotze zu hängen
- mit überraschenden Talenten, viel Gesang, Choreographie,
Tanz und Theater. Echt lustig! Nach dem Stück machte ich
mich zum Verdruss der anderen - ich traf natürlich viele
Bekannte im Schulz - auf den Heimweg, da ich mich morgen ja
wirklich früh an mein Kostüm für den Classik
Schock machen muß. Und jetzt wo ich so an meinem Tagebuch
schreibe überfällt mich noch eine Horde junger Männer,
die mit mir noch um die Häuser ziehen wollte - schließlich
sei Bärennacht. Was interessieren mich Bären, sofern
sie nicht vor dem Kamin liegen und ich drauf. Da lehnte ich
dankend ab. So jetzt geht's in die Heia - alleine, aber das
ist ja nichts neues! |
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| 13.12.2002 |
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Freitag der 13! Das versprach ja ein toller Tag
zu werden. Der Wetterbericht kündigte Eisregen an, ich
vergaß mein Monatsticket und der Geldautomat hielt meine
EC Card ein! Wider erwarten gab es keine Kontrolle, die Bahn
kam pünktlich und ich habe ein paar Fellhandschuhe gefunden,
die noch original verpackt waren. Im Büro erfuhr ich, per
email von Holger, dass Mel spontan verreist war, mit einem Typen,
der sie auf der Straße ansprach. So ist meine Mel, sie
kann einfach nicht nein sagen.
Der Tag verlief ansonsten völlig unspektakulär. Zuhause
schmiss ich mich einfach auf die Couche und genoss es mich von
vorne und von hinten bedienen zu lassen. Wozu habe ich den schließlich
all die Bediensteten? Imelda kochte mir mein Leibgericht Frikadellen
mit Kartoffelsalat während Carlos mich massierte. (Ja,
ich habe mir meinen Traum erfüllt und endlich meinen privaten
Masseur. Und wer wäre dazu besser geeignet gewesen, als
er?!) Okay, dafür musste ich meinen Gärtner entlassen,
aber der hatte eh meinen Pflanzen mehr Aufmerksamkeit geschenkt
als mir, da half ihm auch seine Arbeitsuniform nicht (so gut
ihm auch die Radlerhosen und das Muscleshirt standen!) Somit
stand der Abend unter dem Motto fressen und zappen! |
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| 12.12.2002 |
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Da heute alle, die mir hätten helfen können
krank oder nicht im Haus waren ging ich auch früher. So
konnte ich in Ruhe meinen Roller aus der WerKstatt holen und
mich auf meinen Arzttermin vorbereiten. Ich hatte mir ja schon
vor Monaten ein großes Blutbild machen lassen, um zu erfahren,
ob ich schwanger bin oder mir sonst irgend was fehlt. Das Eigebnis,
das ich heute erhielt war niederschmetternd. Weder schwanger
und kerngesund! Dabei hatte ich doch Sex! Jetzt glaubt mir wieder
niemand, dass ich nicht wertvoll bin!
Von Mel höre ich seit einer Woche nichts. Sie reagiert
auf keinen meiner Anrufe oder emails. Ich befürchte schon,
dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens wurde, wobei
Gewalt musste man bei ihr ja noch nie anwenden, um Sex zu haben.
Ich hoffe sie meldet sich bald. |
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| 10.12.2002 |
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| Mein Date hat sich nicht gemeldet und im Büro
werde ich auch nur hingehalten. Mittlerweile kristallisiert
sich für mich heraus, dass ich lernen muss auch mal nein
zu sagen, sonst gehe ich früher oder später vor die
Hunde! Was mich glücklich stimmt ist die Aussicht auf New
York in vierzehn Tagen. |
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| 07.12.2002 |
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Heute wäre ja eigentlich Ruhe nahe liegend
gewesen, aber weit gefehlt. Nachdem wir immerhin ausgeschlafen
hatten beseitigten Gina und ich erstmal das Chaos, das wir heute
Nacht zurückließen, als wir um halb vier heimkamen.
