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Dezember 02  
 
 
Wir kamen um sechs Uhr aus New York in Frankfurt an. Leider hatten wir die Sonne in den Staaten zurückgelassen und der Regen hat uns wieder. Zum Glück mussten wir weder auf verlorenes Gepäck, noch auf irgend einen Zug warten, da Jörg seinen Wagen in Frankfurt hatte, mit dem wir bequem heimfahren konnten. Ivana hatte nicht so viel Glück. Sie stand völlig aufgelöst am Gepäckband und quatschte jeden, der nicht schnell genug weg war an - genaugenommen jammerte sie- "my brown Louis Vuitton bag, it is gone" (in perfektestem tchech-english) - wobei Ihre Hochsteckfrisur völlig auf Halbmast stand. Das war wirklich kein schöner Anblick. Sie hätte sich wohl doch besser nie von Donald trennen sollen. Anyway, wir fuhren heim und überließen Ivana ihrem Schicksal.

Nach einer ruhigen Heimfahrt und einem welcome home Coffee verabschiedeten wir Jörg, um uns wenige Stunden später wieder zu sehen und gemeinsam auf die Silvesterparty von Sascha und Volker zu gehen. Ich hatte ja ursprünglich vor Mieke und Ihren Mann Günter in Den Bosch zu besuchen, doch Dank meiner Reife entschied ich mich für die vernünftigere Alternative und blieb in Köln. Gabi und Joana waren zwar ebenso enttäuscht wie Mieke, aber wie sich rausstellte war es nicht nur eine reife sondern auch eine weise Entscheidung!

Die Party bot alles was ich mir wünschte. Essen, Männer und Alkohol im Überfluss. Okay, die meisten waren vergeben, was sich aber nicht als Hindernis erwies. Nach dem fünften Orgasmus (ich meine das Getränk!) waren alle Hemmungen vergessen und die Party war in vollem Gange. Marco, durch den ich die beiden schnuckeligen Gastgeber vor Jahren kennen lernte, erkannte mich nicht wieder. Aufgrund meiner sonstigen angeborenen Zurückhaltung kannte er mich natürlich nicht so wie ich heute drauf war. Und ich muss zugeben ich musste mir selbst im Laufe der Nacht noch so manches durch den Kopf gehen lassen, was ich so alles trank, aß oder tat, aber es gab nichts was ich bereut hätte. Um vier Uhr verabschiedete ich dann aber doch von der Party, schließlich wollte ich an Neujahr nach Berlin reisen.
 
 
Heute stand schon wieder der Rückflug auf dem Plan. Zuvor mussten wir aber noch ein paar Dollar unter die Leute bringen. Ich entschied mich mir noch eine neue Uhr zu kaufen, wohingegen Jörg und Jörg lieber noch ein paar Klamotten exportieren wollten. Und bevor uns die Limo an den Flughafen fahren sollte traf ich mich noch mal kurz mit Deborah im Café Europa, um mich zu verabschieden.

Am Flughafen genossen wir es uns der Leibesvisitation der Security hinzugeben, bevor wir im Duty Free alle Limits ausnutzten. Zu unserer aller Freude wurden wir gemeinsam in der Businessclass eingecheckt. So bekam der Urlaub noch einen krönenden Abschluß!
 
 
Vormittags gingen wir gemeinsam zum "Ground Zero", aber außer einer riesigen Baugrube, Menschenmassen und Souvenirverkäufern erinnerte eigentlich nichts mehr an die zwei Türme. Überraschenderweise hatte ich keinerlei Beklemmungen oder dergleichen. Das lag wohl daran, dass ich mich damals eigentlich kaum hier unten im Finanzialdistrict aufhielt, außer, um mit Bekannten oder damals meiner Mom auf's World Trade Center zu fahren und die Aussicht zu genießen.

Danach trennten sich auch schon unsere Wege, da ich keinen Bedarf hatte schon wieder auf die Freiheitsstatue zu gehen. Das hat mir schon vor elf Jahren - also quasi als Kind - gereicht. Ich machte mich lieber auf die Suche nach Pumps für Ammelie. Die Arme leidet schließlich an Riesenfüßen und da ist das Land der Unbegrenzen Füße äh Möglichkeiten der richtige Ort, um dem Dilemma Abhilfe zu leisten. Dachte ich! Seit letztem Jahr hat der Laden im Meat Market District, der Damen in Übergrößen zu helfen wusste, leider aufgrund des Todes des Besitzers geschlossen. Tja, sorry Ammelie!

Nachmittags wollte ich mich mit Deborah zum Fotoshooting im Central Park treffen, doch leider wurde nichts daraus, da sie kurzfristig einen Auftritt reinbekam. Na ja, dann halt das nächste Mal!

Die dazugewonnene Freizeit nutze ich, um eine Maniküre und Massage zu genießen, solange bis die Jungs von ihrer Sightseeing Tour zurückkamen. Den Abendplan cancelten wir schließlich kurzfristig, da wir von dem Tag so erledigt waren, dass wir lieber den Roomservice genießen wollten.
 
