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  August 02
(25) Heute war Gammeln angesagt. Außer der Waschmaschine drehte sich heute gar nichts. Abends war eigentlich ein Konzert von Malediva in Essen angedacht, aber leider hatte meine geplante Mitfahrgelegenheit Migräne, so dass ich mich kurzerhand für ein Alternativprogramm entschloss. Ich ging in die Kaserne 13 in Ossendorf. Dort gab es ein Open Air Konzert der "Wilden Orchideen", "Duotica" und der "Deborah Campbell Band". Was für ein Erlebnis. Ich kenne Duotica und Deborah ja schon beide eine Weile unabhängig voneinander auf der Bühne. Sie zusammen zu erleben war aber wirklich was neues. Die sonst recht ruhigen und besinnlichen Lieder von Holger und Marion erstrahlten in einem völlig neuen Licht, begleitet durch ein Schlagzeug, eine E- und Bassgitarre. Das war echt geil. Ich war so begeistert davon, dass ich jetzt fest entschlossen bin bald mal mit Deborah aufzutreten. Lang genug spricht sie ja davon. Jetzt kann ich mir das so richtig vorstellen!
(25) Was für eine Woche. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel gearbeitet. Normalerweise bin ja eher geschickt darin geschäftig auszusehen und mich meist im Lager rumzutreiben fern von Fricka und den anderen. Entsprechend war ich abends weder in der Lage mich mit Frau Schmidt über den desolaten Haushalt zu streiten, noch mich über Concitas Koch"künste" auszulassen.

Doch heute nahm ich mich mal zusammen und sammelte meine Energie, um abends ins Programm von Gabi und Elfie Kutschalla zu gehen. Bei ausverkauftem Haus schwitzten wir uns durch zwei Studen Spaß. Gabi und Elfie überraschten mich mit ihrer Virtuosität und Verwandlungsfähigkeit und sorgten so für zwei Stunden pure Unterhaltung! Das war genau das was mir die ganze Sommerzeit über fehlte! Ein perfekter Wochenabschluß!
(25) Gegen zwölf Uhr wurde ich durch einen Anruf von Mel geweckt. Ich hatte ihr während des Wartens auf den Showbeginn einen SMS geschickt, aufgrund deren sie mich besorgt anrief. Nachdem ich ihr kurz die Vorkommnisse der letzten Nacht geschildert hatte legt ich wieder auf. Danach brauchte ich noch etwa drei Stunden, bis ich mir den Luxus eines Kreislaufs leisten konnte. Gabi hatte sich auch schon wieder gemeldet und da wir noch genug Zeit hatten bis unser Flieger zurück nach Köln gehen sollte entschlossen wir uns noch die Sonne zu genießen. Nachdem ich meine Gastgeberin weder zu sehen, noch zu hören bekam reisten wir sang und klanglos ab.

Am Check-In angekommen ereilte uns die Hyobsbotschaft, dass die beiden letzten Maschinen ausgebucht waren und wir unsere Koffer nicht mitnehmen könnten, weil das ein Trimming Problem gäbe. Für mich stand sofort fest, "nicht ohne meine Koffer!" und Gabi schloß sich mir an. Jetzt war guter Rat teuer. Aber wie das Schicksal es wollte kam mir in den Sinn, dass ich gestern doch diesen schnuckeligen Physiker im Kaffee kennengelernt hatte, der zur Zeit auf Europareise war und den ich eingeladen hatte mich mal in Köln zu besuchen. Kurzerhand rief ich ihn an, ob er nicht Lust hätte zwei attraktive Reisebegleiterinnen auf seiner Fahrt nach Köln zu haben. Da er meinem Charm nicht widerstehen konnte folgte er meinem Ruf und brach direkt seine Zelte in Berlin ab, um uns nach Hause zu fahren. Sicher hätte ich mir eine komfortabler Rückreise erwartet, aber ohne meine Koffer?! Die Fahrt war seit langem mal wieder was reibungsloses. Völlig übermüdet und gerädert kamen wir um drei Uhr in Köln an und das wo ich doch am nächsten Tag wieder neun Stunden alleine im Laden stehen sollte!