Anschließend ging Gina in die Stadt, um ihre geheimen
Zutaten für das heute anstehende Abendessen unseres Gebärdenkurses
zu besorgen. Währenddessen ging in shoppen. Als ich um
fünf heimkam blinkte mein Anrufbeantworter, als bewerbe
er sich als Weihnachtsbaum. Dreiviertel des Kurses hat abgesagt.
Zum größten Teil waren sie krank und lagen mit irgendjemandem
im Bett. Joana musste kurzfristig einem Gyrosbudenbesitzer helfen
den Elektrostarter zu reparieren. Pfiffiger Weise hatte der
Mann mit dem Elektromesser das Kabel durchgeschnitten, nachdem
sein Partner Fritten in die Friteuse schmiss, wodurch es zu
so heftigen Spritzern kam, dass der Mann zur Seite sprang und
so das Kabel traf. Marco hingegen sprang im Schulz in der Technik
ein, damit das Theaterstück von ChrisMatts gut über
die Bühne gehen konnte. Na ja, und so kam es, dass wir
nur zu viert waren. Da Gina wie wahnsinnig durch die Küche
wirbelte und durch nichts zu beirren war zeichnete sich für
mich ab, dass wir Unterstützung brauchten. Mir fiel da
am passendsten Holger ein. Schließlich hat er auch mindestens
einen Bekannten, der gehörlos ist und soweit ich mich erinnerte
konnte Holger auch bisschen Gebärden.
Einen so ruhigen und zugleich gesprächigen Abend hatte
ich echt noch nie erlebt. Das spannendste war, dass ich wesentlich
mehr reden konnte, als erwartet. Und Holger hat mich nur verblüfft.
Seine Hände wirbelten durch die Luft, als wäre er
professionelle Saftschuppse irgendeiner Billigairline, die gerade
Notwassern muss und er dies mit Händen und Füßen
und seinem gewohnten Körpereinsatz den panischen Fluggästen
zu erklären versucht, die allerdings eh nicht aufpassen
und nur über ihre im Duty Free shop günstig erworbenen
Parfums und Swatch Uhren nachdenken und darüber, dass ihr
Leben doch viel zu kurz gewesen sei und sie ihrer Mutter hätten
doch lieber original Kukident Haftcreme kaufen sollen, statt
des billigen No Name Produkts, das nach Hubba Bubba riecht und
ob sie wohl in die Hölle kommen, dafür, dass sie dem
alten Mann nicht ihren Platz in der U-Bahn angeboten hatten
und stattdessen so taten als hätten sie ihn nicht gesehen
oder womöglich wie Tom Hanks als einziger Überlebender
auf einer einsamen Insel jahrelang verschollen seien und ihre
Frau sie für tot erklären würde, um endlich den
verwitweten Anwalt zu heiraten, dem nachgesagt wird er hätte
seine Frau mit Strychnin ermordet, was aber nie nachgewiesen
werden konnte, weil sie nie gefunden wurde und er an der Geschichte
fest hält, sie sei auf Papete von Eingeborenen entführt
und als Gabe für einen riesigen Gorilla geopfert worden.
However, er ist echt flink mit den Fingern! (Aber das wusste
ich ja schon!)
Anyway, gegen ein Uhr löste sich diese heitere Runde schließlich
auf. Zum Glück habe ich morgen einen freien Abend. Ich
brauche einfach mal eine kleine Pause. |
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| 06.12.2002 |
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Nach einem wirklich anstrengenden Tag zwischen
etlichen Tabellen und Zahlen ging es völlig überstürzt
nach hause. Um halb sieben kamen Gina, Michelle und Gabi, um
sich bei mir für den Benefizabend in den Vulkanhalle vorzubereiten.