 
Heute war unser Motto "Shop till you drop". Nach einem ausgiebigen Continental Breakfast stürzten wir uns Downtown. Die ganzen Geschäfte aufzuzählen würde den Rahmen meines Tagebuchs sprengen. Ich sag nur soviel, die beiden Jungs standen mir im Kaufrausch in keiner Weise nach.

Abends trafen wir uns mit Deborah in der Bar d'O. Dort treten KünstlerInnen wie Joey Arias auf. Leider war sie heute Abend mit Ihrem Programm unterwegs. Die beiden Ladies, die den Abend schmissen waren aber eine würdige Vertretung. Anschließend trennten sich unsere Weg. Ich ging dann mit den Jungs noch ins "The Monster", um ein bisschen zu tanzen und gescheiterten Broadway Künstlern beim Trällern zu lauschen. Als wir immer noch nicht genug hatten - soviel zum Jetlag - gingen wir um zwei noch ins "Rawhide" um echte Kerle zu kucken! Na derer gab es mehr als genug, so dass man uns erst um fünf Uhr rauskehren musste. Na ja, das war auch besser so, schließlich wollten wir ja am Sonntag noch weiter shoppen und die beiden ein bisschen Sightseeing machen!
 
 
Die Feiertage gingen friedlich und besinnlich rum. Dafür wurde es heute richtig spannend. Ich traf mich um acht Uhr mit meinem Mitbewohner und einem gemeinsamen Freund am Frankfurter Flughafen, um nach New York zu fliegen. Mich trieb ein wenig die Panik, da zwei Tage zuvor ein Blizzard NY heimgesucht hatte und den Flughafen lahm legte. Da wir ja nur stand by flogen befürchtete ich, dass der Flieger überbucht wäre und wir nicht mitkämen. Dem war nicht so. Im Gegenteil - ich flog sogar business class. Warum ich das nicht schon früher gemacht habe! Nachdem ich die drei Filme gesehen hatte, die im inseat Video geboten wurden und sämtliche Dreigängemenüs über mich ergehen ließ besuchte ich die Beiden in Economy. Ich konnte gar nicht fassen wie eng das hier alles ist. Die zwei taten mir beinah leid.

Schließlich kamen wir in JFK airport an. Endlich wieder zuhause! Die Passkontrolle ging schneller denn je und nach neun Stunden hieß es endlich RAUCHEN! Fünf Minuten später saßen wir in der Limo, die uns zu unserem Hotel fahren sollte. Und nachdem uns die Boys das Gepäck auf's Zimmer gebracht hatten nahmen wir erstmal eine vitalisierende Dusche, jeder natürlich in seinem eigenen Bad! Schließlich waren wir nicht zum Vergnügen da, bzw. genau deshalb und so hatten wir keine Zeit zu verschenken und drei Kreditkarten wollen genutzt werden! Nach einer Stunde stand der Chauffer vor der Tür, um uns zu Bloomingdales zu bringen, wo wir uns ein bisschen für morgen aufwärmen wollten. Man muß sich schließlich steigern können. Nach zwei Stunden ließen wir die Einkäufe ins Hotel bringen und trafen uns mit Deborah auf ein Cocktail in einer Bar am Union Square. Die Gute ist in letzter Zeit häufiger hier, weil sie diverse Gigs hat. Ihrem Rat folgend blieben wir bis dreiundzwanzig Uhr unterwegs, um dem Jetlag keine allzu große Chance zu geben. Dann ging es aber doch gen Nachtruhe!
 
 
X-mas is here! Traditionen müssen gepflegt werden. Also war als erstes der Besuch bei meiner Jugendfreundin Sibs angesagt. Wie jedes Jahr fuhr ich nach dem Mittagessen nach Memersch wo die gesamte Familie schon auf mich wartete. Stundenlang erzählte jeder jedem was im letzten Jahr so geschehen war, was in den nächsten Monate an absehbaren Veränderungen bevorsteht, was die Liebe macht (oder eben auch nicht), was andere so machen, die wir noch aus der gemeinsamen Vergangenheit kennen und schon damals nicht mochten und andere mehr oder weniger wichtigen Themen. Wie immer ging die Zeit viel zu schnell um und wie jedes Jahr versprachen wir uns uns das nächste Jahr mal zwischendurch zu besuchen. Na, warten wir's ab!

Als ich wieder nach hause kam war die Hektik schon in vollem Gange. Mom stritt sich wie jedes Jahr mit Großmutter über die Füllung der Gans, Großvater suchte verzweifelt den Porno Kanal, Dad schlief, meine allein erziehende Schwester versuchte ihre zwei Töchter zu bändigen, mein kleiner Bruder surfte im Internet und der Große steckte mit seiner Frau im Stau und versprach bis zum Abendessen da zu sein.

Oh du fröhliche! Um acht Uhr saßen wir dann endlich alle versammelt am reich gedeckten Tisch. Grandpa suchte nicht mehr den Porno Kanal, sondern seine Dritten, meine Nichten nölten rum, dass es keine Pommes gab, Mom und Grandma stritten sich um den Platz am Tisch, meine Schwägerin und mein Bruder zankten sich noch, weil die Fahrt wohl nicht so berauschend war, nur mein kleiner Bruder und ich waren uns einig, dass alles gelungen war.