(40) Ganz so wie erwartet und erhofft ging mein Aufenthalt in Berlin leider nicht weiter. Als ich meinen Koffer auspackte mußte ich feststellen, dass ich den falschen Akku für die Videokamera eingepackt hatte. Da ich aber die Show aufnehmen wollte mußte ein Akku her. Okay, ich hatte einen kleinen dabei, aber das sollte mir nicht reichen. Bewaffnet mit meiner Visa Gold Card und vielen guten Tipps, wo ich nen neuen Akku bekäme machte ich mich auf den Weg. Nach zwei Stunden wildem Umherirren durch das riesige Berlin gab ich mich meinem Schicksal hin und gab die Suche auf. Ich war in zig Läden und folgte vielen guten Ratschlägen, um zu der Überzeugung zu kommen, dass eine Stunde Video wohl besser ist, als vier Stunden Lola rennt nachzuspielen, auf der Suche nach einem dusseligen Akku.

Statt dessen entschloss ich mich noch ein wenig Sonne zu tanken und mich mit Kaffee für die lange Nacht zu pushen. Gabi kam schließlich um sechs zu mir, damit wir uns zusammen bei Mrs.Tupper, die schon eifrig im Luftschloss am organisieren war, schick zu machen. Ein Freund hat uns dann um neun abgeholt, um uns zum Ort des Spektakels nach Berlin Mitte zu fahren. Dort angekommen setzte er uns backstage ab, damit wir unsere Überseekoffer nicht durch die Menschenmassen schleppen mußte. Das war leider keine gute Idee. Nachdem ich zunächst nett begrüßt wurde trafen wir auf einen Organisator, der uns darauf hinwies, dass wir in diesem Bereich nichts zu suchen hatte. Wie nett. Schließlich hatte uns keiner gesagt, wo wir sein durften. Jetzt wußten wir aber immerhin, wo wir nicht sein durften. Dies relativierte sich zwar recht schnell, weil ich einen Artist Ausweis bekam - wow - aber für Gabi hieß es weiterhin off-limits! Ziemlich sauer gingen wir in den Zuschauerraum, um uns die Location erstmal anzuschauen und waren von der Größe, Deko und Menschenmenge echt angetan. Somit wurden wir doch wieder besänftigt. Weiter ging es damit, dass ich meine Getränke nur backstage bekam und Gabi an einer Bar frontstage - klasse Regelung.

Um zehn begann die Show auf der Hauptbühne. Motto: Expedition ins Transgenderreich
Die drei Moderatorinnen hatten eine amüsante Moderation vorbereitet. Leider nahmen sie sich nicht die Zeit ihre Texte vorher auswendig zu lernen. Stattdessen lasen sie sie vor. Ohne wesentliche Intonationen - sehr schade! Wie nicht anders zu erwarten wurde der Showteil länger, als geplant, aber die Beiträge waren es wert! Am besten gefielen mir die Kings of Berlin, mit ihrer Boygroup performance.

Nach der Show schnappte ich meinen Koffer und begab mich in meinen backstage Bereich neben der "Open Stage" Bühne. Mir standen etwa zwei Quadratmeter zur Verfügung, gefüllt mit einem Bistrotisch und vier Stühlen. Hier durfte ich mich also ausbreiten. Das Lustige war, dass die einzige Lichtquelle das Fenster zur Terrasse war, auf der einige Gäste saßen. Ich fühlte mich sehr an meine Zeit in Amsterdam erinnert. Also lies ich mir von Gaby noch zwei Teelichter bringen, um ein bischen Licht ins Dunkel zu bringen und besorgte mir noch ein paar Bügel, um die zehn Kleider, die ich dabei hatte aufzuhängen. Um viertel nach zwölf fragte ich vorsichtig nach, wann die Show denn anfinge und wo die KünstlerInnen seien. Daraufhin erfuhr ich, dass die Mikros noch auf der Hauptbühne benötigt würden und man noch nach einem DJ suche, weil der Ursprüngliche abgesprungen sei, oder sowas. Um viertel nach eins wurde ich dann schließlich angesagt. Inzwischen hatte ich meine Klaustophobie in der Garderobe überwunden und mich von Gabi überzeugen lassen, dass ich kein reinkarnierter Vibrator sei. (Genau so fühlte ich mich aber in diesem kleinen, engen, dunklen, feuchten, vibrierenden Raum mit quietschenden Hintergrundgeräuschen!)