Gabi kam natürlich wieder mal zu spät. Okay, der Grund
war plausibel. Sie fuhr mit ihrem Wagen einem jungen Mann hinten
auf, um seine Adresse zu bekommen. Zu unserem Pech war der Limoservice
pünktlich, so dass wir schon wieder Hals über Kopf
das Haus verlassen mussten. Der Fahrer war sichtlich überrascht
über so viel Sinnlichkeit an Bord. Wahrscheinlich rechnete
er mit vier Damen vom Kegelklub und nicht mit Geschossen wie
uns. Nachdem sich seine Nervosität gelegt hatte (ich schätze
Ginas Zuwendung hat nicht unwesentlich dazu beigetragen!) fand
er letztlich doch noch die Vulkanhalle.
Leider mussten wir jetzt noch die Künstlergarderoben finden!
Das erwies sich als nicht so einfach, da das Gelände riesig
ist und gerade erst eröffnet wurde. Trotz Michelles zurückhaltender
Art und ihrer geschickten Fragetechnik wurden wir nach weiteren
zwanzig Minuten endlich fündig. Sichtlich nervös und
erleichtert begrüßte uns Simple, die uns für
den Abend engagiert hatte. Nachdem wir uns mit den Örtlichkeiten
vertraut gemacht hatten liefen wir auch schon los, um eifrig
Lose zu verkaufen.
Gina und Michelle köderten die Gäste mit einem Reisegutschein
für zwei Personen in die Wintereifel in Begleitung der
Beiden. Und Gabi, die mit mir sammelte, lockte mit dem Angebot
eines gemeinsamen Abendessens, sofern man die Tupperdose gewinnt.
Was keine zu dem Zeitpunkt wusste war, dass es weder einen Reisegutschein,
noch was aus Tupper gab! (Nennt man das unlauteren Wettbewerb?)
Na ja, das Sammeln, das viel Spaß machte und Geld einspielte
was ja nur ein Teil unseres Jobs.
Der noch amüsantere Part war, Background für diverse
Künstler und Künstlerinnen wie Isabell Varell, Thomas
Hermanns, Pe Werner, Marion Radtke, Georg Uecker, Maren Kroymann
oder Dirk Bach zu sein (um nur einige zu nennen - ich halte
ja nichts von "name dropping"). Da der Abend ja das
Motto "Cover me" trug sangen die Stars des Abends
nur deutsche Coverversionen bekannter englischer Schlager bzw.
Evergreens. Das Publikum tobte, als Dirk - mit Gabi und mir
im Background - "Der Hund von Baskerville" zum Besten
gab. Auch bei den anderen Liedern war das Volk nicht zu halten.
Das Finale war ein weltbekannter Hit - so was wie "We are
the world'' - dessen Titel ich aber vergessen habe. (Wie schon
gesagt. Ich habe ein fotografisches Gedächtnis, nur meist
keinen Film drin!)
Das war heute ein riesiger Spaß, auch trotz des Stresses
am Anfang. Alle waren super nett, bis auf Hella, aber von ihr
erwartet ja wohl jeder, dass sie zickig ist. Simple, das hast
Du wirklich prima organisiert! |
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| 03.12.2002 |
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Der Tag im Laden bot mir eine mächtige Überraschung.
(Nein, keinen muskulösen, verschwitzten Handwerker, der
auch bei fünf Grad mit nacktem Oberkörper irgendwas
reparierte - egal was. Leider!) Nein ich wurde darüber
informiert, dass ich ab sofort im Büro arbeiten würde,
ganz ohne Kundenkontakt. Ein Teil von mir bedauert diesen Umstand,
da hin und wieder mal ein schnuckeliger Single im Laden stand,
der was zu Muttertag oder jetzt eben zu Weihnachten kaufen wollte.
( Die Singles erkenne ich immer daran, dass sie völlig
verloren vor den Regalen rumstehen und zu hoffen scheinen, dass
die Flakons ihnen zurufen "Kauf mich, ich bin der Lieblingsduft
deiner Mutter!" wogegen die Liierten genau wissen, was
ihre Frau oder Freundin mögen - weil die Frauen es einfach
auf ihre subtile ihnen vier Wochen im Voraus einbläuen!)
Anyway, da das in den letzten Jahren auch nicht half einen LAG
zu finden nahm ich das Angebot an! Ich bin mal gespannt was
für Arbeiten auf mich zukommen werden!