Um neun ging es schließlich zur Bescherung. Meine Nichten stürzten sich natürlich als erstes auf die Geschenke und das Chaos war perfekt. Die Kleinste hatte die "Frisch geschieden Barbie" geschenkt bekommen, wo es noch das Auto und das Haus von Ken dazu gibt was meiner anderen Nichte ziemlich aufstieß, da sie nur eine Barbie mit Pferd und Stall bekam. Großvater bekam zu Grandma's Freude eine Packung Viagra geschenkt und Grandma eine Flasche Doppelherz. Der Rest von uns bekam nichts. Das haben wir uns schon vor Jahren abgewöhnt.

Um zehn wurden die beiden Mädchen zu ihrer größten Entrüstung ins Bett geschickt, aber noch eine Stunde Pferdstriegeln und Ölwechsel durch Big Jim hätte keiner von uns mehr ertragen. Ab da wurde es dann endlich ruhig. Da der ganze Tag doch recht stressig war genossen wir den Rest des Abends harmonisch vor der Glotze - nachdem wir uns fast eine halbe Stunde über den Film stritten, den wir uns anschauen wollten (oder eben nicht!).
 
 
Heute geht es gen Heimat. Zuvor musste ich aber noch Dollar tauschen. Das war leichter gesagt, als getan. In der Commerzbank war man so um die Kunden bemüht, dass man sie gar nicht gehen lassen wollte. Stattdessen bequatschte die Schwuppe hinterm Schalter einen ahnungslosen Referendar, der eigentlich nur eine Klassenfahrt zu organisieren hatte und seine Kontoauszüge brauchte, um zu prüfen, ob alle gezahlt hatten. Derweil zählte Serpil, seine Kollegin, genauestens Geld ohne die länger werdende Schlange aus den Augen zu lassen. Als der Druck zu groß war, die Leute am Ende der Reihe erledigten mittlerweile bequem ihre Einkäufe im angrenzenden Real (ohne die Schlange zu verlassen!), öffnete sie schließlich doch, um direkt den ersten beiden Kunden mitzuteilen, dass sie nicht helfen könne. Ich entschloss mich zu einer anderen Bank zu gehen. Nachdem ich nun soweit alles Zuhause geregelt hatte ging die Reise los. Na fast! Erst wartete ich auf die Bahn, das auf den Bus, dann auf meine Bordkarte - Warteliste! -, dann auf den Security Check, erneut auf die Bordkarte, dann auf's boarding und auf den Start. Endlich!

In Frankfurt angekommen ging das Warten weiter, auf das Gepäck. Doch diesmal hieß es nicht endlich. Es war weg. Da ich es noch beim Warten auf's Take off sah war ich Zunächst guter Hoffnung, dass es sich nur einsam fühlte auf den Förderband da sonst kein anderer Passagier wartete. Nach einer halben Stunde gab ich die Hoffnung und die Vermisstenanzeige auf. Befreit von zwanzig Kilo Gepäck ging es zum Bahngleis 5 am Fernbahnhof. Schließlich war ich noch nicht am Ziel. Gerade als der Zug einfahren sollte informierte mich ein freundlicher Bahnbediensteter, dass der Zug auf Gleis 2 einfahren würde. Die Reise geht weiter. Rolltreppe rauf, endlose Gänge entlang zum Aufzug. Menschenmassen mit Trolleys die warten ins Erdgeschoss gefahren zu werden. Nicht ich! Geistesgegenwärtig nehme ich beherzt die Treppen des Notausgangs. Unten angekommen musste ich feststellen, dass ich erst im ersten Stock war, also rein in den offenen und leeren Aufzug, aber ehe ich mein Ziel eingeben konnte fuhr er auch schon los - zurück in den zweiten Stock, zu den Menschen mit den Trolleys. Jetzt aber, alle gemeinsam ins Erdgeschoss zum Zug in die Heimat. Und ja, ich kam an mein Ziel. Doch was sahen meine wunderschönen blauen Augen?! Menschenmassen! Einen völlig überfüllten Zug! Man bekam den Eindruck man sei in Indien! Ich war zum ersten Mal glücklich, dass mein Koffer weg war. Ich kam ja so schon kaum durch die Abteile auf der Suche nach nem Sitzplatz geschweige denn mit dem leichten Gepäck, das sich wahrscheinlich schon auf nem Flieger gen Asien befand! Beim ersten Halt am Frankfurter Hauptbahnhof sprang ich aus dem Zug, weil sich eine einzige Hoffnung auf einen Sitzplatz vier Wagons weiter befand - der Speisewagen und ja ich hatte wieder Glück.

Nach kaum vier Stunden Reise war ich endlich am Ziel. Nachdem ich mich von den Strapazen erholt hatte machte ich mich daran den Baum Zn schmücken, wie fast jedes Jahr. Wer mich kennt weiß, dass ich eine sehr traditionsbewusste Person bin, auch wenn man es mir nicht auf Anhieb ansieht. Gegen sechs wurde ich langsam nervös, ob sich mein Koffer wohl noch einfände, oder sich irgendwelche Thais über Bekleidung aus Wolle wundern und zugleich amüsieren würde. Also rief ich bei Lost and Found an, um zu erfahren, dass meine Kostbarkeiten quasi schon so gut wie bei mir seien. Das so gut wie entpuppte sich als drei Stunden später und die Tatsache, dass mich niemand aktiv informierte wird auch noch ein Nachspiel haben. Anyway, Weihnachten kann kommen!
 