Da ich nur einen Ablaufplan mit Namen, teilweise dazugehörigen Titeln und vor fast zwei Stunden etwa einhundert Stichworte zu jedem dem Künstler bekam, die ich natürlich längst wieder vergessen hatte, wurde meine Moderation recht einsilbig und schlecht. So gegen halb drei war das erste Desaster überstanden. Zu den Künstlerinnen sag ich lieber nichts. Nur soviel, Selbstmordgedanken nach der ein oder anderen Nummer waren mir plötzlich nicht mehr fremd!

In der Pause schloss ich Bekanntschaft mit einem neuen Freund Kai Pirinja. Der passte hervorragend zu meinem während der Show gewonnen Freund Wodka Lemon. Nach ein paar aufmunternden Worten eines Zuschauers (der eigentlich in mein Gästebuch schreiben wollte!) machte ich mich um vier Uhr frisch ans Werk für den zweiten Showblock. Da die Besucherzahl mittlerweile auf eine überschaubare Größe zusammengeschrumpft war und einige Künstlerinnen bereits gegangen waren kam ich voll auf Fahrt und akquirierte schnell noch ein zwei Anwesende Damen, die bereitwilligau fdie Bühne kamen. Endlich war ich in meinem Element. Ich wußte wer auftreten würde. Ich war locker und konnte endlich billig wie nie zweigen was ich kann. Es war zwar kaum noch jemand da, den das interessierte, aber ich hatte Spaß. Gabi meinte nur, dass ich peinlich war und ohne Punkt und Komma sprach, aber Interpunktion war ja auch noch nie meine Stärke! Um fünf Uhr war alles rum und ich war happy. Sollte mich Berlin nochmal fragen, dann käme ich sicher wieder, aber das wird wohl ein Traum bleiben. Ich danke auf jeden Fall Gaby, dass sie mich kommen ließ und Gabi, dass sie mitkam!

(20) Heute geht's nach Berlin. Nachdem ich einen recht anstrengenden Tag im Laden hatte, traf ich mich mit Gabi am Flughafen. Jeder, der uns sah muß gedacht haben, daß wir für 4 Wochen auf eine Safari gingen.

Bepackt mit zwei Überseekoffern und zwei Hutschachteln (pro Person), überzeugten wir die freundliche Eincheckdame (ist das eine echte Berufsbezeichnung?) - nachdem Gabi einen hysterischen Zusammenbruch gemimt hatte, der einer Bette Midler würdig gewesen wäre - daß wir kein Übergepäck zahlen müßten, weil es sich doch um Handgepäck handeln würde. Im Flieger ging die Panik noch weiter. Hatte Man uns doch nicht zwei Plätze nebeneinander gegeben! Ehe sich die Passagiere richtig sotiert hatten und wußten wie ihnen geschah, begann eine wilde Reise nach Jerusalem. Mit dem Ziel es allen recht zu machen, scheuchten wir alle so lange von Platz zu Platz, bis jeder seinem Wunsch entsprechend saß; am Fenster, am Gang, am Notausgang, nah bei der Toilette oder im Raucherabteil (Wir entschlossen kurzerhand, dass dieses Nichtraucherkonzept mehr als überholt sei!) Die Versuche der Stewarts uns von diesem Unterfangen abzuhalten scheiterten kläglich! Erst als der Käptain eingriff gaben wir klein bei. Männern in Uniform konnte ich halt noch nie etwas abschlagen. Mit dreißig Minuten Verspätung trafen wir letztlich in Berlin ein. Typisch Lufthansa!