Abends ging ich ins Atelier Theater zu Duotica's Weihnachtsshow.
Ich sag nur, wer die nicht sieht hat echt was verpasst. Marion
verwandelte sich von der grotesken Karibik Queen zur glamourösen
Fifties Lady im Abendkleid. Und Holger vom schnuckeligen Beachboy
zum leuchtenden Schwan - lecker!!! Was ich kaum für möglich
hielt war, dass sie nur neue Lieder sangen - okay bis auf eins,
aber das passte einfach zu gut und außerdem haben sie's
ja auch aus dem letzten bzw. aktuellen Programm rausgenommen
(warum eigentlich?!). Wieder mal ein gelungener Abend! |
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| 02.12.2002 |
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| What a day today! Ich habe verschlafen, was nicht
wirklich verwunderlich ist nach dem Tag. Also rief ich im Laden
an, dass ich nicht käme. Meine Kolleginnen hatten verdächtig
viel Verständnis gezeigt. Wahrscheinlich waren sie froh,
dass ich nicht kam. Anyway, ich nutzte den Tag, um die Videos
von gestern zu bearbeiten. Außerdem musste ich meinen
Roller in die Werkstatt bringen. Das heißt für die
nächsten Tage, dass ich wieder mit dem gemeinen Volk öffentliche
Verkehrsmittel benutzen muss. On the other hand kann ich so
mein Tagebuch à jour halten. Es hat halt alles zwei Seiten
(jetzt klinge ich schon wie Vera Drombusch). Anyway, das Capturen
bot mir die Möglichkeit die Shows vom Tag noch mal Revue
passieren zu lassen. Das war schon ein bombastisches Programm,
das wir dem Publikum boten, schade nur, das am Anfang so wenige
da waren. Wie auch immer, der heutige Tag Zuhause tat mir auf
alle Fälle gut. Ach ja, der Mann von letzter Woche aus
der Dessousabteilung hat sich gemeldet. Wir haben uns für
Sonntag verabredet. Mal sehen wie das läuft. |
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| 01.12.2002 |
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| Was für ein Tag. Um neun
Uhr wurde ich mit meinen zwei Überseekoffern von unserem
Visagisten Stephan zuhause abgeholt, weil wir ja heute unseren
zehnten Geburtstag des Kulturschocks feiern wollten. Als wir
im SCHULZ ankamen waren schon einige der Truppe eifrig am
Aufbauen der Technik im Café, der Ausstellung und der
Bühne in der Katakombe. Möhrchens Freund machte
sich ans vorbereiten des Buffets, doch zu seinem Frust wurde
jedes Brötchen, das er fertig hatte direkt von einem,
der/die vorbeikam wieder weggefuttert. Nach dem zehnten Brötchen
entschloss er sich den Versuch ein schickes Buffet herzurichten
in die Tonne zu drücken und überließ die Brötchen
ihrem Schicksal in der gelben Tüte und viele Menschen
hungrig. Joana, die ihren Gyrosgrill vermißte ergriff
schließlich die Initiative ihr Brötchen selbst
zu schmieren. Diesem Vorbild folgten letztlich alle anderen
auch. Da ich es nicht gewohnt bin mich selbst um mein Essen
zu kümmern hielt ich mich an Zigaretten und Kaffee, was
auch recht nahrhaft ist.
Gegen Mittag stand der größte Teil der Ausstellung,
das Brunch im Café lief auf vollen Touren (Das war
überhaupt der Grund, dass wir schon so früh im Haus
waren - schließlich sind Aufbauarbeiten während
des brunchens nicht wirklich einladend. Wir mußten vor
elf mit der Technik und Bühne im Café fertig sein,
was uns auch gelang!) Gabi, die sich professionellst um die
News gekümmert hatte koordinierte zusammen mit Joana
und Marco - unserem Statistiker - die Auswahl der Zeitungsartikel
und Fotosammlungen der letzten zehn Jahre. Da fiel es dem
ein oder der anderen schwer nicht in Erinnerungen zu ertrinken
und die Arbeit zu vergessen.