 
Heute kaufte ich den Beiden ein Eigenheim! Das ist total niedlich, mit Auskuck (genau heißt es Look Out Lodge!) und Gängen. Eigentlich ist es ja für Hamster, aber für die Kinder ist mir nichts gut genug. Na ja, genau genommen ist für mich nichts gut genug. Der Käfig ist nämlich zu neunzig Prozent aus Plastik und somit geräuschneutral und günstig. Außerdem passt er hervorragend zu meiner Einrichtung. Schade nur, dass sie noch nicht einziehen können. Dafür sind sie noch zu jung und zu klein. Die brauchen nämlich noch ihre Mom und Dad und außerdem würden sie durch die Stäbe passen, die sich in Höhe des ersten Stocks, ihrem zukünftigen Schlafzimmer befinden. Na, wenn ich aus New York Zurückkomme könnten sie groß genug sein, mal schaun.
 
 
Endlich kam Stefan mal wieder vorbei. Ihm habe ich Anastasia zu verdanken. Doch sein Besuch entpuppte sich eher als Bescherung. Fachmann der er ist hat er mir eröffnet, dass ich Mutter von zwei gesunden Babies geworden bin. Natürlich nicht ich, sondern Anastasia! (Jetzt weiß ich, wie sich Wanda gefühlt haben muss.) Ich habe die beiden Maxima und Wilhelm Alexander genannt. Der Hit ist, dass sie schon mindestens vierzehn Tage alt sein müssen. Was ich für das Quietschen des Laufrads hielt waren das Fiepen der Jungen! Wie Peinlich, zumal das Rad schon seit Wochen im Streu eingebuddelt ist!
 
 
Heute war es soweit. Die lang ersehnte Paketkarte war im Briefkasten! Ich hatte vor eineinhalb Wochen bei ebay ein neues, kleines, nützliches Handy ersteigert. (Ich hasse dieses Wort "Handy". Viel lieber nutze ich das englische Wort Mobile - wie das wohl kommt ?!) Anyway, ich konnte ja unmöglich bis morgen früh warten es abzuholen und da es eh schon fast Ladenschluss war ging ich das Risiko ein umsonst zehn Minuten auf einen freien Schalter zu warten. Aber nein, das Glück war mir hold! Und entsprechend kam ich auch viel später ins Atelier Theater als erwartet, da ich das neue Teil ersma auschecken musste. Geiles Ding! (Nein, nicht mich - das Mobile.) Ist da, alles schön bunt und Fotos macht es auch noch. Wie das mit MMS geht weiß ich noch nicht, aber das krieg ich auch noch raus.

Das Stück von Duotica hat in den letzten zwei Wochen dazu gewonnen - nicht zuletzt durch Steve, der die Beiden heute begleitet hat. Ich wünschte mir sie würden bald auf einer größeren Bühne spielen, auch wenn das das Atelier gar nicht will. Klar, bei so einem Paar!

Anyway, das Stück von Duotica, das ich ja vor zwei Wochen schon sah, hat nach nur zwei weiteren Shows echt noch dazu gewonnen. Das mag zum einen an Steve gelegen haben, der für Thomas einsprang, oder einfach an der Professionalität.

Zu meiner Überraschung traf ich Mel im Theater. Sie war kurzfristig aus dem Urlaub zurückgekommen, um die beiden bühnentauglich zu machen. Es ist faszinierend zu sehen, wie man aus zwei gutaussehenden Menschen Sexsymbole machen kann. (Na, vielleicht nicht gerade faszinierend, schließlich gelingt das Mel und mir auch jedes mal.)

 
 
So,das Jahr bezüglich des Kulturschocks wäre geschafft. Traditionell eröffnete ich gestern wieder den Classik Schock als ''Lichtgestalt''. Wer es nicht selbst gesehen hat glaubt mir nicht, dass ich über eineinhalb Stunden in der "Maske" verbringe, um in das Kostüm gebaut zu werden und letztlich nur dreieinhalb Minuten damit auf der Bühne zu sehen bin. Kein Wunder, dass Künstler als durchgeknallt gelten. Und da wundere ich mich, dass ich noch Single bin. Aber egal wie, die Resonanz des Publikums bestätigt mich immer wieder. Nun, jetzt geht es erstmal in großen Schritten auf den Urlaub zu. Über meinen Bruder habe ich günstig Tickets nach New York bekommen. Der Wermutstropfen ist, dass es "stand by" Tickets sind. Soll heißen, wenn der Flieger voll ist bleiben wir stehen. Auch egal, schon die Aussicht für ein Wochenende in NY zu sein gibt mir Energie.

Das mit Access hat leider doch nicht so geklappt wie ich dachte. Marco hatte mir zwar einiges gezeigt, doch in diesem Fall hilft mir learning by doing doch nicht ganz. Da werde ich wohl nach meinem Urlaub noch mal ein bisschen Nachhilfe nehmen müssen.
 