Mit Hilfe eines freundlichen Taxifahrers waren wir in null komma nix in Kreuzberg, bei meiner Gastgeberin, die allerdings noch einen Auftritt im Schwuz in der Wong Show hatte. Also wir nix wie rein in die Show, um einen ersten Eindruck von den Berliner Künstlerinnen zu gewinnen. Na und was für einen Eindruck wir bekamen. Die Ladies sahen aus, wie wir Schocklett's vor unseren Anfängen. Christiane F. hätte sich hier sicher zuhause gefühlt. Die Darbietungen waren durchaus interessant und echt mal was anderes. Das Konzept gefiel uns aber äußerst gut. Während der Performance prügelt sich das Publikum auf oder vor der Bühne um den Gong und den Schlegel. Die kämpfenden Parteien sind jene, die den Song per Gong beenden wollen und die, die das zu verhindern versuchen. Wer am Ende am längsten auf der Bühne stand bekommt eine wunderbares Stehrümmchen geschenkt. Ich denke das wäre durchaus eine Idee, die die Schocklett's klauen könnten. Nach der Show gab es noch ne lustige Disco, mit Tunten Vogueing und ner Menge netter Jungs. Also wenn's so weiter geht, dann gefällt mir Berlin.

(15) Was für ein Tag. Gianna kam heut nicht in den Laden, weil ihr Sohn die Windpocken bekam und sie uns nicht anstecken wollte. Entsprechend hektisch war es auch. Zum Glück hab ich heute wieder Massage gehabt, sonst hätte ich vor Schmerzen kein Auge zu gemacht. Da kann ich mich ja noch auf einiges gefaßt machen. Wenigstens ist Fricka nicht da, die wüßte wieder zu allem was und würde mich nur noch mehr Nerven kosten, als es die Kunden eh schon tun! Heute hat schon wieder ein Mann mit mir an der Bushaltestelle geflirtet. Leider nur, dass er in die andere Richtung kam. Naja, alle guten Dinge sind drei. Beim Nächsten lasse ich alle Termine sausen, wenn es nicht gerade der Flug nach Berlin ist!
(15) Ich komme gerade von meiner Starcoifeuse Melanie nachhause. Und auf dem Weg vom Ebertplatz zur Wohnung begegnet mir ein schnuckeliger Typ, der mich anlächelt. Er sieht mir nach, ich lasse meine Blicke schweifen. Beide gehen wir weiter, schauen uns nach einander um, wir sehen uns kaum noch aber immer wieder drehen wir uns nacheinander um. Und was mache ich dusselige Kuh, statt ihm zu folgen oder ihn anzusprechen gehe ich weiter. Und warum? Weil ich eine alberne Hutschachtel mit mir trage, die so abtörnend - selbst auf mich - wirkt, dass ich nicht den Mut hatte ihn anzu quatschen. Wie doooooooooooooof!
(15) Endlich mal wieder gut geschlafen. Das Gästebett in Starnberg war echt tödlich für mein Kreuz. So motiviert schmiß ich mich heute mal wieder in die Sonne. Da ja die letzten Tage in ganz Köln die Popcom aggiert lag es nah mir mal ein bischen was davon anzuschauen. Mel mit Gemahl und Isa begleiteten mich zum Mediapark. Es war echt ganzschön was los. Wir hatten uns für die Wise Guys entschieden. Den Namen kannte ich ja schon, aber ich hatte keine Ahnung was sie machen, geschweige denn wie gut! Das sind echt klasse acapella Sänger, die die Massen zum toben bringen. Der Älteste (wie könnte es anders sein!) machte mir wirklich eine Gänsehaut. Leider war sie schon nach einer Stunde fertig. Danach kam Götz Alsmann. Was für ein krasser Genrewechsel. Die Stimmung sank ins Bodenlose. Da aber noch Bibi Jones (muß wohl mal bekannt gewesen sein) auftreten sollte mußte ich ne geschlagene viertel Stunde diesem Götz lauschen. Als dann diese alte Dame auf die Bühne kam schien alles soweit prima und das erste Medley war ja auch ganz lustig. Doch plötzlich fing sie an "Sag mir wo die Blumen sind" im Rumba Rhytmus zu singen. Oh, mein, Gott! Man hätte ihr wohl vorher sagen sollen, dass dies nicht Woodstock ist, auch wenn die Leute Sandalen trugen, wir in einem "Park" und ein See in der Nähe war! Zum Glück reichte diese Darbietung den anderen, um meinem Wunsch zu folgen noch in Ruhe ein Käffchen trinken zu gehen. So wurde es wirklich noch ein schöner Sonntagnachmittag.