Gegen zwei Uhr schmissen wir uns in die Maske, um für
die Gäste, die um drei Uhr den Showmarathon eröffnen
sollten, bereit zu sein. Der erste Frust kam bei mir auf,
da keine Menschenmassen ins Schulz strömten, um mit uns
zu feiern, aber das konnte sich ja noch ändern.
Ludwig eröffnete den ersten Block im Café, und
aus den geplanten fünfzehn Minuten opening act wurden
prompt eine Stunde wunderbarer Unterhaltung, da wir völlig
vergaßen uns eine Moderation zu engagieren. Beherzt
stürzte Ammelie in die Bresche und führte zusammen
mit Herrn Störck durch die erste Show, die sich mittlerweile
um die erste halbe Stunde verschoben hatte. (Es wurde nur
eine halbe Stunde weil eine Künstlerin nicht kam - wir
hatten versucht sie zu erreichen, doch leider vergebens -
die Gute besitzt nichtmal einen Anrufbeantworter!)
Fließend ging es in den zweiten Block in der Katakombe
über, den Mieke und Gabi begleiteten. Ich hatte mich
in die Garderobe jenseits der Massen zurückgezogen, weil
ich zu frustriert war eben gleiche (ein wenig Trost spendete
mir eine Künstlerin, die meinte, das läge an dem
Termin. Auch wenn die Ankündigung im November und Dezember
- teilweise - in den monatlichen Terminkalendern stand überliest
man gerne den Monatsanfang. Entweder sei der Termin noch zu
weit weg oder gerade vorbei.) In fünf Jahren legen wir
das Jubläum mitten in den Monat!
Der Showteil in der Katakombe schien aber trotz der geringen
BesucherInnenzahl sehr gut angekommen zu sein. Zumindest hörte
ich bisher nichts gegenteiliges.
Der dritte und letzte Gästeblock war dann auf jedenfall
fulminant - es hatten sich viele ZuschauerInnen eingefunden
und das Café war am Jubeln. Ich schmollte immernoch
in der Garderobe und bereitete den abendlichen Kulturschock
vor, den ich zusammen mit Melanie moderieren sollte. Und obwohl
ich seit fast zwölf Stunden im Haus war schaffte ich
es doch tatsächliche nur knapp vor Beginn backstage zu
gelangen.
Ich habe ja - bedingt durch diverse Erfahrungen aus der Vergangenheit
- ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu Doppelmoderationen.
Bisher laberte ich mir immer den Wolf und kommentierte die
Comoderatorin und Herrn Störck, der dann mich kommentierte,
das dann die Comoderatorin kommentierte, das ich wiederum
kommentierte und so weiter. Anyway, da ich mit Mel darüber
gesprochen hatte ging ich positiv gestimmt in die letzte Runde!
Bevor ich jetzt die gesamte Show revuepassieren lasse. Quintessenz
für mich ist, dass wir achzig Prozent gut gemacht haben.
Wir waren nett, hatten gute Gags, waren unverschämt und
teilweise vernichtend - gegenüber einander, der Technik,
dem Publikum, dem Haus und den Mitstreitern auf der Bühne.
Ich glaube, der Einzige, der nichts abbekam war Ludwig. Den
Rest der Moderation haben wir wirres Zeug gelabert, das keiner
Verstand - ich wahrscheinlich am wenigsten, aber nach nunmehr
dreizehn Stunden am Set finde ich das immernoch einen sehr
guten Schnitt.
Was mich am meisten traurig macht ist, dass ich von den wunderbaren
Künstlern und Künstlerinnen so wenig mitbekam. Und
dass ich keine Chance hatte mich bei Ihnen, nach Ihrem Beitrag
zum Gelingen des Tages, richtig bedanken konnte. Ich hoffe
sehr, dass sie mir das nicht übel nehmen und bald bei
uns wieder im Kulturschock erscheinen, damit ich das wieder
gut machen kann!
Jetzt muss ich aber in die Heia, ich brauche meinen Schönheitsschlaft! |
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