 
Herrlich entspannt stand ich heute echt früh auf. Na ja, genau genommen wurde ich recht unsanft um zwölf Uhr vom Postboten aus dem Schlaf gerissen. Das Ärgerlichste daran war, dass er nicht mal was für mich hatte sondern für den Nachbarn, der aber nicht öffnete. Da ich jetzt eh schon wach war frühstückte ich erstmal ausgiebig - ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper. (3etzt kling ich schon wie Vera Drombusch!) Nach zwei Stunden Aerobic und walking chillte ich unter Carlos kräftigen Händen, um mich mental auf den Unterricht mit Marco einzustimmen. Der süße Chilene weiß nämlich wie Access funktioniert und Teile dieses Wissens wollte er mir heute vermitteln. Nach zwei Stunden eifrigen Erstellens von Beziehungen zwischen diversen Tabellen mussten wir leider unseren Tatendrang unterbrechen, um ins Schulz zu fahren. Dort wurde er mit seinen flinken Händen an der Technik gebraucht. Hanno und Chrissi haben ja zur Zeit ein Musical dort laufen, dass die Weihnachtsgeschichte in einem völlig neuen Licht erscheinen läßt. Da ich nichts besseres zu tun hatte ging ich spontan mit. Was soll ich sagen, diese Spontaneität zahlte sich aus. Ich hatte eine total unterhaltsamen Abend - viel besser, als alleine mit einer Flasche Lambrusco und ner Tüte Chips vor der Glotze zu hängen - mit überraschenden Talenten, viel Gesang, Choreographie, Tanz und Theater. Echt lustig! Nach dem Stück machte ich mich zum Verdruss der anderen - ich traf natürlich viele Bekannte im Schulz - auf den Heimweg, da ich mich morgen ja wirklich früh an mein Kostüm für den Classik Schock machen muß. Und jetzt wo ich so an meinem Tagebuch schreibe überfällt mich noch eine Horde junger Männer, die mit mir noch um die Häuser ziehen wollte - schließlich sei Bärennacht. Was interessieren mich Bären, sofern sie nicht vor dem Kamin liegen und ich drauf. Da lehnte ich dankend ab. So jetzt geht's in die Heia - alleine, aber das ist ja nichts neues!
 
 
Freitag der 13! Das versprach ja ein toller Tag zu werden. Der Wetterbericht kündigte Eisregen an, ich vergaß mein Monatsticket und der Geldautomat hielt meine EC Card ein! Wider erwarten gab es keine Kontrolle, die Bahn kam pünktlich und ich habe ein paar Fellhandschuhe gefunden, die noch original verpackt waren. Im Büro erfuhr ich, per email von Holger, dass Mel spontan verreist war, mit einem Typen, der sie auf der Straße ansprach. So ist meine Mel, sie kann einfach nicht nein sagen.

Der Tag verlief ansonsten völlig unspektakulär. Zuhause schmiss ich mich einfach auf die Couche und genoss es mich von vorne und von hinten bedienen zu lassen. Wozu habe ich den schließlich all die Bediensteten? Imelda kochte mir mein Leibgericht Frikadellen mit Kartoffelsalat während Carlos mich massierte. (Ja, ich habe mir meinen Traum erfüllt und endlich meinen privaten Masseur. Und wer wäre dazu besser geeignet gewesen, als er?!) Okay, dafür musste ich meinen Gärtner entlassen, aber der hatte eh meinen Pflanzen mehr Aufmerksamkeit geschenkt als mir, da half ihm auch seine Arbeitsuniform nicht (so gut ihm auch die Radlerhosen und das Muscleshirt standen!) Somit stand der Abend unter dem Motto fressen und zappen!
 
 
Da heute alle, die mir hätten helfen können krank oder nicht im Haus waren ging ich auch früher. So konnte ich in Ruhe meinen Roller aus der WerKstatt holen und mich auf meinen Arzttermin vorbereiten. Ich hatte mir ja schon vor Monaten ein großes Blutbild machen lassen, um zu erfahren, ob ich schwanger bin oder mir sonst irgend was fehlt. Das Eigebnis, das ich heute erhielt war niederschmetternd. Weder schwanger und kerngesund! Dabei hatte ich doch Sex! Jetzt glaubt mir wieder niemand, dass ich nicht wertvoll bin!

Von Mel höre ich seit einer Woche nichts. Sie reagiert auf keinen meiner Anrufe oder emails. Ich befürchte schon, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens wurde, wobei
Gewalt musste man bei ihr ja noch nie anwenden, um Sex zu haben. Ich hoffe sie meldet sich bald.
 
 
Mein Date hat sich nicht gemeldet und im Büro werde ich auch nur hingehalten. Mittlerweile kristallisiert sich für mich heraus, dass ich lernen muss auch mal nein zu sagen, sonst gehe ich früher oder später vor die Hunde! Was mich glücklich stimmt ist die Aussicht auf New York in vierzehn Tagen.
 