(13) Ich habe Scheiße gebaut. Ich war verantwortlich, dass die "Freundin" gestern in die Wohnung kam. Was ich nicht wußte war, dass nicht die, mit der ich den Deal machte, die Streiche ausführen würde, sondern eine andere Frau, die wohl er als Intrigantin bekannt ist. Diese Frau hat die Chance genutzt in persönlichen Unterlagen rumzuwühlen und alle Schränke zu durchwühlen. Ich konnte zwar nicht ahnen, dass das passieren würde, aber letztlich bin ich halt doch dafür verantwortlich. Es tut mir echt leid. Ich hatte nicht einmal darüber nachgedacht, dass so ein Scherz dermaßen nach hinten losgehen kann. Ich hoffe nur, dass diese Frau nicht irgend welche persönlichen Dinge ausplaudert.
(21) Heute war der große Tag. Mein Bruder hat geheiratet. Während im Osten von Dresden bis Prag Städte in den Fluten versinken haben wir herrliches Wetter. Petrus meint es gut mit uns. Dieser herrliche Tag begann natürlich mit der Vermählung von Diana und Karl-Heinz, mit mir und meinem Schwager als Trauzeugen (Always brides maid, never bride!). Draussen vor dem Standesamt erwarteten uns einige Kollegen und Kolleginnen von K-H und standen Spalier, das war echt toll. Weiter ging es zum Fotografen, der leider etwas unkoordiniert war, aber sein Job scheinbar sehr sorgfältig machte. (Die Ergebnisse lassen natürlich noch auf sich warten.) Danach fuhren wir ins "Undoza", wo wir bei einem wunderbaren Blick auf bzw. über den Starnberger See ein superleckeres Menü genossen. Nachdem wir den Blick so sehr genossen entschlossen wir uns zu einer Rundfahrt auf dem See, vorbei an Possenhofen, der Roseninsel und der Stelle, wo Ludwig im See ertrank. Danach fuhren wir nach hause, wo die frisch Vermählten eine nette Überraschung erwartete. Die Wohnung war etwas verwüstet, mit Götterspeise im Waschbecken und Rosen im Bett. Den Abschluß dieses gelungenen Tags bildete ein reichhaltiges Buffet, das uns vom Catering geliefert wurde. (Ich weiß nicht wieviele Leute die beiden erwarteten, aber für uns neun people war es auf jeden Fall viel zu viel, aber wie alles zuvor, super lecker!) Danach wurde gefeiert, gequatscht und getanzt bis in die frühen Morgenstunden.
(8) Super, da denke ich ich hätte eine ruhige Woche ohne Fricka (meine Kollegin) und plötzlich geht die Tür auf und sie kommt freudestahlend rein. Hätte sie mich vorher gefragt hätte ich ihr gleich sagen können dass Webdesign als Bildungsurlaub nicht das richtige für sie ist. Ich hätte Ihr ja, wenn schon, dann Office nahegelegt. Sie denkt immernoch, man könne Powerpoint Dateien in Word öffnen. Tja, mit hundert rafft man halt sowas nicht mehr wirklich. Das Gute ist, dass ich jetzt guten Gewissens morgen früh den Laden verlassen kann, um nach Starnberg zu reisen - die Hochzeit rückt verdammt nah!
(11) Auf'e Arbeit ist alles ruhig. Der Euro scheint die Leute sparsamer zu machen. Hinzukommt, dass ja Sommerferien sind. Boa, ist das öde. Zum Glück konnte ich heute früh gehen, weil ich zur Gymnastik mußte. Wie ich aus verläßlichen Quellen erfuhr ist Carlos in Urlaub. Da ich ja wieder zur Massage gehen werde muß ich natürlich alles so hinbekommen, dass noch Termine für ihn übrig bleiben. Das Hochzeitsgeschenk für meinen Bruder habe ich jetzt auch. Noch zwei Tage in Freiheit, dann isser reif. Ich hoffe nur, dass Diana's Verwandtschaft kommt, bei den Unwettern und fünfzigtausend Evakuierungen in Prag könnte es ja durchaus zu unerwarteten Zwischenfällen kommen. Well, I keep my fingers crossed!
(9) Warum wollen eigentlich alle in den Süden? Wenn ich den Wetterbericht verfolge und meine Erfahrungen vom Wochenende betrachte, dann bleibe ich lieber hier im Rheinland.