 
Heute wäre ja eigentlich Ruhe nahe liegend gewesen, aber weit gefehlt. Nachdem wir immerhin ausgeschlafen hatten beseitigten Gina und ich erstmal das Chaos, das wir heute Nacht zurückließen, als wir um halb vier heimkamen. Anschließend ging Gina in die Stadt, um ihre geheimen Zutaten für das heute anstehende Abendessen unseres Gebärdenkurses zu besorgen. Währenddessen ging in shoppen. Als ich um fünf heimkam blinkte mein Anrufbeantworter, als bewerbe er sich als Weihnachtsbaum. Dreiviertel des Kurses hat abgesagt. Zum größten Teil waren sie krank und lagen mit irgendjemandem im Bett. Joana musste kurzfristig einem Gyrosbudenbesitzer helfen den Elektrostarter zu reparieren. Pfiffiger Weise hatte der Mann mit dem Elektromesser das Kabel durchgeschnitten, nachdem sein Partner Fritten in die Friteuse schmiss, wodurch es zu so heftigen Spritzern kam, dass der Mann zur Seite sprang und so das Kabel traf. Marco hingegen sprang im Schulz in der Technik ein, damit das Theaterstück von ChrisMatts gut über die Bühne gehen konnte. Na ja, und so kam es, dass wir nur zu viert waren. Da Gina wie wahnsinnig durch die Küche wirbelte und durch nichts zu beirren war zeichnete sich für mich ab, dass wir Unterstützung brauchten. Mir fiel da am passendsten Holger ein. Schließlich hat er auch mindestens einen Bekannten, der gehörlos ist und soweit ich mich erinnerte konnte Holger auch bisschen Gebärden.

Einen so ruhigen und zugleich gesprächigen Abend hatte ich echt noch nie erlebt. Das spannendste war, dass ich wesentlich mehr reden konnte, als erwartet. Und Holger hat mich nur verblüfft. Seine Hände wirbelten durch die Luft, als wäre er professionelle Saftschuppse irgendeiner Billigairline, die gerade Notwassern muss und er dies mit Händen und Füßen und seinem gewohnten Körpereinsatz den panischen Fluggästen zu erklären versucht, die allerdings eh nicht aufpassen und nur über ihre im Duty Free shop günstig erworbenen Parfums und Swatch Uhren nachdenken und darüber, dass ihr Leben doch viel zu kurz gewesen sei und sie ihrer Mutter hätten doch lieber original Kukident Haftcreme kaufen sollen, statt des billigen No Name Produkts, das nach Hubba Bubba riecht und ob sie wohl in die Hölle kommen, dafür, dass sie dem alten Mann nicht ihren Platz in der U-Bahn angeboten hatten und stattdessen so taten als hätten sie ihn nicht gesehen oder womöglich wie Tom Hanks als einziger Überlebender auf einer einsamen Insel jahrelang verschollen seien und ihre Frau sie für tot erklären würde, um endlich den verwitweten Anwalt zu heiraten, dem nachgesagt wird er hätte seine Frau mit Strychnin ermordet, was aber nie nachgewiesen werden konnte, weil sie nie gefunden wurde und er an der Geschichte fest hält, sie sei auf Papete von Eingeborenen entführt und als Gabe für einen riesigen Gorilla geopfert worden. However, er ist echt flink mit den Fingern! (Aber das wusste ich ja schon!)

Anyway, gegen ein Uhr löste sich diese heitere Runde schließlich auf. Zum Glück habe ich morgen einen freien Abend. Ich brauche einfach mal eine kleine Pause.
 
 
Nach einem wirklich anstrengenden Tag zwischen etlichen Tabellen und Zahlen ging es völlig überstürzt nach hause. Um halb sieben kamen Gina, Michelle und Gabi, um sich bei mir für den Benefizabend in den Vulkanhalle vorzubereiten. Gabi kam natürlich wieder mal zu spät. Okay, der Grund war plausibel. Sie fuhr mit ihrem Wagen einem jungen Mann hinten auf, um seine Adresse zu bekommen. Zu unserem Pech war der Limoservice pünktlich, so dass wir schon wieder Hals über Kopf das Haus verlassen mussten. Der Fahrer war sichtlich überrascht über so viel Sinnlichkeit an Bord. Wahrscheinlich rechnete er mit vier Damen vom Kegelklub und nicht mit Geschossen wie uns. Nachdem sich seine Nervosität gelegt hatte (ich schätze Ginas Zuwendung hat nicht unwesentlich dazu beigetragen!) fand er letztlich doch noch die Vulkanhalle.

Leider mussten wir jetzt noch die Künstlergarderoben finden! Das erwies sich als nicht so einfach, da das Gelände riesig ist und gerade erst eröffnet wurde. Trotz Michelles zurückhaltender Art und ihrer geschickten Fragetechnik wurden wir nach weiteren zwanzig Minuten endlich fündig. Sichtlich nervös und erleichtert begrüßte uns Simple, die uns für den Abend engagiert hatte. Nachdem wir uns mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht hatten liefen wir auch schon los, um eifrig Lose zu verkaufen.