Was anscheinend überall gleich ist, trotz regionaler, Mentalitäts- und Sprachunterschiede, das ist die Zuverlässigkeit der Bahn. Gestern wurde ich in Feldmoching aus der S-Bahn komplimentiert, weil sie plötzlich nicht mehr an den Flughafen fuhr und heute, am Kölner Hauptbahnhof, erfuhr ich - nachdem alle Alternativen abgefahren waren, dass der Zug, der vor fünf Minuten hätte abfahren sollen, ca. fünfzehn bis zwanzig Minuten Verspätung haben würde und nicht an Gleis fünf sondern an Gleis vier einfahren würde. Das ist doch beruhigend zu wissen, dass die Bahn ihren Fahrgästen überall den gleichen Service bietet, wie bei McDonald - überall die gleiche Einrichtung - dann muß ich mich auch nicht umgewöhnen!

Mel macht mich so stolz. Da habe ich ihr gerade mal fünf (na gut fünfzehn) Minuten erklärt, wie html funktioniert und schon hat sie ihre Seite nicht nur verändert, sondern auch schon eine weitere Seite hinzugefügt. Wenn ich nicht aufpasse werde ich bald nicht mehr gebraucht.

Gabi ist genial. Sie hat für den Saisonstart ein Plakat entworfen. Das war ja schon lustig, aber für meine Moderation im Oktober hat sie auch schon einen ersten Entwurf und da habe ich mich nass gemacht. Ich werde sicherlich auf der anderen Seite eine Galerie einrichten, mit Ihren Kreationen. Ich hoffe nur, dass die Presse diese Fotos abdruckt! Auf jeden Fall sollte man im Schulz danach ausschau halten!

(9) Wer entwirft eigentlich die Muster von Bussitzbezügen und wieso? Sollen sie den Insassen die Angst vor einem plötzlichen Verkehrstod nehmen? Hat der Sitzfabrikant eine Wette verloren? Ist es ein weiterer Versuch von Pinki und Brain die Weltherrschaft zu erobern? Was immer es ist, sie sind HÄSSLICH!
(14) Nachdem wir die Lokalitäten für die abendliche Feier soweit vorbereitet hatten war erstmal Familienempfang angesagt. Als erstes kamen meine Eltern. Schnell waren die Geschenke überreicht und der Kaffee ausgeteilt. Da kam auch schon Diana's Verwandschaft, Mutter, Tante und Bruder. Ich hätte es wissen müssen. Bei so einer attraktiven Schwägerin in Spe konnte der Bruder ja nur drop dead gorgious sein. Nun, als ich mich wieder unter Kontrolle hatte und mir klar war, dass es nächste Woche keine Doppelhochzeit geben würde fuhren wir auch schon zur Fete. Zum Leidwesen von den Beiden waren auch einige Kinder beim Poltern, die einen diebischen Spaß daran hatten, die zusammengekehrten Scherben immer wieder auseinanderzutreten. Mit einigen Unterbrechungen waren die beiden um Mitternacht endlich fertig mit dem Kehren! Die Party verlief ohne besondere Vorkommnisse, ausser, dass ich von einem Koma ins nächste fiel. Mir war gar nicht bewußt wieviele gutaussehende Männer zum Freundeskreis meines Bruders zählen - sie waren zwar alle liiert, aber Appetit holen darf man sich ja wohl!
Heimat ich komme. Dieses Wochenende steht im Zeichen meines großen Bruders. Gesattelt und gespornt flog ich nach München, um Karl-Heinz und seine Zukünftige, Diana, in Starnberg, zu besuchen. Nach einer Odyssee durch die Fürstenfeldbrucker Bronx, über Felder und Auen, kamen wir schließlich auf seinem Anwesen an. Da das Wetter recht gut war und die beiden noch Vorbereitungen treffen mußten, bei denen ich sie in keinster Weise stören wollte - geschweige denn helfen - schnappte ich mir seine BMW R1100 GS, was ein geiler Hobel, und machte mich vom Acker.

Seit fünf Jahren hatte ich keine Maschine mehr zwischen den Schenkeln - wie ich's vermißt habe. Die Tour führte mich vorbei an Kuhweiden, Bauernhöfen und natürlich dem Starnberger See. Da wurden Erinnerungen wach, wie ich als kleines Mädchen, mit Zöpfen, im Dirndl, zusammen mit meinem Hund Timmy, über die Wiesen hüpfte; euterwarme Milch trank und im Faaker See, bei den Flusskrebsen, schwimmen lernte.