Gina und Michelle köderten die Gäste mit einem Reisegutschein für zwei Personen in die Wintereifel in Begleitung der Beiden. Und Gabi, die mit mir sammelte, lockte mit dem Angebot eines gemeinsamen Abendessens, sofern man die Tupperdose gewinnt. Was keine zu dem Zeitpunkt wusste war, dass es weder einen Reisegutschein, noch was aus Tupper gab! (Nennt man das unlauteren Wettbewerb?) Na ja, das Sammeln, das viel Spaß machte und Geld einspielte was ja nur ein Teil unseres Jobs.

Der noch amüsantere Part war, Background für diverse Künstler und Künstlerinnen wie Isabell Varell, Thomas Hermanns, Pe Werner, Marion Radtke, Georg Uecker, Maren Kroymann oder Dirk Bach zu sein (um nur einige zu nennen - ich halte ja nichts von "name dropping"). Da der Abend ja das Motto "Cover me" trug sangen die Stars des Abends nur deutsche Coverversionen bekannter englischer Schlager bzw. Evergreens. Das Publikum tobte, als Dirk - mit Gabi und mir im Background - "Der Hund von Baskerville" zum Besten gab. Auch bei den anderen Liedern war das Volk nicht zu halten. Das Finale war ein weltbekannter Hit - so was wie "We are the world'' - dessen Titel ich aber vergessen habe. (Wie schon gesagt. Ich habe ein fotografisches Gedächtnis, nur meist keinen Film drin!)

Das war heute ein riesiger Spaß, auch trotz des Stresses am Anfang. Alle waren super nett, bis auf Hella, aber von ihr erwartet ja wohl jeder, dass sie zickig ist. Simple, das hast Du wirklich prima organisiert!
 
 
Der Tag im Laden bot mir eine mächtige Überraschung. (Nein, keinen muskulösen, verschwitzten Handwerker, der auch bei fünf Grad mit nacktem Oberkörper irgendwas reparierte - egal was. Leider!) Nein ich wurde darüber informiert, dass ich ab sofort im Büro arbeiten würde, ganz ohne Kundenkontakt. Ein Teil von mir bedauert diesen Umstand, da hin und wieder mal ein schnuckeliger Single im Laden stand, der was zu Muttertag oder jetzt eben zu Weihnachten kaufen wollte. ( Die Singles erkenne ich immer daran, dass sie völlig verloren vor den Regalen rumstehen und zu hoffen scheinen, dass die Flakons ihnen zurufen "Kauf mich, ich bin der Lieblingsduft deiner Mutter!" wogegen die Liierten genau wissen, was ihre Frau oder Freundin mögen - weil die Frauen es einfach auf ihre subtile ihnen vier Wochen im Voraus einbläuen!) Anyway, da das in den letzten Jahren auch nicht half einen LAG zu finden nahm ich das Angebot an! Ich bin mal gespannt was für Arbeiten auf mich zukommen werden!

Abends ging ich ins Atelier Theater zu Duotica's Weihnachtsshow. Ich sag nur, wer die nicht sieht hat echt was verpasst. Marion verwandelte sich von der grotesken Karibik Queen zur glamourösen Fifties Lady im Abendkleid. Und Holger vom schnuckeligen Beachboy zum leuchtenden Schwan - lecker!!! Was ich kaum für möglich hielt war, dass sie nur neue Lieder sangen - okay bis auf eins, aber das passte einfach zu gut und außerdem haben sie's ja auch aus dem letzten bzw. aktuellen Programm rausgenommen (warum eigentlich?!). Wieder mal ein gelungener Abend!
 
 
What a day today! Ich habe verschlafen, was nicht wirklich verwunderlich ist nach dem Tag. Also rief ich im Laden an, dass ich nicht käme. Meine Kolleginnen hatten verdächtig viel Verständnis gezeigt. Wahrscheinlich waren sie froh, dass ich nicht kam. Anyway, ich nutzte den Tag, um die Videos von gestern zu bearbeiten. Außerdem musste ich meinen Roller in die Werkstatt bringen. Das heißt für die nächsten Tage, dass ich wieder mit dem gemeinen Volk öffentliche Verkehrsmittel benutzen muss. On the other hand kann ich so mein Tagebuch à jour halten. Es hat halt alles zwei Seiten (jetzt klinge ich schon wie Vera Drombusch). Anyway, das Capturen bot mir die Möglichkeit die Shows vom Tag noch mal Revue passieren zu lassen. Das war schon ein bombastisches Programm, das wir dem Publikum boten, schade nur, das am Anfang so wenige da waren. Wie auch immer, der heutige Tag Zuhause tat mir auf alle Fälle gut. Ach ja, der Mann von letzter Woche aus der Dessousabteilung hat sich gemeldet. Wir haben uns für Sonntag verabredet. Mal sehen wie das läuft.
 
 

Was für ein Tag. Um neun Uhr wurde ich mit meinen zwei Überseekoffern von unserem Visagisten Stephan zuhause abgeholt, weil wir ja heute unseren zehnten Geburtstag des Kulturschocks feiern wollten. Als wir im SCHULZ ankamen waren schon einige der Truppe eifrig am Aufbauen der Technik im Café, der Ausstellung und der Bühne in der Katakombe. Möhrchens Freund machte sich ans vorbereiten des Buffets, doch zu seinem Frust wurde jedes Brötchen, das er fertig hatte direkt von einem, der/die vorbeikam wieder weggefuttert. Nach dem zehnten Brötchen entschloss er sich den Versuch ein schickes Buffet herzurichten in die Tonne zu drücken und überließ die Brötchen ihrem Schicksal in der gelben Tüte und viele Menschen hungrig. Joana, die ihren Gyrosgrill vermißte ergriff schließlich die Initiative ihr Brötchen selbst zu schmieren. Diesem Vorbild folgten letztlich alle anderen auch. Da ich es nicht gewohnt bin mich selbst um mein Essen zu kümmern hielt ich mich an Zigaretten und Kaffee, was auch recht nahrhaft ist.

Gegen Mittag stand der größte Teil der Ausstellung, das Brunch im Café lief auf vollen Touren (Das war überhaupt der Grund, dass wir schon so früh im Haus waren - schließlich sind Aufbauarbeiten während des brunchens nicht wirklich einladend. Wir mußten vor elf mit der Technik und Bühne im Café fertig sein, was uns auch gelang!) Gabi, die sich professionellst um die News gekümmert hatte koordinierte zusammen mit Joana und Marco - unserem Statistiker - die Auswahl der Zeitungsartikel und Fotosammlungen der letzten zehn Jahre. Da fiel es dem ein oder der anderen schwer nicht in Erinnerungen zu ertrinken und die Arbeit zu vergessen.

Gegen zwei Uhr schmissen wir uns in die Maske, um für die Gäste, die um drei Uhr den Showmarathon eröffnen sollten, bereit zu sein. Der erste Frust kam bei mir auf, da keine Menschenmassen ins Schulz strömten, um mit uns zu feiern, aber das konnte sich ja noch ändern.

Ludwig eröffnete den ersten Block im Café, und aus den geplanten fünfzehn Minuten opening act wurden prompt eine Stunde wunderbarer Unterhaltung, da wir völlig vergaßen uns eine Moderation zu engagieren. Beherzt stürzte Ammelie in die Bresche und führte zusammen mit Herrn Störck durch die erste Show, die sich mittlerweile um die erste halbe Stunde verschoben hatte. (Es wurde nur eine halbe Stunde weil eine Künstlerin nicht kam - wir hatten versucht sie zu erreichen, doch leider vergebens - die Gute besitzt nichtmal einen Anrufbeantworter!)

Fließend ging es in den zweiten Block in der Katakombe über, den Mieke und Gabi begleiteten. Ich hatte mich in die Garderobe jenseits der Massen zurückgezogen, weil ich zu frustriert war eben gleiche (ein wenig Trost spendete mir eine Künstlerin, die meinte, das läge an dem Termin. Auch wenn die Ankündigung im November und Dezember - teilweise - in den monatlichen Terminkalendern stand überliest man gerne den Monatsanfang. Entweder sei der Termin noch zu weit weg oder gerade vorbei.) In fünf Jahren legen wir das Jubläum mitten in den Monat!

Der Showteil in der Katakombe schien aber trotz der geringen BesucherInnenzahl sehr gut angekommen zu sein. Zumindest hörte ich bisher nichts gegenteiliges.

Der dritte und letzte Gästeblock war dann auf jedenfall fulminant - es hatten sich viele ZuschauerInnen eingefunden und das Café war am Jubeln. Ich schmollte immernoch in der Garderobe und bereitete den abendlichen Kulturschock vor, den ich zusammen mit Melanie moderieren sollte. Und obwohl ich seit fast zwölf Stunden im Haus war schaffte ich es doch tatsächliche nur knapp vor Beginn backstage zu gelangen.

Ich habe ja - bedingt durch diverse Erfahrungen aus der Vergangenheit - ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu Doppelmoderationen. Bisher laberte ich mir immer den Wolf und kommentierte die Comoderatorin und Herrn Störck, der dann mich kommentierte, das dann die Comoderatorin kommentierte, das ich wiederum kommentierte und so weiter. Anyway, da ich mit Mel darüber gesprochen hatte ging ich positiv gestimmt in die letzte Runde! Bevor ich jetzt die gesamte Show revuepassieren lasse. Quintessenz für mich ist, dass wir achzig Prozent gut gemacht haben. Wir waren nett, hatten gute Gags, waren unverschämt und teilweise vernichtend - gegenüber einander, der Technik, dem Publikum, dem Haus und den Mitstreitern auf der Bühne. Ich glaube, der Einzige, der nichts abbekam war Ludwig. Den Rest der Moderation haben wir wirres Zeug gelabert, das keiner Verstand - ich wahrscheinlich am wenigsten, aber nach nunmehr dreizehn Stunden am Set finde ich das immernoch einen sehr guten Schnitt.

Was mich am meisten traurig macht ist, dass ich von den wunderbaren Künstlern und Künstlerinnen so wenig mitbekam. Und dass ich keine Chance hatte mich bei Ihnen, nach Ihrem Beitrag zum Gelingen des Tages, richtig bedanken konnte. Ich hoffe sehr, dass sie mir das nicht übel nehmen und bald bei uns wieder im Kulturschock erscheinen, damit ich das wieder gut machen kann!

Jetzt muss ich aber in die Heia, ich brauche meinen Schönheitsschlaft!