Als sich das Wetter dann doch noch besann schlecht zu werden brach ich meine Route um den See ab und kehrte heim, wo ich mit Hausmanns Kost von meinem Bruder empfangen wurde. Der Abend wurde recht beschaulich und endete schließlich in aller Ruhe mit einer Tüte Chips, Schokolade, Kaffee, der neunten Zigarette des Tages und einem Action Movie auf der Couch.
Was soll ich sagen? Ävärising bäk tu normel. Der Alltag hat mich in seinen Fängen und der Rücken schmerzt. Alle Kolleginnen sind nett, keine hat gelästert, dass ich so lange fehlte - zumindest nicht mir ins Gesicht (backstabbing bitches) - und das viele Sitzen vorm Computer tut sein übriges. Das Gute ist, dass ich mein Rauchen etwas in den Griff bekommen habe. Nachdem ich mir ja anfänglich noch diese Schachtel Zigaretten in Form eines Pflasters an die Backe geklebt hatte und trotzdem noch zehn Zigaretten rauchte, kam ich zu der Überzeugung, dass es auch ohne Pflaster gehen muß. Mittlerweile rauche ich so um die zwölf Stück am Tag, bin unausstehlich und kämpfe damit meine Gewohnheiten zu ändern.(Frau Schmidt meint, man merke keinen Unterschied) - Jetzt weiß ich wie sich Ammelie gefühlt haben muß, als sie von drei auf einen Kasten Cola am Tag reduzierte!
Heute war überhaupt kein Wachwerden angesagt. Kasandra und Achim kamen irgendwann um elf mal runter zum frühstücken, nachdem Nelly schon längst Ihren Fahrradmarathon zum Bäcker und zurück erfolgreich hinter sich gebracht hatte und frisch wie der Morgentau alle mit einem trällernden "Morgen" begrüßte. (Ich hasse Frühaufsteher!) Nachdem ich meine erste Kanne Kaffee intus hatte war ich letztendlich auch wieder ansprechbar und voller Tatendrang wieder nach Colonia heimzukehren. Schließlich sollte morgen meiner erster Arbeitstag nach vier Wochen sein.
Unausgeschlafen und im völligen Dilierium quälten wir uns heute - nach heftigen Kämpfen ums Badezimmer - mit dem Zug nach Amsterdam. Da das Wetter nicht wirklich berauschend war hielten wir uns mit unseren outfits dezent zurück und gingen inkognito auf die Christopher Street Parade in die Hauptstadt. Zu allem Überfluss schüttete es hier aus allen Eimern und Miekes Neffe, der die vielen Tanten echt lustig fand, wurde auch noch mit einer Dusche von einer vollen Plane - die zwischen den Zelten eines Flohmarkts gespannt und mit Wasser "gefüllt" war - bedacht. Da sich der Paradenbeginn verschoben hatte gingen wir ersma in eine Pizzeria (wie typisch holländisch), um uns aufzuwärmen. Das war ein netter Versuch, da wir direkt in den Windzug der offenen Kneipentür gesetzt wurden scheiterte dieser, obgleich wir wenigstens trocknen konnten. Mieke und ihr fünftausend Kalorienplan forderte Nahrung und als diese schließlich verzehrt war hatte sich das Wetter auch eines besseren besonnen. Alle waren glücklich und die Parade begann. Voller Euphorie malten wir uns aus, wie es nächstes Jahr sein würde, wenn wir unsere Show auf einem Kutter (hier in Amsterdam ist die Parade nämlich auf den Grachten) präsentierten. Doch nach der fünften Jolle, die an uns vorbeizog war die Ernüchterung perfekt. Wir waren uns einig, dass ein Zug durch die Gassen tausend mal besser ist. Hier kam echt keiner in Stimmung. Okay, es mag am Wetter gelegen haben, aber obwohl die Ufer rappelvoll waren war Totentanz angesagt. Als es gerade wieder anfangen wollte zu regnen entschlossen wir uns gen Den Bosch zu pilgern.

Dass das die bessere Entscheidung war könnte man daran fest machen, dass wir bis halbfünf in Günter's und Mieke's Wohnzimmer saßen und AKTIVITY spielten. Hierbei geht es darum, in Teams aufgeteilt, Begriffe zu erklären, zu zeichnen oder pantomimisch darzustellen. Und obgleich es unsere groteske Laiendarstellerin Gabi schier in den Wahnsinn zu treiben schien gab es es keine Runde, in der Nelly nicht im Gewinnerteam gewesen wäre. (Ich glaube nicht, dass Gabi es ernst meinte, als sie mit blutunterlaufenen Augen, stierem Blick und den Händen um Nelly's Gurgel schrie "Ich hasse sie, ich hasse sie, ich hasse sie!")
Heute ging es nach Den Bosch, auf den Landsitz von Mieke van den Doght und ihrem Gemahl. Ziel der Reise ist es mit Gabi, Kasandra, Nelly, Marco und Mieke im Café Joost aufzutreten. Diesen Plan hatten wir bei unserem letzten Aufenthalt hier in den Niederlanden geschiedet und heute war es so weit. Auf einer Bühne in der Größe einer Briefmarke ließen wir es uns nicht nehmen diverse Gruppennummern zu veranstalten. Den ein oder anderen Balanceakt hatte das für Nelly oder Mieke schon bedeutet, da ich ja meist in der Mitte stand war mir das ziemlich egal. Für die beiden hatte das den Vorteil, dass sie häufiger in Berührung mit den doch begeisterten Zuschauern kamen. Die Show war etwas chaotisch, weil wir zum Umziehen aus dem Joost, über die Straße, in einen Friseursalon rennen mußten und zurück und das ganze noch über Kopfsteinpflaster. Doch auch das hielt uns nicht auf. Wer uns aufhielt war Joost. Und zwar im besten Sinne. Als wir um halbzwei mit der Show fertig waren und eigentlich noch gemütlich bei Mieke einen Absacker genießen wollten, hielt er uns noch bis kurz nach drei bei sich im Laden und schmiß diverse Runden. Nunja, ich kann mir schlimmeres vorstellen.
 
Back to normal. Ich hab's heute nicht geschafft zur Apotheke zu rennen und da ich die Kaugummis nicht mag blieben mir ja nur die Glimmstengel. Es ist eine Qual. Permanent kämpfte ich mit mir und dem Verlangen, aber ich bin halt auch nur ein Mensch - wenn auch ein sehr attraktiver, liebevoller, sensibler, umgänglicher, wertvoller, sparsamer, schüchterner, junger ... lassen wir das, die Aufzählung würde den Rahmen und gemieteten Webspace wohl sprengen! Morgen geh ich aber und hole mir die Pflaster!

Mein Treffen mit dem Steuerberater hat mich hoffen lassen - nein, nicht dass es doch noch was zwischen uns wird - sondern, dass ich nicht das Land verlassen muß wegen der Nachzahlung. Ich rechne eher damit, dass ein neues Paar Schuhe dabei rausspringen wird, oder was anderes praktisches!

Nach einem ausführlichen Gespräch mit meiner (kritischen) Freundin kam ich zu dem Ergebnis, dass ich PC [pie sie] (politically correct) bin. Mir kam ja schon mal zu Ohren, dass ich das Bild der Frau verzerren würde - also Devine verzerrte so manches, ich strecke doch schlimmstenfalls. Sie bestätigte mir, dass sie mich als Freundin schon genau unter die Lupe genommen hätte und nichts fand, dass sie wirklich anstößig oder frauenfeindlich gefunden hätte. Na, das hätte mich aber auch gewundert!

Eigentlich bin ich ganz froh, dass das Wetter schlechter geworden ist. José ist für eine Woche nach Brasilien geflogen, um sein Studentenvisum verlängern zu lassen, folglich muss ich mich jetzt selbst ums Gießen kümmern. Das ist ja echt Stress. Ich ziehe ernsthaft in Erwägung Kakteen anzuschaffen - dann kann sich José wenigstens wichtigeren Dingen widmen (wie mir, versteht sich !).

So jetzt aber in die Heia, morgen geht's zur Show nach Holland und zum CSD, da muss ich frisch sein!